Die Situation an der Hirschstraße sei der Stadt Karlsruhe bekannt. Man wolle die Kreuzung umbauen. Die konkreten Pläne hierzu sollen Ende August vorgestellt werden. Konkret wolle die Stadt die Querung der Kriegsstraße durch vier Anpassungen erleichtern:

- Die Aufstellflächen im Ampelbereich sollen größer werden.
- Die Fahrbahn in die Hirschstraße soll neu geordnet werden.
- Bei den Einmündungsstraßen sollen "signalisierte Überwege" geschaffen werden.
- Im Westen, Norden und Süden der Hirschstraße sollen ebenfalls signalisierte Überweg geschaffen werden.
Unterführung als Alternative?
Die aufwendigen Umbauten an der Kreuzung sollen die Situation endgültig lösen, erklärt die Stadt. Doch es gäbe noch eine derzeit ungenutzte Alternative zum Umbau der oberirdischen Querung.
Im Untergrund schlummert die verbarrikadierte Unterführung Hirschstraße. Der Fußgänger Tunnel wurde 1969 gebaut und nach der Fertigstellung des Karoline-Luise-Tunnels geschlossen.

Doch wäre die Öffnung der Unterführung nicht eine einfachere Lösung des Verkehrschaos?
Unterführung wird geschlossen bleiben
Die Stadt erklärte auf Anfrage von ka-news.de am 29. Juli, dass die Sanierung der Unterführung tatsächlich geprüft wurde und sich als sehr kostenintensiv herausgestellt habe.
Unterführung sei nicht barrierefrei und zu teuer
Schließlich handele es sich um einen fast 55 Jahre alten Tunnel, der fit für die Zukunft gemacht werden müsste. Dazu gehöre auch die barrierefreie Nutzung. "Deshalb wurde ein Umbau mit Aufzügen geprüft. Da dies erhebliche Kosten verursacht hätte, wurde die Verwaltung beauftragt, einen ebenerdigen Übergang zu prüfen. Dieser wurde schließlich umgesetzt", so die Stadt gegenüber ka-news.de.

Karlsruher bevorzugen ebenerdigen Weg
Die Unterführung sei damals zunächst geöffnet geblieben, doch nur wenige Personen hätten diese auch benutzt: "Während sich die Fuß- und Radfrequenz am ebenerdigen Übergang vervielfachte, verkam die Unterführung zunehmend", erklärt die Stadt weiter.

Deshalb wurde die endgültige Schließung des Tunnels und sein Rückbau beschlossen. Heute erinnern nur noch rudimentäre Überreste an die Unterführung.
Karoline-Luise-Tunnel als Alternative?
Eine weitere Alternative, die häufig in den Kommentaren von unseren Leserinnen und Lesern diskutiert wurde, betrifft den Verlauf des Karoline-Luise-Tunnels. Häufig wurde sich die Frage gestellt, warum dieser nicht bis hinter die Kreuzung mit der Hirschstraße verlängert wurde.
So hätte man das Verkehrsaufkommen an der Kreuzung minimieren können und die Querung der Kriegsstraße deutlich erleichtert.

Und auch diese Alternative sei laut Stadt zu Beginn der Planungsphase diskutiert worden: "Dies wäre aber aufgrund der geringeren Breite des Straßenraums problematisch geworden und hätte auch deutlich höhere Kosten verursacht. Deshalb wurde schon sehr früh entschieden, die vorhandenen westlichen Rampen nicht zu verändern".
Was bisher geschah: Mehrzahl ka-news.de Leser empfinden die Kreuzung als gefährlich
Am 3. Juni berichtete ka-news.de bereits über die Situation an der Karlsruher Kreuzung. Eine Leserin hatte die Redaktion darauf aufmerksam gemacht, dass sich bei der Überquerung der Kriegsstraße immer wieder brenzlige Situationen zwischen Rad- und Autofahrern abspielen würden.

Auch eine große Mehrheit der ka-news.de Leser empfindet die Kreuzung als gefährlich. 84,8 Prozent gaben in einer nicht repräsentativen Umfrage an, dass sie die Kreuzung als nicht sicher empfinden würden. Teilgenommen hatten 1.260 Personen.