Im Laufe des Wochenendes machen sich tausende Bürger ein Bild vom Karlsruher Jahrhundertprojekt und fuhren mit den Tram- und Stadtbahnen durch den neuen Tunnel unter der Kaiserstraße. Nach drei Tagen Tunnel-Betrieb fällt eine erste Zwischenbilanz der VBK und AVG positiv aus.

"Sehr zufrieden mit dem Start"

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Start des Tunnel-Betriebs und der Umstellung auf das neue Liniennetzkonzept. Die technischen Anlagen der Bahninfrastruktur haben gut funktioniert. Es gab keine sicherheitsrelevanten Vorkommnisse und die Bahnen konnten bislang planmäßig den Tunnel passieren“, erklärt Alexander Pischon, Geschäftsführer der VBK und AVG in einer Pressemitteilung.

Alexander Pischon, kaufmännischer Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe VBK und des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV).
Alexander Pischon, kaufmännischer Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe VBK und des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV). | Bild: Lars Notararigo

Für eine profunde Bewertung des Tunnelbetriebs sei es indes noch zu früh. „Hierzu müssen wir uns sicherlich noch die nächsten paar Tage anschauen, wenn uns der Berufs- und Schülerverkehr mit hohem Fahrgastaufkommen dann etwas belastbarere Ergebnisse bringt“, so Pischon.

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Pischon freue sich über die positive Resonanz der Bürger zum Start des Tunnelbetriebs. "Nachdem so viel Arbeit, Schweiß und auch so manche Träne in den letzten Jahren in dieses Projekt geflossen ist, haben wir uns sehr über die vielen schönen Rückmeldungen gefreut, die uns via Social Media, die Kundenzentren, die Service-Hotline, unsere Info-Personale im Stadtgebiet oder auch in persönlichen Gesprächen erreicht haben. Das macht uns sehr stolz."

Eröffnung der Kombilösung
Bild: Thomas Riedel

Pischon weiter: "Gerne geben wir dieses Lob an die Kasig, die beteiligten Baufirmen und die Mitarbeiter*innen von AVG und VBK weiter, die dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss geführt haben. Gleichzeitig ist dieses Lob natürlich Verpflichtung und Motivation zugleich, diese erfolgreiche Arbeit fortzusetzen und den Menschen in Karlsruhe und der Region auch weiterhin ein qualitativ hochwertiges ÖPNV-Angebot zu machen.“

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Dennoch sehen die beiden kommunalen Verkehrsunternehmen Optimierungsbedarf für den Betrieb der kommenden Tage und Wochen. "Dass noch nicht alles rund läuft ist bei solch einem komplexen und großen Infrastrukturprojekt, ein Stück weit normal", räumt Pischon ein. „Letztlich ist das wie im Sport: Das beste Training kann den Wettkampf nicht ersetzen. Die ersten drei Tage haben bereits gezeigt, dass wir noch an einigen Stellschrauben drehen müssen, um den Betrieb im Tunnel weiter zu optimieren."

Störungen an Aufzügen trüben Auftakt

So hatten die VBK als Betreiber des Tunnels mit Störungen der Aufzüge an den Haltestellen zu kämpfen. Auch die Fahrgastinformation an den unterirdischen Haltestellen lief instabiler als vorgesehen und die digitalen Displays konnten nicht alle Fahrten der AVG-Stadtbahnen anzeigen. Letzteres soll dann voraussichtlich ab morgen wieder möglich sein.

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„Auch hinsichtlich der Stabilität der Fahrgastinformation werden wir in den nächsten Tagen sicherlich nochmal nachbessern“, verspricht Pischon. Zudem werden in den kommenden Tagen und Wochen noch einige Restarbeiten im Tunnel planmäßig durchgeführt, um allen ÖPNV-Nutzern einen optimalen Service auf ihrem Weg zur Haltestelle beziehungsweise ihrer Fahrt zu ermöglichen.