Ungetrübter blauer Himmel mag für einen Sommer zeitweise wunderschön sein - doch wenn die Hitze beginnt, die kritische Wasserversorgung zu verdampfen, kann er auf lange Sicht zum verhassten Anblick werden.

In der Gemeinde Neuffen im Landkreis Esslingen etwa wurde das Wasser so knapp, dass es bis Ende des Sommers verboten ist, Leitungswasser für Gärten, Pools, Auto- oder Terrassenwäsche zu nutzen.

"Für Karlsruhe ist keine Rationierung denkbar"

Nun liegt Esslingen natürlich nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu Karlsruhe - teilt sich mit der Fächerstadt aber dennoch ein Bundesland und eine ähnliche Wetterlage. Läuft also auch Karlsruhe Gefahr, dass diesen Sommer Restriktionen bei der Verwendung von Wasser nötig werden?

Viele Menschen ziehen dem Schwimmbad den See vor.
Muss bald überall Wasser gespart werden? | Bild: Pezibear@pixabay.com

Um diese Frage zu beantworten, wendet sich ka-news.de an die Karlsruher Stadtwerke, die sogleich versichern, dass keine Gefahr besteht: "Solche Restriktionen sind in Karlsruhe durch die ganz anderen Voraussetzungen nicht denkbar", so Pressesprecher Markus Schneider.

Eine Wasserrationierung in den 60er Jahren

Wasserrationierungen seien für Karlsruhe und seine Geschichte ein absoluter Ausnahmefall, wie Schneider weiterhin erklärt: "Es gab wohl vor einigen Jahrzehnten einmal ein Verbot, Rasenflächen in Karlsruhe zu beregnen. Grund war damals die fehlende Anlagentechnik, um die geforderten Mengen herbeizuschaffen."

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Dies habe dann in den 60er-Jahren zum Bau des Wasserwerks Hardtwald geführt. Seitdem sei den Stadtwerken kein Engpass bei der Trinkwasserversorgung in Karlsruhe bekannt. Bedeutet das also, dass das für Karlsruhe keinerlei Gefahr für die Wasserversorgung besteht? "Keine vielleicht nicht, aber die Versorgungssicherheit und der Grundwasserstand in Karlsruhe liegen solide innerhalb des Toleranzbereiches."

"Karlsruhe ist auf den aktuellen Wasserbedarf vorbereitet"

Sicherlich führten heiße Sommertage zu einer höheren Nachfrage an Grundwasser. "An den Spitzentagen im Sommer können schon an die 100.000 Kubikmeter benötigt werden. Aber versorgungstechnisch ist dies kein Problem. Die Wasserwerke in Karlsruhe sind hierfür ausgelegt und gerade das neue Wasserwerk 'Mörscher Wald' bringt ein spürbares Mehr an Versorgungssicherheit", meint der Pressesprecher.

Das neue Wasserwerk im Mörscher Wald,
Das neue Wasserwerk im Mörscher Wald, | Bild: Stadtwerke Karlsruhe

Ähnliches gelte für den Grundwasserstand. "Es wird nie mehr Grundwasser entnommen, als die Natur nachliefert", erklärt Schneider. "Derzeit sind die Grundwasserstände in Karlsruhe zwar unter dem langjährigen Mittelwert, allerdings noch deutlich über dem Allzeittief."

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Dabei gebe es keine Hinweise, dass sich das bald ändert. "Wir beobachten auch keinen abnehmenden langjährigen Trend, denn gerade im vergangenen Jahr haben sich die Grundwasserstände in der Rheinebene nach einer Reihe von trockenen Jahren etwas erholen können", wie Schneider schließt.