Das "dokka" präsentiert vom 8. bis 12. Mai in Summe 20 Dokumentarfilme und Hördokumentationen in zwei Karlsruher Kinos. Zentraler Veranstaltungsort ist die Kinemathek in der Kaiserpassage. Zusätzliche Vorstellungen finden zum dritten Mal in der Schauburg in der bunten Südstadt statt.

"dokKa so weit so kurz" blickt zudem in Form einer kleinen Ausstellung im Regierungspräsidium am Rondellplatz auf die vergangenen zehn Jahre des Karlsruher dokKa-Festivals zurück und darüber hinaus nach vorn. Bis 12. Mai 2024 ist die besagte Ausstellung im Regierungspräsidium am Rondellplatz zu sehen.
dokKa-Festivalleiter Nils Menrad spürt "viel frischen Wind"
Dokumentarfilme und Hördokumentationen nehmen einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Sie widerspiegeln den Querschnitt der Themen, mit denen sich Künstler aktuell beschäftigen und setzen ein Zeichen gegen Fake-News. Vielmehr werfen die Autoren Redakteure Filmemacher und Hörstückproduzenten einen vielfältigen und oft ungeschönten Blick auf das, was ist und die Menschen bewegt.
Auch dokKa-Festivalleiter Nils Menrad spürt viel frischen Wind: "Im elften Jahr unseres Bestehens haben wir noch einmal eine deutliche Steigerung gespürt, was die Wahrnehmung des Festivals in Deutschland betrifft“, berichtet er. "Unsere Auswahlkommission durfte sich mit sehr hochwertigen Einreichungen beschäftigen."

Der Standort Karlsruhe hat sich inzwischen in der Dokumentar-Landschaft etabliert. Zeugnis davon ist, dass im Anschluss aller bei dokKa präsentierten 20 Arbeiten sämtliche Film- und Hörstückschaffenden anwesend sind. Wir freuen uns auf die Gespräche, die den besonderen Charakter unseres Festivals ausmachen."
Besonders stolz ist Menrad darauf, dass das Festival den neuen dokKa-Preis der Ursula Blickle Stiftung mit einer Summe von 10.000 Euro vergeben darf. Dazu sagt er: "Und das zusätzlich zur bereits im dritten Jahr stattfindenden Ausschreibung für die dokKa-Recherchestipendien. Darüber freuen sich mein Organisationsteam und ich."
Filme und Hör-Dokus in Kinemathek und Schauburg
Der Auswahlkommission, die in diesem Jahr aus Christine Reeh-Peters, Wolfram Wessels, Carmen Beckenbach, Sebastian Schönfeld und Nils Menrad besteht, ist es gelungen, das fünftägiges Programm mit einer spannenden Festival-Dramaturgie zu versehen. Gezeigt werden Arbeiten, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind.

Programm-Tipps von Nils Menrad: "Ceci n'est pas une guerre" und "das leere Grab"
Der 74-minütige Dokumentarfilm "Ceci n'est pas une guerre" – übersetzt "Das ist kein Krieg" – zeigt ein menschenleeres Paris, das wie die Kulisse aus einem Science-Fiction-Film wirkt. Zwei Freunde, Magali und Eric-John, durchstreifen in der Corona-Zeit die leeren Straßen.

Sie folgen den Spuren ihrer Entdeckungen und verweben Beobachtungen, Videotelefonate und Begegnungen zu einem ergreifenden und teils humorvoll poetischen Bild einer vergangenen Zeit. Gezeigt wird der Film in der französischen Originalfassung mit englischen Untertiteln am 9. Mai in der Kinemathek und am 10. Mai in der Schauburg, jeweils um 19 Uhr.
Im Eröffnungsfilm "Das leere Grab" erzählt das deutsch-tansanische Regieduo Agnes Lisa Wegner und Cece Mlay von den Spuren und Traumata, die die einstige deutsche Kolonialherrschaft in tansanischen Familien und Gemeinschaften bis heute hinterlassen hat – und von der Stärke und Selbstermächtigung der Hinterbliebenen, die sich hartnäckig für eine vollständige Aufklärung einsetzen.

