Coldplay - A Rush Of Blood To The Head" (Album, 2002)
Ja, damals, so um die Jahrtausendwende. Das waren durchaus schöne Zeiten, rein musikalisch gesehen. Britpop war die Währung, in der international gehandelt wurde. Und Coldplay waren neben den großartigen Blur, den geheimnisvollen The Verve und den alles überstrahlenden Oasis die Könige der Szene.

"Politik" macht den Anfang und haut richtig rein. Und "In My Place" - was soll ich sagen - ich hab' mich schockverliebt: Was für ein Song, was für eine Hook, was für eine Melodie und Energie! Ein Highlight einer auch sonst reich beschenkten Platte.

"The Scientist" macht da keine Ausnahme, feinster (Pop-)Stoff. Ähnlich gelagert gelingt "Green Eyes", ein wunderbarer Track. Und "Fix You" ist dann einer der besten Songs überhaupt, eine durch und durch perfekte Power-Pop Ballade der reinsten Art. Bei "Clocks" läuten die Glocken. Und dann "A Rush Of Blood To The Head": Träumerisch, elegisch, wunderschön - ein Kleinod!

"Warning Sign" schleicht sich folgend in die geneigten Gehörgänge, melancholisch und gelungen. Auch "Amsterdam" kann und will begeistern. Alles in allem: Ohne Zweifel eine der besten Scheiben in diesem Kosmos, danach kam vieles, aber nicht viel Vergleichbares, Größeres.
Auch in der Diskographie von Coldplay bildet "A Rush Of Blood To The Head" - mal abgesehen vom exorbitant guten Debüt "Parachutes" - den absoluten Höhepunkt. Was danach kam, war teilweise (leider) medioker.
Phoenix - "Alphabetical" (Album, 2004)
Wenn es überhaupt eine Entsprechung für das Label "feiner Indie-Pop" gibt, dann sind es Phoenix. Wow, diese fabelhaften Franzosen! Schon der "Alphabetical"-Opener "Everything Is Everything" ist ein moderner Electro-Pop-Garant und eröffnet das Album standesgemäß und, ja, überragend. Darauf folgt mit "Run, Run, Run" ein toller, bestechender Popsong und "Love For Granted" ist eine Ballade, die in ihrer akustischen Intensität und melodiösen Fragilität ihresgleichen sucht im Business - so fein, so schön!

I'm An Actor" schlägt folgend ein bisschen aus der Art, macht es dem Hörer durchaus schwer - es lohnt sich aber, sich mit dem Song anzufreunden, gehaltvolle und gute Kost. Der nächste Track "If It's Not With You" ist akzentuiert, eingängig, eine kleine Perle. "Victim Of The Crime" vereint wieder alles, was Phoenix ausmacht: eine feine Melodie, leicht vertrackte Beats, aber gewaltig gut.

Auch "(You Can't Blame It On) Anybody" gelingt wunderschön, runde dreieinhalb Minuten wunderbarer, schmeichlerischer und melodiöser Pop. Was ist mit "Holdin' On Together"? Nun, der Track passt auf die Scheibe (salopp) wie "Arsch auf Eimer"!

Und was soll ich sagen, das Beste kommt zum Schluss: "Alphabetical" ist einfach bezaubernd, akustische Musik zum Schwelgen. Wir ziehen ein/das Fazit: Mehr kann man eigentlich gar nicht mehr wollen als das Album "Alphabetical", hier stimmt einfach alles, vom Scheitel bis zur Sohle. Ein echtes und tatsächliches Highlight, gewandet in einem musikalischen Tuch, welches nur und ausschließlich begeistern kann.
Radiohead - "No Surprises" (Single, 1997)
Was ist denn das für schöne Musik, glatt wie aus dem All! Die Platte "OK Computer" von Radiohead war und ist ein popmusikalischer Leuchtturm und war ein echter Bestseller, sowohl qualitativ als auch monetär - alternative Hits über Hits, und trotzdem Rock/Dream-Pop At Its Best! Thom Yorke ist ein außergewöhnlicher Sänger und Frontmann einer Gruppe, die bahnbrechend zu nennen ist.
Nichts im Pop-Bereich ist lohnender als dieser einzigartige, so formidable Sound. Radiohead sind künstlerisch nie stehengeblieben, haben sich stets weiterentwickelt, nicht immer zur Freude ihrer Fans - die Briten bleiben immer spannend. Aber: "No Surprises" von 1998 war ein vorläufiger Höhepunkt in der Historie der Gruppe, kein Zweifel - und ist bis heute ein waschechter Klassiker!
Queen - "Bohemanian Rhapsody" (Single, 1975)
Nein, das gibt es kein zweites Mal: Als Queen 1975 mit "Bohemian Rhapsody" die erste Single des großartigen Albums namens "A Night At The Opera" veröffentlichten, war das wie ein Donnerschlag in der Szene. Bis heute sucht der Song aufgrund seiner überbordenden Kreativität seines Gleichen, auch der Erfolg war geradezu überirdisch, spricht für sich und machte schließlich jene mundtot, die anfangs nicht recht an diese Art von (Art-)Rock glaubten.

Das ist pure Kunst, davon zeugt auch der tolle (titelgebende) Kinofilm - hier wurde künstlerisch geklotzt statt gekleckert, wunderbar, wohl ganz nach dem Gusto des viel zu früh verstorbenen Sängers Freddie Mercury und der restlichen Queen-Crew Brian May (Gitarre), John Deacon (Bass), Roger Taylor (Schlagzeug).

Natürlich ist bei den genialen Briten auch das Gesamtwerk hervorzuheben, man nehme nur die Hymne "The Show Must Go On", das vielseitige "Innuendo", das frühe, nichtsdestotrotz großartige "Don't Stop Me Now" oder die Sing-A-Long-Klassiker "We Will Rock You" und natürlich "We Are The Champions" - allesamt verdiente Evergreens!