"Die Nachfrage nach den Impfungen ist immer noch sehr hoch, wir haben auch schon die angekündigten Impfangebote in Betrieb nehmen können", so der Oberbürgermeister auf der Pressekonferenz am Donnerstag. So wurde zum Beispiel der Impfbereich im ECE-Center nun auf ganztags "umgeswitcht" und auch im Kammertheater können nun Impfungen durchgeführt werden. Allerdings nicht nur für Erwachsene.

Arztpraxen bestellen schon den Impfstoff

Da bald die allgemeine Impfempfehlung der Stiko für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren erwartet wird, sollen dort extra Zeit-Slots ausschließlich für Kinderimpfungen eingerichtet werden. Doch die eigentliche Herausforderung sieht Mentrup bei den niedergelassenen Ärzten.

Ein Hausarzt impft einen Jugendlichen in seiner Praxis.
Ein Hausarzt impft einen Jugendlichen in seiner Praxis. | Bild: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

"Ich habe mit der Sprecherin der Kinder und Jugendärzte im Stadt- und Landkreis gesprochen und sie hat mir bestätigt, dass sich die Arztpraxen bereits darauf vorbereiten. Es ist auch schon möglich den Impfstoff zu bestellen, es weiß aber keiner, ob der Impfstoff in der voll bestellten Menge kommen wird", erklärt der Rathauschef. Nach Ansicht der Sprecherin seien die niedergelassenen Praxen "durchaus in der Lage" dies zu stemmen.  

Werden geimpfte Kinder bald nicht mehr getestet?

Ein anderes Problem sieht der Oberbürgermeister hingegen bei der etwas älteren Kindergruppe, die bereits in die Schule gehen. Denn hier zeichnet sich seitens des Landes ein weiteres Problem ab: Demnach gebe  es aktuell Überlegungen, dass bereits geimpfte Kinder keine kostenlosen Corona-Tests mehr erhalten sollen. "Noch ist das in Karlsruhe kein Problem, aber aus infektiologischer Sicht eine  Fehleinschätzung", sagt Mentrup.

Ein Schüler hält einen negativen Test in die Kamera.
Ein Schüler hält einen negativen Test in die Kamera. | Bild: Christoph Soeder/dpa/Aktuell

In diesem Zusammenhang resümiert Mentrup auch, dass Geimpfte bei der Infektionsweitergabe viel zu wenig thematisiert worden wären: "Meiner Ansicht nach hat man die Geimpften viel zu selten zu regelmäßigen Testungen aufgefordert. Mit der Abschaffung der kostenlosen Bürgertests hat man auch das Signal verstärkt, 'wenn du geimpft bist, brauchst du dich nicht groß weiter kümmern'". Ebenso kritisiert Mentrup, dass die 2G Plus Regel durch die Hinzufügung diverser Ausnahmen wieder "verwässert" worden sei. 

Frank Mentrup
Oberbürgermeister Frank Mentrup | Bild: Carsten Kitter

So sei doch inzwischen klar, dass Geimpfte zwar durch eine Infektion weniger gefährdet, aber bei der Ausbreitung beteiligt sein können. Ebenso "planlos und inkonsequent" bemängelt der Rathauschef die Entscheidung des Landes, dass die Präsenzpflicht der Schulkinder in den letzten drei Tage vor den Schulferien aufgehoben werden soll. Damit würde die zuvor abgebaute Ängstlichkeit mancher Eltern neu entfacht werden. "Ich finde, das ist eine ganz verunglückte Situation", so Mentrup.

 
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