Wer früher von der Hirschstraße kommend die breite Kriegsstraße queren wollte, brauchte vor allem eines: starke Nerven. Fußgänger und Radfahrer mussten zunächst den Rechtsabbiegestreifen überqueren, um überhaupt zum eigentlichen Ampelbereich zu gelangen – und das auf einem schmalen Wartebereich. Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmern waren hier an der Tagesordnung. Kein Wunder, dass die Kreuzung im Volksmund bald den Namen "Gefahren-Kreuzung" trug.

Damit soll nun Schluss sein. Durch eine umfassende Neugestaltung des Kreuzungsbereichs sollen solche gefährlichen Situationen künftig vermieden werden. Die Querung der Kriegsstraße wird nun durch eine neue Ampelanlage vereinfacht. Baubürgermeister Daniel Fluhrer erklärt vor Ort: "Wir können heute einen wichtigen Zwischenschritt beim Umbau der Kriegsstraße abschließen". Die bislang als kritisch geltende Querungsstelle mit den sogenannten "Gattern" im Wartebereich der Ampel wurde vollständig entfernt.

Was ändert sich für Radfahrer?
Radfahrende können die Kriegsstraße nun zentral und ohne Umwege queren. Die bisher genutzten drei Verkehrsinseln, die eine gestückelte Überquerung erforderlich machten, sind damit überflüssig. "Der Wartebereich in der Straßenmitte wurde deutlich verbreitert", erklärt Ulrich Wagner vom Stadtplanungsamt.
Zudem sei die Schaltzeit der Ampel nun so bemessen, dass Radfahrer die komplette Querung in einem Zug schaffen – ohne Zwischenhalt in der Straßenmitte.

Was ändert sich für Füßgänger?
Auch für Fußgänger gibt es Verbesserungen: Zwei neue, ausschließlich für sie vorgesehene Ampeln ermöglichen eine sichere Querung der Kriegsstraße.

Was ändert sich für Autofahrer?
Für den motorisierten Verkehr bleibt im Kreuzungsbereich vieles beim Alten. Lediglich die Rechtsabbiegerspur, die in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten mit dem Fuß- und Radverkehr führte, wurde entfernt.
Rückstau bei der Ausfahrt aus der Hirschstraße
Am 28. Mai verlief der Verkehr über den neu gestalteten Knotenpunkt zunächst weitgehend reibungslos. Eine mögliche Konfliktstelle zeigt sich allerdings an der Ausfahrt aus der Hirschstraße: Autofahrer, die nach rechts auf die Kriegsstraße abbiegen möchten, müssen häufig erneut anhalten – die Fußgängerampel zeigt dann noch Grün. Schon beim Pressetermin bildete sich hier mehrfach ein Rückstau bis in die Hirschstraße hinein, Radfahrende mussten sich zwischen den wartenden Autos hindurchschlängeln.

Bürgermeister Daniel Fluhrer nimmt die Kritik gelassen: "Dabei handelt es sich nicht um einen Planungsfehler, sondern um die bewusste Priorisierung des Fußverkehrs." Ulrich Wagner ergänzt: "Wir werden die Situation beobachten und bei Bedarf die Schaltzeiten der Ampeln anpassen." Solche Feinjustierungen seien bei einem Knotenpunkt dieser Größe nach der Inbetriebnahme ganz normal.
Was hat der Umbau gekostet?
Der erste Bauabschnitt schlug mit 3,9 Millionen Euro zu Buche. Für den weiteren Umbau der Kriegsstraße sind nochmals 4,7 Millionen Euro eingeplant.

Wie geht es weiter?
Bis die Kriegsstraße vollständig baustellenfrei ist, dauert es noch. Ab Juni 2025 beginnt der zweite Bauabschnitt in der Leopoldstraße – zwischen dem SWR-Gebäude und der Brauerstraße. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Juli 2026 abgeschlossen sein.

Geplant sind umfangreiche Leitungsverlegungen, die Sanierung und Umgestaltung des Straßenquerschnitts sowie der Bau einer weiteren Querung für Fußgänger und Radfahrer.

Durch den Umbau erhofft sich die Stadt auch städtebauliche Impulse. Bürgermeister Fluhrer formuliert es so: "Jetzt fehlen nur noch die Schokoladenseiten." Man hoffe, dass sich nach Abschluss der Bauarbeiten Gastronomie und Einzelhandel in der dann ruhigeren Straße im Innenstadtbereich ansiedeln.