"smART city: Kunst und Kultur in der Stadt der Zukunft" lautet der gesamte Titel des Digitalstammtischs #digiTALK, der in Kooperation mit ka-news.de stattfand. Das Wortspiel zwischen smart (klug) und art (Kunst) gibt laut Moderator Uwe Gradwohl die Richtung vor: Wie verbinden sich in Karlsruhe die Stadtverwaltung mit Museen "von Weltrang" wie dem ZKM? Thema des letzten digiTALK war die rechte Meinungsmache im digitalen Raum.

Wissenschaftlicher Rahmen: Dystopie statt Apokalypse
Den wissenschaftlichen Rahmen bietet Nadja Meisterhans. Sie ist Professorin für politische Philosophie an der Karlsrhochschule International University. "Wir müssen viele Krisen gleichzeitig meistern", sagt sie.
"Vertreter rechter Politik versuchen über Kunst und Kultur ein Gefühl der Ohnmacht zu erschaffen", so Meisterhans. Oft benutzen sie apokalyptische Szenarien, weil "Apokalypse bedeutet 'game over'". Stattdessen könne dystopische Kunst eine negative Zukunft zeigen, die es zu verhindern gilt: "In der Dystopie findet ein Wachruf statt, der die Fantasie anregt."

Durch Kunst die Demokratie stärken - Medienkunst gehöre in Stadtplanung und Infrastruktur
Erste deutsche UNESCO City of Media Arts darf sich Karlsruhe seit 2019 nennen. "Das ist ein Auftrag, die Demokratie durch Kunst und Kultur zu stärken", so Daniela Burkhardt in ihrem Vortrag. Sie ist Projektleiterin der UNESCO City of Media Arts Karlsruhe.

Man steht in regem Austausch mit den anderen Städten des Netzwerks weltweit. So können Künstler aus Karlsruhe mit solchen aus der ganzen Welt kooperieren. "Gesellschaftliche Relevanz im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele ist uns für die Kunst wichtig", sagt Burkhardt. Wichtig seien jedoch auch "Teilhabe und urbaner Dialog".

Um Hürden abzubauen und viele Menschen mit der Kunst zu erreichen, werden Installationen im öffentlichen Raum verwendet, oft auch im interaktiven Format. Am Ende gehe es auch darum, Medienkunst in Stadtplanung und Infrastruktur zu integrieren. Als Positivbeispiel nennt Burkhardt die Schlosslichtspiele, da sie allen Personen kostenlos zur Verfügung stehen und jeden Abend um die 10.000 Leute erreichen.
Schüler schaffen ihr Karlsruhe der Zukunft mittels KI
Doch wie kann das Karlsruhe der Zukunft aussehen? Damit beschäftigt sich Jürgen Förschner in seinem Vortrag des Abends. Als Teil der Gruppe "Zukunftsbilder Karlsruhe" ist ihm die Macht der Bilder wichtig. Sein eigenes Herzensthema ist die Erhaltung der Erde gegenüber den stark steigenden Temperaturen als Folge der Klimakrise.

Neben Visionen für eine klimaneutrale - sowie für eine digitale - Stadt, sei der Gruppe vor allem eine soziale und lebenswerte Stadt wichtig. Die Zukunftsbilder erschafft die Gruppe selbst in online-Treffen oder bei Kooperationen mit Schulen oder anderen Einrichtungen. Als Vorlage dient ein Foto aus dem Karlsruher Umfeld. In ein bis zwei Stunden erschaffen die Teilnehmer daraus ihre ganz eigene Zukunftsvision. Ein gängiges Mittel ist dabei die Bildbearbeitung durch die sogenannte künstliche Intelligenz (KI).

Die technologische Schnelllebigkeit stelle sie dabei vor große Herausforderungen, so Förschner. KI würde nicht automatisch immer besser. "Ich finde es wichtig, mit KI als Tool ein Ziel zu erreichen. Wenn man kein Ziel hat, wird alles fad und flach", so Förschner.