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Karlsruhe: Margret Mergen im Interview: "Ich möchte auch zukünftig Verantwortung tragen"

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Margret Mergen im Interview: "Ich möchte auch zukünftig Verantwortung tragen"

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    Erste Bürgermeisterin Margret Mergen
    Erste Bürgermeisterin Margret Mergen Foto: ps

    Frau Mergen, wie sieht eigentlich Ihr Arbeitsalltag aus?
    Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht darin, die Finanzverwaltung der Stadt zu steuern. Dabei ist es mein oberstes Ziel, im Haushalt die Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben zu halten. In Zeiten von globalen Finanz- und Wirtschaftskrisen hat man dabei auf kommunaler Ebene mitunter nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Da ist es dann schon ein kleines positives Signal, dass der Jahresabschluss für das Jahr 2011 nun besser sein wird, als es die Prognosen vorausgesagt haben.

    Wie kommt es zu solchen Veränderungen im städtischen Haushalt?
    Zum Beispiel ist 2007 die Firma Pfizer nach Berlin umgezogen, das hat uns ganz schön gebeutelt. Die Gewerbesteuer ist unsere wichtigste Einnahmequelle, und damals fiel ein beträchtlicher Batzen weg. Ähnlich ist es in diesem Jahr mit einem großen hier ansässigen Energieversorger: Wegen der Energiepolitik in Bund und Land und der damit verbundenen Neuausrichtung des Unternehmens kann dieses zur Zeit so gut wie keine Gewerbesteuer zahlen.

    Die Stadt soll also an vielen Ecken und Enden sparen, gilt das auch für die Stadtverwaltung?
    In jedem Fall! Wir haben hier ebenfalls Sparmaßnahmen verwirklicht - selbst wenn es oft Kleinigkeiten sind. Zum Beispiel haben wir einen Dienstwagen abgeschafft und fahren jetzt mehr Fahrrad. Auch eine Fahrerstelle wurde dann nicht mehr neu besetzt. Außerdem treten wir an alle Ämter heran, damit sie ihre Einsparmöglichkeiten unter die Lupe nehmen - sei es langfristig im Personalbereich oder bei ihrer Arbeits- und Organisationsstruktur. Die kann möglicherweise effizienter werden.

    Sie sind in Karlsruhe eine Person des öffentlichen Lebens. Wie nehmen Sie die Berichterstattung über Ihre Arbeit in den Medien wahr, die ja auch mal negativ ausfallen kann?
    Meistens versuche ich das gelassen zu sehen. Bei vielem weiß ich ja, dass es sachlich nicht ganz zutreffend ist. Als mir zum Beispiel die SPD letzte Woche in einer Pressemitteilung vorgeworfen hat ich könnte nicht rechnen, habe ich das nicht persönlich genommen. Der SPD war wohl nicht bewusst, dass ich diese Information bei der Ergebnisvorausschau für das Haushaltsjahr 2011 noch gar nicht hatte. Allgemein würde ich mir wünschen, dass die Medien objektiv sind, keine Fakten mit eigener Meinung vermischen, öfter bei uns in der Verwaltung rückfragen und möglichst immer beide Seiten zu Wort kommen lassen.

    ...damit kein falsches Bild in der Öffentlichkeit entsteht?
    Richtig. Ich bin selbst ja auch offen für Anregungen und würde mir noch viel mehr Rückmeldung von den Bürgern wünschen. Sie sollen sich möglichst mit unserer Stadt identifizieren und nicht nur die Stadtverwaltung als zuständig für das kommunale Wohlergehen betrachten.

    Bereits jetzt wird über die anstehende Wahl eines neuen Oberbürgermeisters diskutiert. Werden Sie sich als Kandidatin zur Verfügung stellen?
    Ich mache meine Arbeit mit Leidenschaft und halte es für erstrebenswert, auch künftig an maßgeblicher Stelle Verantwortung für unsere Stadt zu tragen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

    Weitere Infos:

    Taumelnder Energieriese: Warum die EnBW-Krise uns alle trifft

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