Seit rund vier Wochen lebt die 49-jährige Nanda nun schon in der Fächerstadt. Nach 15 Jahren in einem Zirkus war vonseiten der Verantwortlichen die Entscheidung gefallen: Nanda kann nicht länger im Zirkus leben. Die Elefantendame leidet an grauem Star und ist auf einem Auge beinahe blind. "Wie viel Sehvermögen Nanda auf dem anderen Auge noch besitzt, ist unklar", so der Karlsruher Zoo-Chef Matthias Reinschmidt im Gespräch mit ka-news.

Wird es ein kurzer Aufenthalt in Karlsruhe?

Ein Zeitungsbericht der "Berliner Morgenpost" sorgt nun allerdings für große Irritationen. Beim Zirkus, der Nanda damals abgegeben hatte, hoffe man, dass sie wieder zurückkomme, heißt es in einem Artikel der Zeitung. Nanda sei in Karlsruhe, um dort wegen ihrer Altersblindheit behandelt zu werden.

"Warum teilt die Stadt Karlsruhe der Öffentlichkeit mit, Nanda solle dauerhaft in der Fächerstadt verbleiben, damit ihr das Reisen erspart bleibt, während der Zirkus nur von einer vorübergehenden Unterbringung ausgeht", so ein ka-Reporter in einer Nachricht an die Redaktion. Auch das Aktionsbündnis "Keine Tiere im Circus" zeigt sich über eine angedeutete Rückkehr der Elefantendame irritiert. Ist Karlsruhe etwa doch nicht als Altersresidenz für Nanda vorgesehen?

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"Ich hoffe, dass Karlsruhe schnell baut"

Gegenüber ka-news widerspricht Zoo-Chef Reinschmidt den Gerüchten über eine mögliche Abreise der Elefantendame. "Ihr Augenleiden ist nicht reparabel", betont der Zooleiter. Der Besitzer habe bei seinem Besuch gesehen, dass das Tier in der Fächerstadt gut untergebracht sei. Für den Karlsruher Zoo sei klar, dass Nanda dauerhaft bleibe. Und auch Zirkusdirektor Hardy Scholl stellt klar: "Nanda bleibt auf jeden Fall in Karlsruhe!"

Tatsächlich kann sich der Zirkusbesitzer vorstellen, dass Nanda in der Zukunft mit ihrer ehemaligen Zirkusgefährtin Maya wieder vereint werden könnte. Seit Nanda ihr neues Domizil in Karlsruhe bezogen hat, lebt Maya allein - ein Zustand, den Tierschützer wiederholt kritisierten. Eine Trennung sei schädlich für das Tier, da dieses von sozialen Kontakten abhängig sei. Das Aktionsbündnis "Gegen Tiere im Circus" spricht sogar von einem Verstoß gegen die Zirkusleitlinien.

Zirkusdirektor Scholl wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Nanda und Maya seien in der Vergangenheit immer wieder für ein paar Monate voneinander getrennt gewesen. Das Alleinsein bereite Maya daher keine Probleme. Dennoch will er den Dickhäuter nicht dauerhaft allein untergebracht wissen. Das Problem: "Elefanten zusammenzuführen ist nicht einfach. Es gibt immer das Risiko, dass es zu Rangkämpfen kommt." Sollte Scholl keinen neuen Partner für Maya finden, setzt er seine Hoffnung auf den Ausbau des Elefantengeheges in der Fächerstadt. "Ich hoffe, dass Karlsruhe schnell baut und auch Maya dort vielleicht eines Tages leben kann."

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