Im kommenden Jahr beginnt im Badischen Staatstheater in Karlsruhe der lang erwartete Umbruch. Dann soll die anstehende Sanierung und Erweiterung beginnen, "eine Jahrhundertaufgabe", wie es im Vorfeld des Pressetermins am Mittwoch angekündigt wurde. Eigens dafür war daher auch die politische Spitze des Landes in die Fächerstadt gereist: Ministerpräsident Winfried Kretschmann, begleitet von der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer und der Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen, Gisela Splett.

Gemeinsam mit Karlsruhers Oberbürgermeister Frank Mentrup und dem Kulturbürgermeister Albert Käuflein, verschaffte sich der Tross vor Ort einen Eindruck der aktuellen Situation im Staatstheater, die unbedingt verbessert werden muss, wie Generalintendant Peter Spuhler bei der Führung mehrfach betont.

Große Mehrheit im Gemeinderat stellt sich hinter die Theater-Sanierung

Eine Gegebenheit, die im vergangenen Jahr auch die Gemeinderäte anerkannt haben. Im September gaben die Stadträte mit 41 Ja-Stimmen, bei zwei Enthalten und zwei Gegenstimmen, grünes Licht für das Projekt. Insgesamt soll das Badische Staatstheater in etwa zwölf Jahren für bis zu 325 Millionen Euro saniert werden. Am Ende sollen auch die Probebühne für die Oper (aktuell Nancyhalle) und das Junge Staatstheater (aktuell Insel) am Hermann-Levi-Platz ihren Platz finden. Die Kosten sollen je zur Hälfte durch Stadt und Land getragen werden.

Das alte und das neue Staatstheater. (Archivbild)
Das alte und das neue Staatstheater. (Archivbild) | Bild: Archiv: Needham/Delugan Meissl Associated Architects, Wien, mit Wenzel + Wenzel Architekten, Karlsruhe

Bei der Führung hinter den Kulissen des Theaters wurde auch deutlich, was Spuhler mit der "verbesserungswürdigen Situation" meint. Die Räume und Gänge sind zugestellt mit Bühnenmaterial, "es ist wie in einem unaufgeräumten Kleiderschrank, bei dem man zunächst vorne etwas wegräumen muss, bevor man an die hinteren Sachen kommt", erzählt Spuhler. Nicht selten würde dabei etwas kaputt gehen. Auch die Mitarbeiter müssten unter engsten räumlichen Bedingungen arbeiten, und das, obwohl in dem Haus "handwerkliche Traditionen" gewahrt werden. So würden die Handwerker Arbeiten ausführen, die in der Gesellschaft langsam in Vergessenheit geraten.

Mitarbeiter und Zuschauer profitieren - ab etwa 2030

Spuhler schätzt sich daher "außerordentlich glücklich", dass dem Theater nun eine so umfangreiche Erneuerung und Erweiterung bevorsteht. Dadurch werde die Zukunft des Hauses gesichert, sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Zuschauer seien die Arbeiten eine deutliche Verbesserung.

Badisches Staatstheater: Sanierung & Neubau

Nach der Führung durch das Theater ergreift dann auch Ministerpräsident Kretschmann in den ebenfalls engen und zugestellten Räumen der Damenschneiderei das Wort: "Baden-Württemberg ist bekannt als Industrieland, aber wir sind auch ein Kulturland mit Weltruf und daran wollen wir weiter arbeiten, dass es auch so bleibt." Dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe schreibt er eine Kunst auf höchstem Niveau zu, welches es zu erhalten gilt. Das Gebäude sei mittlerweile in die Jahre gekommen und hochgradig sanierungsbedürftig - vor allem, was den Arbeits- und Brandschutz angeht.

Planer sind derzeit auf schnelleren Bauablauf aus

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup hielt die Zusammenkunft am Mittwoch für ein "starkes Symbol von Stadt und Land und ein starkes Bekenntnis für das Theater." Derzeit sei man in der Planung darauf bedacht, den Bauablauf so gut es geht zu beschleunigen, beispielsweise indem man die einzelnen Baumodule mehr ineinander verzahnt oder überlappen lässt.

 

 

"Kunst und Kultur braucht Räume", zitiert Bürgermeister Albert Käuflein das Kulturkonzept der Stadt Karlsruhe. "Und das Staatstheater braucht Räume, daran besteht kein Zweifel." Auch Kunst-Ministerin Theresia Bauer freut sich, dass es nun endlich losgeht. Es sei gut investiertes Geld, welches "endlich die Fehler der 70er Jahre behebt." Als damals beim Bau das Geld knapp wurde, wurde die Opern-Probebühne in eine Schauspielbühne umgewandelt. Mit der Sanierung würde man nun auch den kommenden Generationen gerecht, welchen man kein marodes Theater hinterlassen würde.

 

Video: Lukas Hiegle

(Im Video: OB Mentrup im ka-news-Interview zur Sanierung des Staatstheaters)

Mehr Fläche, weniger Außenstellen

Für die Staatssekretärin im Finanzministerium, Gisela Splett, war der Termin ein "sehr bewegender Moment." In ihren Grußworten hält sie die Eckdaten des Projekts nochmal fest: 2019 sollen die ersten Vorabmaßnahmen starten, unter anderem mit dem Bau eines provisorischen Foyers. Nach der bis zu 12-jährigen Bauzeit soll das Badische Staatstheater dann über rund 32.000 Quadratmeter Nutzfläche verfügen, und damit über rund 12.000 Quadratmeter mehr als jetzt. Dafür sollen aber auch das Junge Staatstheater und die Opern-Probebühne in den Bau integriert werden.

Das ist geplant

Dateiname : Präsentation: Sanierung und Erweiterung Badisches Staatstheater
Dateigröße : 1781097
Datum : 25.09.2017
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