Das Karlsruher Schloss liegt und ist das Herz der Fächerstadt: Von und zu ihm führen die Fächerstraßen, welche den charakteristischen Grundriss von Karlsruhe definieren. Für Karlsruher sind sie gewohnte Orientierungspunkte, für Ortsfremde können sie schnell zum unfreiwilligen Umweg werden. Für die US-Hauptstadt Washington soll der städtebauliche Grundriss von Karlsruhe gar als Vorbild gedient haben. 

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Laut einer Legende ist der Markgraf nach einer anstrengenden Jagd im Wald an einem Baum eingeschlafen und hat im Traum die Idee, ein Schloss mit einer Stadt mitten im Wald zu gründen.

Grundsteinlegung 1715, Residenz ab 1718

Am 17. Juni 1715 erfolgte die Grundsteinlegung für das Karlsruher Schlosses durch den damaligen Landesherren Markgraf Karl Wilhelm: Zunächst als Jagdschloss und Sommerresidenz geplant, wird das Schloss nach Fertigstellung die neue Regierungsresidenz "Carolsruhe".

Im November 1716 steht der Schlossturm, im September 1718 ist das komplette Schloss fertiggestellt. Die charakteristischen Fächerstraßen sind damals schon angelegt. Es sind 32 an der Zahl und gehen vermutlich auf ein altes Jagdwege-Netz zurück. 

Ursprünglich waren es 32 Fächerstraßen

1718 tragen sie zunächst die Namen der Ordensherren - etwa zehn Jahre später soll bei der Mehrzahl aber die Namen der den an ihnen liegenden Wirtshäusern gebräuchlich sein: Waldhorn, Adler, Krone, Kreuz, Bären, Lamm, Ritter.

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Die nördlichen Alleen werden nach den Nachbarorten benannt, zu denen die einzelnen Alleen führen. Von den insgesamt 32 Fächerstrahlen existieren heute nur noch 30 in voller Länge und viele enden weit weg vom Schlossturm entfernt. Ein  Kunstprojekt will seit 2015 die Fächerstraßen mit hellgelben Fliesen hervorheben - bislang sind zwei Straßen des "Sonnenfächers" gepflastert.

Zerstörung und Wiederaufbau

Auch das Karlsruher Schloss ist Schauplatz der vergangenen Geschichte: 1918 werden Großherzog Friedrich II. und die Großherzogin Hilda von Soldaten aus dem Schloss verjagt. 1919 eröffnet das Badische Landesmuseum seine ersten Säle im Schloss.

Am Stadtgeburtstag 1933 verbrennt die Hitler-Jugend auf dem Schlossplatz Bücher. Während des zweiten Weltkriegs wird der vordere Schlossplatz für den Gemüseanbau freigegeben. Im September 1944 fällt das Schloss Brandbomben zum Opfer und wird zerstört. Zwischen 1955 und 1965 folgt Restauration - 1959 kann ein Teil des Landesmuseums wieder eröffnen. Bis heute ist es in den Räumlichkeiten angesiedelt.

Das Schloss von oben

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Die Luftaufnahmen unseres Fotografen Tim Carmele stammen aus Februar 2020 und zeigen den noch geöffneten Schlosspark. Derzeit ist die Anlage hinter dem Schloss zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossen.

Lust auf mehr Stadtgeschichte? Die gesamte Stadtchronik gibt es unter https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte ein Dossier zum Fächergrundriss unter https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/

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