Dunkel, schmuddelig, trist. Diese Assoziationen tauchen beim Stichwort Hinterhöfe oftmals vor dem geistigen Auge auf. Dass ein Hinterhof aber auch eine grüne Heimatoase, eine eigene Wohn- und Lebenskultur, sein kann, davon ist man bei der Stadt Karlsruhe überzeugt. Bereits zum 30. Mal suchte man die schönsten Hinterhöfe in der Fächerstadt - am Freitag wurden die Gewinner verkündet.

"Nur wenige Städte sind so konsequent wie Karlsruhe"

Seit 1977 kürt Karlsruhe alle zwei Jahre seine schönsten Hinterhöfe. "Beim Hinterhofwettbewerb erhält man einen Blick in Kleinode, die einem ansonsten verborgen bleiben", erklärt Bürgermeister Michael Obert, der an diesem Abend den glücklichen Gewinnern ihren Preis übergeben darf.

Die Stadt will mit der Aktion die Begrünung von Dächern, Hinterhöfen und Fassaden fördern. Der Grund: "Grünräume spielen für das städtische Leben und die Zufriedenheit in der Stadt eine wichtige Rolle", erklärt Obert, "durch das Engagement von Privatleuten, Vereinen und Organisationen wird das Stadtbild aufgewertet - es entsteht ein lebenswerter Bereich für einen selbst und alle Bürger." Auch in anderen Städten würde man daher solche Wettbewerbe durchführen, aber nur wenige würden dies so konsequent tun wie die Fächerstadt. 

Rund 3.000 Teilnehmer zähle der Wettbewerb in seiner 30-jährigen Geschichte, die Prämien für den Wettbewerb belaufen sich seit 1977 auf 400.000 Euro. In diesem Jahr wurden 52 Hinterhöfe zum Wettbewerb angemeldet - darunter auch der ein oder andere "Wiederholungstäter". Kein Wunder, immerhin winken Preise mit einer Gesamtsumme von 9.250 Euro. Am Ende dürfen sich zwölf glückliche Gewinner über eine Urkunde und Preisgelder zwischen 500 und 2.000 Euro freuen. 19 weitere Hinterhofkünstler erhalten Anerkennungen.

Große Hofbegehung mit der Jury

Bewertet wurden die Hinterhöfe von Vertretern des Gemeinderates, des Mietervereins, des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins, des Stadtplanungsamtes, des Bauordnungsamtes und des Gartenamtes in einer Hofrunde am 19. September. Bewertet wurde die Gesamtsituation, Begrünung und Nutzbarkeit des Hofes. Vor allem die Bedeutung für das Wohnumgeld und die Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten spielten bei der Bewertung eine zentrale Rolle. "Das ist bürgerliches Engagement in Reinkultur", so Obert. Und Helmut Kern, Leiter des Gartenbauamts, gesteht gegenüber ka-news: "Ich habe zwar einen Garten, aber auf so manchen Hinterhof bin ich dann doch ein bisschen neidisch."

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