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Karlsruhe Hilfe bei Kombi-Baustellen: Kommt der Innenstadtfonds bei Händlern an?

Die Händler in der Karlsruher Innenstadt leiden unter den Baustellen im Zuge der Kombilösung. Viele von ihnen klagen über Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Der Grund: Seit in Karlsruhe im großem Stil Straßen aufgerissen werden, bleiben Fußgänger fern. Seit fast anderthalb Jahren gibt es für die Händler eine "Soforthilfe" in Form des Innenstadtfonds. Wird das Angebot angenommen?

Es war das Ergebnis einiger "Krisentreffen": Im Februar des vergangenen Jahres wurde mit dem "Innenstadtfonds Karlsruhe" eine Soforthilfe für den baustellengeplagte Einzelhändler ins Leben gerufen. Träger des Innenstadtfonds sind die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig), die City Initiative Karlsruhe (CIK) und das Stadtmarketing.

Die Idee: Händler können sich mit einem Projekt bewerben und erhalten Geld aus dem Fonds. Erlaubt ist alles: Ob Veranstaltungen, Werbekampagnen oder Gewinnspiele - hat ein Händler eine Idee, kann er zusammen mit mindestens vier andern Händlern eine Förderung von bis zu 5.000 Euro pro Projekt erhalten.

Ideen für 100.000 Euro gesucht

Dass die Kasig sich an Aktionen für den Karlsruher Einzelhandel beteiligt, ist nicht neu. "Von Beginn der Kombilösung war vorgesehen, dass das Stadtmarketing Geld von der Kasig erhält, um Ausgleichsmaßnahmen in Form von Marketing für den absehbar leidenden Einzelhandel zu finanzieren", erklärt Pressesprecher Achim Winkel. Wie viel Geld die Kasig zur Verfügung stellt, variiert immer. "Dieses Geld wird nicht als Festbetrag vergeben, sondern in einem Schlüssel von drei zu eins", erklärt Kasig-Sprecher Winkel das Prozedere.

Dadurch kamen pro Jahr etwa eine Million Euro zusammen - 250.000 Euro brachte dabei der Karlsruher Einzelhandel auf. "Von diesem Gesamttopf finanziert das Stadtmarketing wiederum den Innenstadtfonds, der einen Bruchteil des Gesamtetats ausmacht, aber auf individuelle Aktionen einzelner Einzelhändler abzielt", so Winkel weiter.  Der Jahresetat des Innenstadtfonds beläuft sich in diesem Jahr auf 100.000 Euro.

Sind die Startschwierigkeiten inzwischen behoben?

Zu Beginn lief der Fonds nicht richtig an, nur wenige Einzelhändler bewarben sich mit Projekten. Das scheint sich inzwischen geändert zu haben: "In der ersten Vergaberunde zum Innenstadtfonds 2016 wurden 18 Anträge eingereicht, wovon 13 Anträge gefördert wurden. Für die zweite Vergaberunde haben uns 11 Anträge erreicht, von denen zehn gefördert wurden", erklärt Thomas Muranyi vom Stadtmarketing Karlsruhe auf Anfrage von ka-news.de, "insgesamt sind somit 29 Anträge eingegangen, von denen 23 gefördert werden."

Das Stadtmarketing geht davon aus, dass die beantragten Fördersummen von den Antragstellern vollständig abgerufen werden. Die Projektförderung zeichne laut Muranyi insbesondere durch die Vielfalt der Projekte aus, egal ob es sich um Straßenbahnwerbung oder ein Kulturfest wie das "Eckkultur Dörfle" in der Altstadt handle.

"Auch Maßnahmen wie eine umweltfreundliche Einkaufstasche als Alternative zur Plastik- oder Papiertüte, eine neue Internetpräsenz der Geschäfte in der Ettlinger Straße oder herausragende Lichtkunst beim 'Fest der Südlichen Waldstraße' tragen dazu bei, dass sich die Innenstadt positiv entwickelt und Kunden an den Einkaufsstandort gebunden werden", so Muranyi weiter. In diesem Sinne sieht Muranyi das Projekt als geglückt: "Die Maßnahmen erzielen den erhofften Effekt für die Innenstadt."

