"Bewohnerparken gibt es in Karlsruhe eigentlich nur zentral in der Innenstadt", erklärt Günter Crantz, stellvertretender Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes (OA). Der Gesetzgeber sehe das vor, wenn wenig Plätze vorhanden seien.

Anwohnerschein bringt keine Parkplatzgarantie

In allen anderen Gebieten der Fächerstadt darf jeder sein Auto auf allen Parkplätzen abstellen - was Crantz auch für die unkompliziertere Lösung hält. Denn: "Bewohnerparken bringt auch Probleme mit sich." Tagsüber müssen 50 Prozent der Fläche für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen, nachts 25 Prozent. "Das bedeutet aber auch, dass man keine Garantie auf einen Parkplatz hat, nur weil man im Besitz eines Berechtigungsausweises ist", erläutert er.

Man konkurriere also mit Besuchern, Arbeitnehmern und anderen Anwohnern. "Auf einen Parkplatz kommen aber im Schnitt 2,5 Berechtigungsscheine", denn mehr Fläche könne auch die Stadt nicht aus dem Hut zaubern. Der Kostenpunkt für einen Anwohnerparkschein: 30 Euro im Jahr. "Mit dieser Regelung kann man eigentlich keinen wirklich zufriedenstellen", so Crantz.

Hinzu komme, dass Anwohnerparken eigentlich nur ein "Verdrängungswettbewerb" sei. Schließlich müsse trotzdem jeder sein Auto irgendwo abstellen - und tue dies dann meist im angrenzenden Gebiet. "Die Knappheit verschärft sich dann im Stadtteil nebenan."

Knöllchen auch für Baustellengebiete

Anders sieht es in Neubaugebieten aus: Hier sieht das Gesetz vor, dass im Bebauungsplan ein Parkplatz pro Anwohner zur Verfügung stehen muss. Die Entscheidung, wie dies umgesetzt wird, fällt der Bauherr. So kann er zum Beispiel einen Carport oder eine Tiefgarage planen - Hauptsache, es gibt genug Platz.

Zu schaffen machen den Karlsruhern immer wieder die vielen Baustellen. Wer glaubt, um ein Knöllchen herum zu kommen, nur weil vor der Tür gebuddelt wird, der irrt: "In den Baustellengebieten kontrollieren wir ganz normal", betont Crantz. Dort sei es erst recht wichtig, dass niemand verboten parke und am Ende Baustellenfahrzeuge oder Müllabfuhr und Feuerwehr behindere.

Gerade die Floriansjünger führen deshalb auch regelmäßig Brandschauen durch. Das heißt, sie fahren gemeinsam mit dem Ordnungsamt fünf bis sechs Mal im Jahr alle Straßen ab, in Baugebieten rund um die Kombilösung testet die Feuerwehr sogar wöchentlich, ob die Rettungswege gewährleistet sind. "Wenn es Probleme gibt, fahren wir das sofort am nächsten Tag noch einmal gemeinsam ab." Wenn es zu eng wird, kann das auch Parkverbote als Konsequenz haben. "Mindestens 3,10 Breite müssen frei sein, sonst kommen wir nicht durch - und das kann über Leben oder Tod entscheiden", so Crantz.

Wo für die Kombilösung gerade gebuddelt wird, können Sie übrigens in unserem Dossier nachlesen oder durch unsere Webcams beobachten!

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