28. Juni Gemeinderat stimmt nicht ab

Die Stadtverwaltung stellte in der Stellungnahme einige Plätze für solche Fahrradabstellplätze vor. Die Umsetzung könnte voraussichtlich bereits im Juli erfolgen. Kritik kam im Zuge der Gemeinderatssitzung unter anderem von der CDU. Die Vorschläge seien nicht zur Diskussion gestellt worden. Die FDP nannte die zugewiesenen Flächen gar "indiskutabel". Diese Kritik betreffe primär den Bereich am Bahnhof. Die SPD merkte indessen an, dass es künftig auch dauerhafte Lösungen geben müsse.

Kurzum: Der Antrag wurde nicht zur Abstimmung freigegeben. Stattdessen soll die Stadtverwaltung  sich um weitere Fahrrad-Parkplatz-Alternativen für das Projekt bemühen.

27. Juni "Wollen uns als Fahrradstadt nicht den Rang ablaufen lassen"

In Karlsruhe sollen Parkplätze für Autos vorübergehend in Parkflächen für Fahrräder umgewandelt werden. Diesen Vorschlag bringt zumindest die Fraktion der Grünen in die kommende Sitzung des Karlsruher Gemeinderates am Dienstag, 28. Juni, ein.

Grüne wollen temporäre Umwidmung

Worum geht es dabei genau? Die größte Fraktion des Stadtparlaments fordert in ihrem Antrag zwei Dinge. Zunächst sollen "Autoparkstände temporär zu Fahrradabstellplätzen umgewidmet" werden. 

Parkplätze für Carsharing
Parkplätze für Carsharing | Bild: Paul Needham

"Während einer Umwandlung über einige Wochen oder Monate werden die Änderungen des Nutzungsverhaltens dokumentiert, um anschließend über die dauerhafte Errichtung von Fahrradabstellanlagen zu entscheiden", heißt es im Antrag. 

Das könnte Sie auch interessieren

Das Budget für die neuen Fahrradständer - die zum Anlehnen und Abschließen der Räder geeignet sein soll -  soll aus dem für Gemeindestraßen vorgesehenen Topf kommen. "Wir wollen uns als Fahrradstadt nicht den Rang ablaufen lassen und mithilfe dieser Maßnahmen eine langfristige Verbesserung der Verkehrslage in Karlsruhe bewirken", begründet die Fraktion. 

Mehr Auslastung durch Neun-Euro-Ticket

Außerdem rechnen die Grünen aufgrund des Neun-Euro-Tickets mit einem starken Anstieg der ÖPNV-Nutzung in Karlsruhe. "Dadurch wird auch das Verkehrsaufkommen von Radfahrern insbesondere an den Knotenpunkten des ÖPNV stark steigen, weshalb die Abstellkapazität für Fahrräder erhöht werden sollte", heißt es im Antrag.

Der Zeitraum der temporären Anlagen soll aber nicht auf die Gültigkeit des Neun-Euro-Tickets beschränkt bleiben, sondern darüber hinaus gehen. So soll beobachtet werden, ob das neue Angebot dauerhaft genutzt wird. Wie lange dieser Beobachtungszeitraum sein soll, führt die Fraktion nicht aus. 

Fahrradfahrer fahren im Morgenlicht.
Fahrradfahrer fahren im Morgenlicht. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Je nach Auslastung soll dann geprüft werden, ob die Parkplätze wieder für Autos freigegeben werden oder in permanente Radstellplätze umgewandelt werden. "Um die bestehenden Kapazitäten optimal auszunutzen, sollten im Vorfeld darüber hinaus die 'Fahrradleichen' entfernt werden", so die Grünen.

Das könnte Sie auch interessieren

Aus Sicht der Fraktion sei der Versuch eine "sinnvolle Investition, da diese kontinuierlich in Pilotprojekten oder Reallaboren an weiteren Orten verwendet werden können." So könne regelmäßig der Bedarf an Fahrradabstellmöglichkeiten im Vergleich getestet werden, um eine möglichst faire Platzverteilung auf alle Verkehrsteilnehmenden zu bieten.

Wo sollen die Radparkplätze kommen?

Dabei sehe die Fraktion an diesen Orten in Karlsruhe eine große Nachfrage an Radstellplätzen:

  • Hauptbahnhof (Nordseite)
  • Albtalbahnhof
  • Europaplatz
  • Entenfang
  • Kronenplatz
  • Durlacher Tor
  • Bahnhof Durlach
  • Marktplatz

Für den Erprobungszeitraum sollen laut Fraktion zunächst nur System zum Einsatz kommen, die lediglich beschwert werden müssten oder bereits durch ausreichen Eigengewicht verfügen und nicht fest mit dem Untergrund verbunden werden müssten. Dabei orientieren sich die Grünen an einem ähnlichen Projekt, welches in Nürnberg umgesetzt wurde. 

Das könnte Sie auch interessieren

Bei der Stadtverwaltung trifft die Idee der Grünen auf Zustimmung und der Bedarf an zusätzlichen Stellplätzen sei der Verwaltung bekannt. In der Stellungnahme der Verwaltung wird vorgeschlagen die im Lager des Tiefbauamtes befindlichen 50 Fahrradständer an drei Standorten kurzfristig zu realisieren.

"Die Standorte wurden so ausgewählt, dass die Fahrradständer bei großer Akzeptanz auch dauerhaft verbleiben können. Die Standorte wurden an Verknüpfungspunkten mit dem ÖPNV ausgewählt, an denen ohne die Wegnahme von Stellplätzen kein weiteres Angebot geschaffen werden kann. Der finale Standort ergibt sich im Zusammenhang mit der Detailprüfung im Rahmen der Umsetzung", so die Stadt in ihrer Antwort. 

Als Standorte schlägt die Verwaltung drei Orte in Karlsruhe vor. Die Maßnahme könnte bei Zustimmung bereits im Juli umgesetzt werden. 

  1. Bahnhofvorplatz, Nord-West-Seite, sechs Stellplätze mittig vor den Ladennutzungen im Bereich der bewirtschafteten 18 Stellplätze; Alternative: : Viktor-Gollancz-Straße, Senkrechtparkierung Nord-Ost-Seite, sechs Stellplätze im Bereich der bewirtschafteten Parkierung
  2. Bahnhof Durlach, Willmar-Schwabe-Straße, zwei Stellplätze im Zuge Längsparkierung auf der Süd-Ost-Seite hinter der KVVnextbike-Station
  3. Am Entenfang, drei Stellplätze im Zuge Längsparkierung auf der Nord-West-Seite im Anschluss an die Ladezone
Mehr zum Thema fahrradfahren-karlsruhe: Auf dem Sattel durch die Fächerstadt