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  •   Malaika
    (254 Beiträge)

    12.09.2016 12:33 Uhr
    Fortsetzung...
    herumärgern, dessen Präsenz mehr in überlangen, gestylten Fingernägeln, als in Fachkenntnis besteht. Soll mir niemand weismachen, dass ihm Zeit und Geld egal sind, diese Leute lügen sich in die eigene Tasche.
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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    11.09.2016 06:44 Uhr
    Shoppen in Karlsruhe?
    So richtig viel Spaß macht das nicht mehr.
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  •   sorry55
    (831 Beiträge)

    10.09.2016 08:41 Uhr
    welche Innenstadthändler?
    Was gibt´s denn noch in der Stadt? Wenn man was braucht geht man zu C&A, Karstadt, P&C, Breuninger und ev noch H+M, den Rest kann man doch eh schon vergessen.
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  •   hambi
    (525 Beiträge)

    10.09.2016 09:05 Uhr
    so so...
    na ja...wenn man nur Klamotten kaufen geht und sonst nix im Leben benötigt...na dann..
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  •   armeshundele
    (523 Beiträge)

    10.09.2016 09:33 Uhr
    Alle andern Dinge
    bekommt man auch übers Internet günstiger und frei Haus auch von seriösen Firmen.
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  •   mausetod
    (119 Beiträge)

    10.09.2016 11:28 Uhr
    Wie mir solche Leute auf den Geist gehen...
    "bekommt man auch übers Internet günstiger und frei Haus auch von seriösen Firmen."

    Immer schön im Netzt bestellen. Super Idee. Diese Firmen können billiger anbieten, weil sie kaum Personal haben.
    Wenn aber was an der Markenware fehlerhaft ist, dann wird in die Stadt gefahren und dem Fachhandel auf den Zeiger gegangen. Das zeigt sich bei Elektrogeräten sehr deutlich. Die Firma Saturn kann da ein Lied von singen.

    Wundert es dich wirklich, daß es in der Kaiserstr. einen so schlechten Branchenmix gibt? Ja?
    Vielleicht liegt es an den netten Internetbestellern, die nicht mehr in die Stadt fahren. Gut, die Baustellen darf man auch nicht vergessen.
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  •   Malaika
    (254 Beiträge)

    12.09.2016 12:30 Uhr
    Auch mir geht es auf den Geist
    dass man die schlechten Geschäfte der Einzelhändler immer auf die Internetkäufer abwälzt. Noch vor einigen Jahren war KA reich bestückt an guten Geschäften und man bekam in gut sortierten Fachgeschäften immer das Gewünschte.
    Benötigte vor einiger Zeit Zubehör für ein gängiges Haushaltsgerät. Antwort im Kaufhaus: "Haben wir nicht". Frage: "Bestellung möglich?" Antwort: "Muss ich nachschauen". Frage: "Wie lange dauert die Lieferung und was ist der Preis für drei Zubehörteile? Antwort: "Muss ich nachschauen" "Antwort nach gefühlter Stunde: 6-8 Wochen Lieferzeit, Stückpreis je 14 Euro.
    Am selben Abend im Internet bestellt, Lieferung 2 Tage später, pro Stück 60 Cent billiger! Fazit: Zeit gespart, Fahrgeld gespart! Und das ist kein Einzelfall. Leider wird Kundenservice in den wenigen, noch verbliebenen Geschäften sehr vernachlässigt und man muss sich mit kaum der deutschen Sprache mächtigen, teilweise geistig etwas sehr minderbemitteltem Verkaufspersonal,
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  •   hambi
    (525 Beiträge)

    12.09.2016 18:28 Uhr
    hhhmmm...
    ein Kaufhaus mit einem Fachgeschäft vergleichen zu wollen, halte ich für - gelinde ausgedrückt - äusserst gewagt zwinkern
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  •   armeshundele
    (523 Beiträge)

    10.09.2016 12:45 Uhr
    Gerade
    Saturn verkauft doch auch übers Internet ?
    Sowie in einen zweiten Großmarkt an der Autobahn und zusätzlich ist noch die Schwesterfirma MediamarKt mit zwei Standorten in Karlsruhe vertreten.
    Alle andern Elektrogeschäfte sind verschwunden.
    Aber nicht wegen den Baustellen.
    Also kein Grund zum jammern.
    Fließt ohnehin alles in eine Tasche.
    Jeder kauft ebenda wo er will, und den Geist eines anderen Kommentators möchte ich auf keinen Fall belasten
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  •   hambi
    (525 Beiträge)

    10.09.2016 12:52 Uhr
    So kommt's dann halt...
    ...wenn man nur diese Läden kennt...jeder kauft, wo er will...und wessen Laden er kennt...wer sich die Mühe nicht macht / machen will...der füttert dann halt das System, das er (manche zumindest) eigentlich nicht mag....
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