Spricht man über das Fest in Karlsruhe, hört man nebst Begeisterung auch stets bruddelnde Stimmen - zu voll, zu eng, zu überfüllt sei es. Und - war früher nicht alles besser?
Wo heute 35.000 stehen, waren früher rund 70.000
Die aktuellen Fest-Macher der Karlsruhe Marketing und Event (KME) GmbH begegnen der Kritik im Pressegespräch am zweiten Festtag mit Fakten. Man habe in den vergangenen Jahren die Besucherzahl kontinuierlich reduziert.

Schätzungsweise befanden sich zu "kostenlosen Festzeiten" (anno 2009) noch rund 70.000 Menschen im Hügelbereich, wo sich heute nur 35.000 aufhalten (dürfen). Wie viele Menschen damals wirklich dort waren, lässt sich gar nicht sagen - denn im Gegensatz zu heute, gab es damals noch keine genauen Zählungen.
Vor der Bühne ist "Festivalparty" - wer das nicht möchte, kann woanders hin
Klar sei es an Punkten mit der größten Attraktivität auch am vollsten, so die Veranstalter. Und das ist Bereich vor der Bühne: Im ersten und zweiten Graben herrscht "Festivalparty".
Und damit unterscheidet sich Das Fest nicht von anderen Konzerten: Vor die Bühne wollen alle - und dort wird auch am engsten und wildesten gefeiert.

Das ist gewollt, sagen die Festmacher klar. "Wer die Dichte dort nicht aushält, kann auf andere Bereiche ausweichen", so KME-Chef Martin Wacker. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten - bereits in Richtung Mount Klotz oder Mount Grape wird es entspannter.
Tipp vom Chef: Wasser einpacken!
Wer sich eine lange Zeit vor der Bühne für die beste Position des Lieblings-Acts positioniert, sollte sich vor allem bei der aktuellen Wetterlage gut rüsten. Ein Tipp des Fest-Chefs: Vorher mit Wasser eindecken!
In die „Front row“ dürfen keine auf dem Gelände erworbenen Getränke mit, aber auf dem restlichen Hügel und ab den Wellenbrechern dahinter sind die Getränke erlaubt.

Apropos Trinken - das empfiehlt sich bei den heißen Temperaturen, die für das Wochenende angesagt sind, von selbst. "Und zwar Wasser, nicht Bier", sagt Fest-Chef Wacker augenzwinkernd.
Größere Vorfälle hat es am heißen Freitag nicht gegeben. Hitze sei ein Thema, aber kein ernstes, heißt es vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Die Fest-Besucher sind geübt im Umgang.

Wer das Hydrieren in der ersten Reihe mal vergisst, für den wird gesorgt: Beim Security-Personal stehen an der Bühne Wassercontainer. Den besonders bedürftigen Fans wird dann auch Mal der Becher Wasser gereicht. Diesen Service gibt es so nicht bei anderen Festivals - für die "Fest-Familie" ist er selbstverständlich.
Fazit auch an Tag 2 positiv: "Festgänger passen aufeinander auf"
Geübt sind die Festgänger offensichtlich in An- und Abreise. Am mitweinten Festtag ist Sicherheitschef Markus Wiersch zufrieden: Es gab keine größeren Staus oder Spots der Menschenmengen auf dem Gelände.
Selbst als am Donnerstag alle nach Peter Fox nachhause strömten, blieb es entspannt. "Die Menschen passen aufeinander auf - auch wenn es wie gestern größere Abströme gibt", so Wiersch am Freitagabend.

Von der Polizei Karlsruhe heißt es zum Verhalten der Besucher: "Beeindruckend." Sie hat keine weitere Störungen zu vermelden - und das ist für die Größe der Veranstaltung bemerkenswert.
Lediglich bei den Autofahrern führte die Anreise wie schon am Donnerstag zu Behinderungen - der übliche Parkplatzsuchverkehr, "aber alles händelbar." Die Mehrheit fährt am Freitag Bahn oder Fahrrad und dies erwartet man auch für den "Großkampftag" am Samstag.
Schon aufgefallen? Mount Klotz staubt weniger...
Dem aufmerksamen Besucher dürfte es nicht entgangen sein: Der Boden vor der Hauptbühne wurde mit Platten versehen - für weniger Staub! Nur eine von vielen Veränderungen und Verbesserungen, welche die Veranstalter in diesem Jahr umgesetzt haben.

Eine weitere: Mehr Schatten - zwei weitere "Magic Skys" kamen hinzu. Vor dem Hauptbühnen-Bereich am Mount Klotz hat dieses Konzept keine Chance: Er würde die Sicht zu sehr einschränken. "Den müssten wir schon sehr, sehr, sehr hoch hängen", scherzt Wacker.

Eine weitere ist gar nicht so sehr vor, als hinter den Bühnen zu sehen: Das Fest erzeugt seinen Strom selbst - zumindest den für die Orga-Crew. Auf den Containern befinden sich Solar-Panels.
Bemüht ist man auch um "gute Nachbarschaft", mit allen angrenzenden Institutionen und Anwohnern sei man in steter Kommunikation. Hunderte Anschreiben werden jedes Jahr verteilt - und die direkten Anlieger auf das ein oder andere Getränke eingeladen.

Die Fest-Macher begegnen gerne kritische Stimmen und bleiben im Gespräch. Wächst das Fest, wächst es nicht in Hinblick auf die Tickets, sondern ungleich mehr in Hinblick auf Logistik, Nachhaltigkeit und andere Aspekte "Wir sind immer bestrebt, es besser zu machen", so Wacker.
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