Trockene Hitze - das wird das Alltagsleben im Großraum Karlsruhe in diesem Sommer wohl noch häufiger bestimmen. Schon als ein Malscher Getreidefeld am vergangenen Wochenende abbrannte, schärfte die Feuerwehr der Bevölkerung ein, vorsichtigen Umgang mit Feuer zu pflegen. Ein Brand im Freien entsteht schneller als man oft denkt und kann sich im schlimmsten Fall sehr weitgefächert ausbreiten.

1. Nicht in Gefahrenzonen rauchen

Die Frage ist nur, auf was man am im Freien am ehesten achten soll, um nicht den einen kleinen aber entscheidenden Fehler begeht, der ein Feuer entzündet. ka-news.de fragte direkt bei der Branddirektion nach. "Grundsätzlich können wir folgende Empfehlungen aussprechen", sagt die Pressesprecherin der Berufsfeuerwehr, Michaela Hofmann.

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"Zunächst einmal sollte man im Freien sehr umsichtig mit Zigaretten umgehen, am besten gar nicht in der Nähe der trockenen Wälder und Wiesen rauchen", sagt sie. "Im Wald selbst sollte man bei diesen Temperaturen ohnehin vom Rauchen absehen." Ein einziger Funke, der sich vom Zigarettenstummel löst - und sei es nur beim Ausdrücken - könne sich in trockener Vegetation festsetzen und erste Flammen entfachen.

2. Keine Zigaretten aus dem Auto werfen

Dabei beschränke sich die Gefahr des Rauchens keineswegs auf Fußgänger und Radfahrer. "Einige Leute werfen während der Fahrt ihre Zigarettenkippen aus dem offenen Fenster", so Hofmann. "Auch davon können wir nur abraten."

Zigarettenkippen-Haufen wie dieser, verhageln bei Gabriele Berblinger die Stimmung.
Weggeworfene Zigarettenstummel können in einigen Situationen gefährlich werden. | Bild: Lars Notararigo

Es genüge ein Windstoß, der den Zigarettenstummel ins Gestrüpp des Fahrbahnrandes weht - und die letzten Funken dabei noch entfacht - um die Brandgefahr drastisch zu erhöhen. Beim Autofahren seien es übrigens nicht nur Zigaretten, die ein Gefahrenpotenzial für Brände entwickeln könnten.

3. Nicht auf Wiesen und Waldwegen parken

"Während der Fahrt erhitzen sich mehrere Teile des Autos, vor allem im Auspuffbereich", so Hofmann. "Parkt man also auf einer Wiese oder einem Waldweg wird durch die Hitze des Fahrzeuges die Feuergefahr in seiner unmittelbaren Umgebung erhöht", erklärt die Pressesprecherin. Es sollte also nach Möglichkeit auf Asphalt geparkt werden, der nicht an trockene Grünflächen angrenzt.

An der Fautenbruchstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs wurde ein Parkplatz eingerichtet.
(Symbolbild). | Bild: Sarah Ball

Bei diesen Beispielen sei die Gefahr allerdings noch verhältnismäßig gering - zumindest im Direktvergleich. Gerade im Sommer parke man nämlich nicht umsonst nahe einem Wald oder einer Wiese, sondern habe häufig die Absicht zu grillen. Bei trockener Hitze könne das aber sehr gefährlich werden.

4. Grillen im und um den Wald verboten

"Auch durch das Grillen werden Zündquellen geschaffen, die Feuer auslösen können. Deshalb können Verbote, Grillplätze in besonders gefährdeten Bereichen Karlsruhes zu nutzen, bei großer Trockenheit notwendig werden", sagt Hofmann. Offenes Feuer um oder um den Wald erhöhe alleine durch den hohen Funkenflug das Risiko eines Brandes nahezu untragbar.

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"Grillen bietet immer die Gefahr einer Zündquelle in trockenen Zeiten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass dabei ja häufig Alkohol getrunken, die Stimmung ist locker und da kann es gut passieren, dass nicht mehr richtig aufs Feuer geachtet wird", so Hofmann. Grillen solle man also lieber zuhause und auch nur mit Windschutz, um die schlagenden Funken unter Kontrolle zu halten.

5. Glasscherben und Brennglaseffekt?

Feuer soll also allgemein von Gras und Unterholz ferngehalten werden. Doch was, wenn das Feuer direkt im Wald entsteht? In Malsch hält sich noch immer das Gerücht, dass Feuer sei durch Glasscherben entstanden, die das Licht wie ein Brennglas bündelten und so das Getreide in Flammen hüllten. Doch ist das plausibel?

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"Da der Brand in Malsch nicht im örtlichen Zuständigkeitsbereich der Branddirektion Karlsruhe auftrat, können wir keine Auskunft geben, was das Feuer eigentlich entzündet hat. Spekulationen können wir auch keine treffen", sagt sie. "Die Fachwelt ist sich aber aktuell uneinig, ob Glassplitter als Brennglas fungieren und so Brände auslösen können. In der Literatur findet man hierzu teilweise widersprüchliche Aussagen."

Zigarettenkippen-Haufen wie dieser, verhageln bei Gabriele Berblinger die Stimmung.
Weggeworfene Zigarettenstummel können in einigen Situationen gefährlich werden. | Bild: Lars Notararigo

Das bedeute allerdings auch nicht, dass man die Glasabfälle guten Gewissens in Felder, Wiesen oder Wälder werfen könne. "Naturschutz ist immer wichtig. Und wenn man das Glas nicht einfach wegwirft, kommt man erst gar nicht in die Verlegenheit, dass es einen Brand auslösen könnte", so Hofmann.

Bei Ausbruch sofort die Feuerwehr alarmieren

Sollte es aber dann wirklich so weit kommen und es entzündet sich in trockenem Gras oder Holz ein Feuer, das droht, sich auszubreiten, so solle laut Hofmann sofort die Feuerwehr alarmiert werden. "Wie gewohnt sind wir unter der Notrufnummer 112 erreichbar", sagt sie. Sollte man sich in unmittelbarer Nähe zum Waldbrand wiederfinden, empfehle der ADAC außerdem die folgenden Tipps:

  • Bewahren Sie Ruhe
  • Flüchten Sie seitlich zur Windrichtung vom Waldbrand weg
  • Schützen Sie sich vor Funkenflug mit einer Kopfbedeckung und einer Sonnenbrille
  • Verlassen Sie Hänge und bewegen Sie sich möglichst zur Seite vom Feuer weg
  • Ist eine Straße in der Nähe, legen Sie sich flach auf den Bauch in einen vom Feuer entfernten Straßengraben.
  • Decken Sie sich zum Beispiel mit einer Rettungsdecke zu. Die silberne Seite muss nach oben zeigen.