Allzu dunkel ist die Nacht in einer Stadt wie Karlsruhe nicht. Selbst nach Sonnenuntergang sind die künstlichen Lichtquellen auf den Straßen so vielfältig, dass man sich auch bei blassem Mondlicht ohne Probleme durch hell erleuchtete Fenster, Straßenlaternen oder belichtete Fassaden navigieren kann.

15 Prozent der Karlsruher Energieversorgung sollen eingespart werden

Rund ein Dutzend von 1.000 städtische Gebäude werden laut Angaben der Stadt Karlsruhe jede Nacht mit Licht bestrahlt - und das könnte bei der derzeitigen Energieknappheit ein Problem werden.

Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe.
Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

Berlin habe bereits vor einigen Wochen begonnen, die stadteigene Außenbeleuchtung zu dimmen oder gänzlich abzuschalten. Nun gibt auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup erste Pläne bekannt, um den Stromverbrauch der nächtlichen Beleuchtung einzudämmen.

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"Wir dürfen den Energiemangel, der sich durch den Ukraine-Krieg und den daraus resultierenden Gasmangel bemerkbar machen wird nicht unterschätzen", sagt er am Rande des Pressetermins zum Reallabor in der Karlstraße gegenüber ka-news.de.

"Daher planen wir bereits jetzt 15 Prozent unseres Energieverbrauchs einzusparen. Unter anderem durch die nächtliche Beleuchtung, die wir großräumig dämpfen oder wenn nötig eindämmen wollen." Jegliche Beleuchtung solle auf ein Mindestmaß reduziert oder möglicherweise auch abgeschaltet werden. Dazu zählten beispielsweise die Pyramide auf dem Marktplatz oder auch das Rathaus. 

Werden Ampeln nachts ausgeschaltet?

Was genau dabei um wie viele Kilowattstunden verringert wird, könne Mentrup aber noch nicht mit Gewissheit sagen. "Es ist ein Prozess, an dem bereits von mehreren Arbeitsgruppen sitzen", so der OB. "Wir rechnen damit, dass wir im Laufe des August genauer wissen, welche explizite Beleuchtung in welchem Grad abgedunkelt werden wird", sagt er. 

Karlsruher Rathaus leuchtet in ukrainischen Farben
Bild: Thomas Riedel

Auch bei der Beleuchtung zum bloßen Erhellen der Sichtverhältnisse soll nicht haltgemacht werden. "Was wir ebenfalls innerhalb der Fachämter besprechen wollen ist, inwieweit man auch Ampelanlagen in der Nacht abschalten kann. Dazu müssen wir aber ausführlich prüfen, inwieweit das sicherheitstechnisch möglich und sinnvoll ist", erklärt Mentrup. 

Straßenlaternen werden schneller auf LED umgestellt

Natürlich sei der einfache Verzicht auf elektrischen Stromverbrauch dabei nicht die einzige Option, Karlsruhes energetischen Abdruck zu reduzieren. Auch der Umstieg auf effizientere Technik könne beim Vorhaben des Sparens hilfreich sein. "Zum Beispiel wollen wir das Umrüsten der Straßenbeleuchtung auf LED noch stärker beschleunigen", sagt der OB weiterhin.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Tim Carmele

Derlei Beispiele gelten nur für den Außenbereich der Fächerstadt. Um auf die gewünschten 15 Prozent Einsparungen zu kommen, bedürfe es vielfältigerer Methoden. "Wir legen alles auf den Tisch, was uns einfällt und versuchen dann den richtigen Mix zur nachhaltigen Stromnutzung herauszuarbeiten", sagt der Oberbürgermeister.

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"Wenn es hart auf hart kommt und der Rohstoffengpass wirklich ins Alltagsleben eingreift, wollen wir Reserven angespart haben. Auch wenn dieses Szenario derzeit noch unwahrscheinlich ist."