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Karlsruhe: "Hier fehlen definitiv ausreichend Kapazitäten": Messen und Unternehmen beklagen Mangel an Hotelzimmern in Karlsruhe

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"Hier fehlen definitiv ausreichend Kapazitäten": Messen und Unternehmen beklagen Mangel an Hotelzimmern in Karlsruhe

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    (Symbolbild) Foto: davidlee770924 @ pixabay

    Der Tourismus in Karlsruhe boomt: Mehr und mehr Leute kommen in die Fächerstadt. Doch es mangelt an Übernachtungsmöglichkeiten, wie ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Hotelgutachten bestätigt. Bis 2030 sollen rund 900 Zimmer fehlen, heißt es darin.

    Bereits jetzt ist das Wachstum im Tourismus spürbar: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurde sowohl die Zahl der Übernachtungen als auch die der Gästeankünfte aus dem Vorjahr nochmals deutlich übertroffen. Genaue Zahlen will die KTG im März veröffentlichen. Aber bereits 2017 kamen rund fünf Prozent mehr Gäste in Karlsruhe an als in 2016. In den Jahren 2000 bis 2015 verdoppelten sich die Ankünfte und das Übernachtungsaufkommen stieg um 81 Prozent - aber der Kapazitätszuwachs beim Bettenangebot stieg um lediglich acht Prozent (von 6.148 auf 6.662 Betten).

    669.579 Gäste haben so 1.168.584 Übernachtungen in der Fächerstadt gemacht. Im landesweiten Schnitt sind das eher Zahlen aus dem Mittelfeld. Spitzenreiter ist hier Stuttgart mit rund zwei Millionen Gästen und 3,8 Millionen Übernachtungen. Im Verhältnis kommen auf Baden-Baden die meisten Übernachtungen je 1.000 Einwohner - nämlich 17.807.

    Pläne für zwei neue Hotels

    Die Branche hat auf das Wachstum bereits reagiert: An der Kriegsstraße ist ein "Motel One" geplant  und nahe des Hauptbahnhofs, rund um den ehemaligen Wasserturm, wird derzeit ebenfalls die Vorarbeit für ein Hotel geleistet. Doch auch dann fehlen weiterhin Zimmer für die Reisenden, wenn man dem Hotelgutachten Glauben schenken darf.

    So sollen die Gebäude am Wasserturm laut Siegerentwurf ab 2021 aussehen.
    So sollen die Gebäude am Wasserturm laut Siegerentwurf ab 2021 aussehen. Foto: PETER W. SCHMIDT ARCHITEKTEN

    "Wir haben einen großen Bedarf an 2- und 3-Sterne-Häusern", bestätigt auch Yvonne Halmich, Sprecherin der KTG. "Aber auch nach einem hochklassigen Hotel wird gerade bei der Kunstmesse 'art' von den Galeristen häufig gefragt." Schon jetzt können mitunter größere Veranstaltungen aufgrund fehlender Hotelkapazitäten nicht in Karlsruhe durchgeführt werden oder die Gäste müssen in der näheren und weiteren Umgebung untergebracht werden, wie die Karlsruher Messe- und Kongressgesellschaft (KMK) ergänzt.

    Meiste Reisenden sind geschäftlich unterwegs

    Weiter erklärt sie: "Und natürlich fehlt ein Campingplatz." Hier wurde im vergangenen Jahr zwar nach einer Ausschreibung ein geeigneter Pächter gefunden, geöffnet ist der Campingplatz in Durlach aber weiterhin noch nicht.

    Karlsruhes letzter Campingplatz ist jetzt geschlossen.
    Karlsruhes letzter Campingplatz ist jetzt geschlossen. Foto: Riedel

    Doch trotz der bereits bekannten Nachfrage und Verbesserungsmöglichkeiten: Offen ist vor allem, warum genau die Gäste in Karlsruhe übernachten. So werde laut Halmich nicht erhoben, ob die Übernachtungsgäste in Karlsruhe aus beruflichen Gründen in die Fächerstadt gereist sind, oder ob sie den Urlaub in der Fächerstadt verbringen.

    "Früher ging man von einem Verhältnis von 80 zu 20 Prozent aus - da haben die Geschäftsreisen einen deutlich größeren Anteil gehabt", erklärt Halmich. "Es sind zwar noch immer mehr Geschäftsreisende in Karlsruhe, aber wir schätzen das Verhältnis nur noch auf 60 zu 40 Prozent.

    Hotel an der Messe benötigt?

    Heißt das, dass vor allem die Firmen in Karlsruhe unter dem Hotelmangel leiden, weil sie ihre Geschäftskunden nicht unterbringen können? Auf Anfrage von ka-news antworteten größere Unternehmen in Karlsruhe gemischt. Einige gaben an, keine Probleme zu haben. Die Fiducia & GAD beispielsweise sieht ein deutliches Problem: Für Teilnehmer an Großveranstaltungen würden Schlafplätze fehlen, heißt es: "Hier fehlen in Karlsruhe definitiv ausreichend Kapazitäten. Vor allem Budget-Hotels im Großraum Messe würden helfen."

    (Symbolbild)
    (Symbolbild) Foto: Peter Eich

    Ob auch die KMK sich ebenfalls ein Messehotel nahe der Hallen bei Rheinstetten wünscht - das bleibt nach einer Anfrage von ka-news unbeantwortet. Vielmehr bestätigt man den Hotelmangel und den damit verbundene Wunsch nach neuen Unterkünften in der Stadt - für die aber zum Teil überhaupt erst Flächen gefunden werden müssen, die in Karlsruhe ohnehin rar gesät sind.

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