Die 97-minütige Dokumentation wirft Licht auf ein bisher kaum beleuchtetes Kapitel deutscher Geschichte und liefert damit einen wichtigen Beitrag zu der notwendigen Aufarbeitung deutscher Kolonialverbrechen. Gezeigt wird der Film am 8. Mai um 19 Uhr in Originalfassung in Suaheli, Deutsch und Englisch mit deutschen Untertiteln.
Cece Mlay aus Dar es Salaam und Agnes Lisa Wegner aus Berlin sind zum anschließenden Filmgespräch vor Ort in der Kinemathek. Wiederholt wird "Das leere Grab" am 9. Mai um 19 Uhr in der Schauburg. Weitere exklusive dokKa-Tipps sind der Schweizer Dokumentarfilm "Wir waren Kumpel" und die spannende Hördokumentation "Arschlochmama. Wenn Eltern und Kinder streiten".
Hördoku "Herz über Kreuz"
Die Hördoku "Herz über Kreuz" ist eine fesselnde Originaltoncollage der aus Karlsruhe stammenden Autorin Monika Kursawe über Glaube, Freiheit, Angst und die Absurdität der Sünde. Protagonistin Magdalena ist Mitte 30 und Mutter dreier Kinder, als sie an der Einsicht nicht mehr vorbeikommt, dass es Frauen sind, die sie begehrt.

Allerdings: Seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr ist sie Mitglied einer christlich-evangelikalen Freikirche. Das stellt sie vor kaum zu lösende Herausforderungen. Präsentiert wird das 55-minütige Hörstück am 12. Mai um 18.30 Uhr in der Kinemathek. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Monika Kursawe statt.
Einstecken und Austeilen - ein interaktiver Klangspaziergang
Ein weiterer Tipp der dokKa-Macher: Der am 12. Mai um 11 Uhr im Rahmen von dokKa erstmalig angebotene Klangspaziergang entwickelt einen kollektiven Austausch von Geschichten über das Geben und Nehmen. Geleitet von Signal-Sprachnachrichten erkunden die Teilnehmenden im urbanen Raum die verschiedenen Facetten des Einsteckens und Austeilens.

Der interaktive Klangspaziergang startet direkt vor der Kinemathek. Von dort laufen die Teilnehmenden mit Smartphones und Kopfhörern – die mitgebracht werden müssen - und der kostenlosen Signal App durch die Karlsruher Innenstadt und entdecken Geschichten über das Geben und Nehmen. Per Sprachnachricht werden Weisungen und Rückmeldungen ausgetauscht.
(Film-)Gespräche beim gemeinsamen Frühstück
Herzlich eingeladen sind alle Festival-Besucher auch am 9. und 12. Mai jeweils ab 10 Uhr zum gemeinsamen Frühstück. Im Passagehof in direkter Nachbarschaft der Kinemathek erwartet alle ein leckeres Buffet. Das gemeinsame Frühstücken bietet die beste Gelegenheit, mit anderen Gästen ins Gespräch zu kommen. Hierzu bitte vorab bei den Organisatoren anmelden.

dokka-Preisverleihungen am Festivalsonntag
Zum Abschluss des Festivals werden am 12. Mai um 20.30 Uhr die Preise verliehen. Dazu gehören die Ehrung als bester Dokumentarfilm mit dem dokKa-Festivalpreis sowie die Auszeichnung des besten Hörstückes.
Die Entscheidungen zur Preisvergabe fällen Lydia Heller, Gerion Wetzel und Fabian Tiedtke, die der diesjährigen Jury angehören. Zudem wird verkündet, wer ein Recherche-Stipendium erhält. Traditioneller Abschluss des Festivals ist die Wiederholung des dokKa-Gewinnerfilms in der Kinemathek Karlsruhe.
Online-Programm von dokKa bis zum 19. Mai
Online können Interessierte mit einem kostenpflichtigen Online-Pass vom 8. bis einschließlich 19. Mai viele Programmpunkte online verfolgen. Dazu gehören auch sämtliche Gespräche, die im Nachgang jeder Film- und Hörvorführung im Foyer der Kinemathek mit den Künstlern geführt werden. Die beste Gelegenheit für alle Menschen, die nicht nach Karlsruhe kommen können, via Mediathek am Festival teilzunehmen.

Final: Das gesamte Festival-Programm gibt es online zum Nachlesen. Alle Infos zum Ticketkauf sind ebenfalls über die Webseite abrufbar. Veranstaltungen können mit Einzeltickets oder einem Festivalpass besucht werden. Tickets sind an den jeweiligen Veranstaltungsorten und online auf der dokKa-Webseite im Vorverkauf erhältlich.