Nach jahrelangem Hin und Her (er)strahlt nun auch die Kronenstraße in gelben Majolika-Fliesen - ganze 14 Jahre nach Beginn des Sonnenfächer-Projekts. Bernhard Burger ist darüber froh - zumindest teilweise, denn obwohl aktuell die Bauarbeiter noch mit dem Verlegen der letzten Kacheln beschäftigt sind, ist für Burger der Strahl noch lange nicht fertig: "Die Fliesen sollten, wie in der Waldstraße auch, zwei bis drei Meter in die Kaiserstraße hineinreichen, damit die Passanten sie bemerken", erklärt der Sonnenfächer-Initiator.

Weitere Sonnenfächer noch nicht genehmigt
Das Problem: Das Konzept für die Neugestaltung der Kaiserstraße sehe eine Verlegung der Kacheln nicht vor. Für Burger ein Ding der Unmöglichkeit: "Karlsruhe ist die Fächerstadt - das erkennt doch aber niemand, wenn er den Sonnenfächer gar nicht bemerkt!"

Er fühle sich von der Stadt im Stich gelassen - auch, was die Zukunft des Projektes anbelangt: Sind die Bauarbeiter aus der Kronenstraße verschwunden, heißt es nämlich einmal mehr: Warten, denn weitere geflieste Fächerstrahlen sind von den Vereinsmitgliedern rund um Burgers "Sonnenfächer Karlsruhe e.V." zwar gewünscht, aber noch nicht abgesegnet.

"Diese Unfähigkeit macht mich sauer!"
So ist mit der Kronenstraße bisher erst die zweite von eigentlich acht geplanten Straßen fertig, statt der anvisierten 10.000 wurden seit der Vereinsgründung 2002 bisher nur rund 1.200 der gelben Platten verlegt. Wie es weiter geht, steht also noch in den Sternen - zum großen Ärger des Sonnenfächer-Verfechters: "Zwei Strahlen sind doch kein Fächer! Das Projekt ist vor 20 Jahren auf Anstoß der Stadt hin entstanden. Nun macht ausgerechnet die Verwaltung wegen jeder neuen Straße Theater - diese Unfähigkeit macht mich sauer!", sagt Burger im Gespräch mit ka-news.de.

2014 hatte die Stadt neben der Wald- und der Kronenstraße auch der Teile der Herrenstraße, der Ritterstraße, Lammstraße, Kreuzstraße, Adlerstraße und Waldhornstraße grünes Licht für eine Umgestaltung mit Majolika-Fliesen gegeben - zumindest theoretisch, denn die bürokratischen Mühlen mahlen laut Bernhard Burger langsam, passiert ist seitdem nichts.

Waldhornstraße keine Alternative
Er und seine Vereinsmitglieder wünschen sich jedoch, dass es nun mit der Herrenstraße weitergehen kann. "Das Tiefbauamt war auch schon hier und hat bestätigt, dass das Verlegen der Fliesen dort technisch machbar wäre", so Burger. Das Problem: Das letzte Wort hat nicht das Tiefbauamt, sondern das Stadtplanungsamt - und das möchte den Fächerstrahl nicht unbedingt in der Herrenstraße sehen.

"Man hatte uns die Waldhornstraße als Alternative vorgeschlagen, aber dort sind weder viele Geschäfte noch Fußgänger - die Spender der Fliesen wollten ihre Tafeln dort daher nicht liegen haben", erklärt Burger und ergänzt: "Die Fliesen sind eine Verbindung zwischen den Bürgern und der Stadt. Die Stadtplaner verstehen gar nicht richtig, was sie den Menschen bedeuten!"
Der Gemeinderat hat es nun in der Hand
Wie es letztendlich weitergeht - ob also der gelbe Mittelstrahl in der Kronenstraße seine Verlängerung in die Kaiserstraße bekommt und ob die Herrenstraße doch noch ein gelbes Fliesenband erhält - darüber muss laut des Sonnenfächer-Initiators der Karlsruher Gemeinderat entscheiden. Einen Termin gebe es allerdings noch nicht. Wenn es aber soweit ist, ist Bernhard Burger vorbereitet: "Im Frühjahr könnte es von uns aus weitergehen - vorausgesetzt, dass die Stadt uns die Genehmigung erteilt." Eine Anfrage der Stadt, wie es um die Zukunft des Sonnenfächers bestellt ist, blieb bis Redaktionsschluss ohne Antwort.

Gelbe Fliesen in der Kronenstraße: Der "Sonnenfächer" erhält (endlich) seinen zweiten Strahl!