1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz im Stadtkreis weiterhin hoch

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass sich die Corona-Inzidenzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe auf hohem Niveau bewegen. Zum Vergleich: Waren am Dienstag, 30. November, 2.240 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Freitag, 10. Dezember, 2.087. 

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 327,5 und im Landkreis bei 438,2 (Stand: Donnerstag, 09. Dezember, 16 Uhr). Die Sieben-Tage Hospitalisierungsinzidenz liegt mit aktuell 662 belegten Corona-Intensivbetten in Baden-Württemberg bei 5,6. Damit befindet sich das Land in der Alarmstufe II.

Corona-Lagekarte 10.12.2021

Corona-Variante "Omikron wird Delta verdrängen"

40 Patienten auf der Covid-Allgemeinstation, 14 auf der Covid-Intensivstation, davon müssen fünf beatmet werden. Im Städtischen Klinikum Karlsruhe will die Anzahl der Corona-Patienten partout nicht runtergehen. Inzwischen werden drei Vollstationen als Covid-Stationen betrieben, eine halbe wurde kurzfristig noch hinzugefügt. Die Anzahl der Mitarbeiter dünnt sich durch zunehmende Erschöpfung weiter aus. 

Ein Pfleger versorgt auf einer Covid-19-Intensivstation Corona-Patienten.
Ein Pfleger versorgt auf einer Covid-19-Intensivstation Corona-Patienten. | Bild: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

"Ich hatte bereits auf vergangenen Pressekonferenzen immer wieder betont, dass bei der Delta Variante eine Impfquote von 85 bis 90 Prozent nötig sein wird. Momentan sind wir bei 69,5. Bei über 80 Millionen Einwohnern ist das einfach viel zu wenig und darum stehen wir momentan so schlecht da", bemängelt der Geschäftsführer des Städtischen Klinikums, Michael Geißler. 

Michael Geißler ist medizinischer Geschäftsführer am Städtischen Klinikum in Karlsruhe.
Michael Geißler ist medizinischer Geschäftsführer am Städtischen Klinikum in Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

So zeigen Berechnungen auf Basis eines mathematischen Ansteckungsmodells, dass bei acht bis neun von zehn Ansteckungen mindestens eine ungeimpfte Person beteiligt sei. Als Ansteckender, Angesteckter oder beides. Geimpfte würden nur bei fünf bis sechs von zehn Ansteckungen eine Rolle spielen. Doch auch angesichts der sich ausbreitenden Omikron Variante gewinnt die Impfung an Bedeutung.

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Der Grund: Nach bisherigen Erkenntnissen kann die Variante die Immunisierungen umgehen und auch doppelt geimpfte Personen betreffen. Vor allem, wenn die letzte Impfung schon eine Weile her ist. Sogar Booster-Durchbrüche wurden inzwischen registriert. Die Krankheit selbst soll jedoch in allen Fällen mild verlaufen sein. 

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"Was die Fitness und die Infektiösität dieser Variante angeht, gehe ich davon aus, dass Omikron die Delta Variante im Januar oder Februar verdrängen wird", sagt Geißler. "Darum wird die Booster-Impfung jetzt umso wichtiger."

Impfpflicht für Klinikmitarbeiter kommt

In diesem Zusammenhang begrüßt der Klinik-Chef das Vorhaben des Bundes, eine Impfpflicht einzuführen. Allerdings hätte er sich "etwas mehr Mut" von den Politikern gewünscht, damit es nicht nur bei einer begrenzten Impfpflicht bleibt. Wird das Vorhaben jedoch rechtsgültig, müssten sich auch das bislang ungeimpfte Klinik-Personals bis 15. März gegen Corona impfen lassen.

Der Bundestag berät heute über eine geplante Impfpflicht für Personal in Kliniken oder Pflegeheimen.
Der Bundestag berät heute über eine geplante Impfpflicht für Personal in Kliniken oder Pflegeheimen. | Bild: picture alliance / dpa

"Wir bräuchten eine Impfpflicht für die Gesamtbevölkerung. Das ist das Einzige, was uns hilft", so der Klinikchef, "denn das würde sich im Februar dramatisch positiv auf den Intensivstationen auswirken", meint Geißler.

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021 und im Sommer 2021. Verantwortlich dafür ist die zurzeit vorherrschende Delta-Variante. 

Das Problem: Häufig sind Infektionsketten nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Dies nennt das Gesundheitsamt ein "diffuses Infektionsgeschehen".

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

 
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