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Karlsruhe: Torwarttrainer Markus Miller über KSC-Keeper Uphoff: "Es ist zu früh um etwas über seine Zukunft im Tor zu sagen"

Karlsruhe

Torwarttrainer Markus Miller über KSC-Keeper Uphoff: "Es ist zu früh um etwas über seine Zukunft im Tor zu sagen"

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    Markus Miller (KSC Torwarttrainer) baut die nächster Torwartübung auf und testet sie.
    Markus Miller (KSC Torwarttrainer) baut die nächster Torwartübung auf und testet sie. Foto: Carmele | TMC-Fotografie

    Herr Miller, Stammkeeper Benjamin Uphoff hatte zuletzt Schwächen offenbart. Trainer Alois Schwartz sagte, dass Entscheidungen im Torwartbereich nur nach Rücksprache mit dem Torwarttrainer gefällt werden. Sie sind jetzt der Entscheider über die Zukunft von Uphoff als Stammkraft.

    Das stimmt so nicht. Der Cheftrainer ist der Chef, er entscheidet! Allerdings macht er das in Absprache mit mir. Ich bin beratend tätig. Ich gebe meine Einschätzung ab - aufgrund meiner Erfahrung als Torwarttrainer und der Trainingseindrücke die ich sammle. All das lasse ich in mein Statement einfließen. Dann wird durchaus lebhaft mit dem kompletten Trainerteam diskutiert. Aber letztendlich entscheidet immer noch der Cheftrainer.

    Markus Miller (KSC Torwarttrainer) im Dialog mit Alois Schwartz (KSC Trainer)
    Markus Miller (KSC Torwarttrainer) im Dialog mit Alois Schwartz (KSC Trainer) Foto: Carmele/TMC-Fotografie

    Und wie sieht die Tendenz aus? Uphoff oder Gersbeck – wer hat die Nase vorn?

    Das würde zum einen bedeuten, dass wir ein offenes Rennen haben. Zum anderen ist der Zeitpunkt für dieses Thema zu früh.

    Wo liegen die Unterschiede bei Marius Gersbeck und Benjamin Uphoff?

    Wir haben zwei komplett unterschiedliche Torhüter, mit völlig anderen Abläufen, einer völlig anderen Mentalität. Aber beide haben extrem viel Qualität. Der eine, Benjamin, ist der elegantere, der ruhigere Typ, Marius der wildere, der emotionalere. Aber beide machen es richtig gut.

    Markus Miller (KSC Torwarttrainer) lobt Marius Gersbeck (KSC 35), links Mario Schragl (KSC 29).
    Markus Miller (KSC Torwarttrainer) lobt Marius Gersbeck (KSC 35), links Mario Schragl (KSC 29). Foto: Carmele/TMC-Fotografie

    Haben Sie eine Erklärung für die ungewohnten Schwächen von Uphoff?

    Es ist schwierig, ich kenne ihn sehr gut. Diese Schwächen basieren nicht auf einem technischen Defizit, in der täglichen Trainingsarbeit herrscht bei allen Torhütern ein hohes Niveau. Benni ist enorm fleißig und ehrgeizig. Er geht zusätzlich in den Kraftraum, ist in Sachen Vorbereitung und Nachbereitung absolut professionell. Und: Er ist immer enorm fokussiert. Was während des Ligaspiels im Kopf eines Torhüters vorgeht – das weiß man nicht, da kann man nicht reinschauen.

    Könnte es sein, dass ihn die unsichere Vertragssituation belastet? Sein Kontrakt läuft Ende der Saison aus. Er soll Anfragen geben, er würde wohl auch gerne bleiben – aber wer weiß, in welcher Liga der KSC kommende Saison antritt. Eine knifflige Situation für Uphoff.

    Das Thema Vertragsverlängerung ist immer heikel. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das immer irgendwie präsent ist. Auch wenn man sagt: Das macht mein Berater - irgendwie ist es im Kopf.

    Benjamin Uphoff (KSC 1) lauert schon zum Torschusstreffer durch Sonny Kittel (HSV 10), Lukas Fröde (KSC 4) versucht zu retten, Tortreffer zum 2:0 (1.Hz) für den HSV.
    Benjamin Uphoff (KSC 1) lauert schon zum Torschusstreffer durch Sonny Kittel (HSV 10), Lukas Fröde (KSC 4) versucht zu retten, Tortreffer zum 2:0 (1.Hz) für den HSV. Foto: Carmele | TMC-Fotografie

    Also wäre eine baldige Entscheidung gut?

    Das wäre gut - für den Verein, der planen kann und für Benni, der Klarheit hätte.

    Sie sind rund ein halbes Jahr zurück beim KSC. War es die richtige Entscheidung alles in Hannover abzubrechen, alles dort zu verkaufen und zurück ins Badische zu kommen?

    Ich hätte all das für keinen anderen Verein gemacht. Es war wie ein "nachhause kommen". Wir fühlten uns vom ersten Tag an wohl, wollen uns hier niederlassen. Wir haben ein Grundstück erworben und werden in Karlsruhe ein Haus bauen. Die ganzen Sachen mit Hausverkauf, mehreren Umzügen, Grundstückkauf, Schulwechsel - wir haben drei Kinder - das war kräftezehrend.

    Die Arbeit beim KSC macht viel Spaß, ich würde hier gerne lange etwas Positives mitgestalten. Und das nicht nur in der Profiabteilung! Ich habe mit Julian Kühn, der für das Torwarttraining beim Nachwuchs zuständig ist und einen guten Job macht, einen ganz engen Austausch. Wir haben mit den Torwarttrainern von der U10 bis zu mir Meetings, tauschen uns aus. Ich kann da meine Erfahrungen aus der Jugendabteilung des VfL Wolfsburg und die, die ich als Trainer der Torhüter der U15-Nationalelf machte, weitergeben. Mein mittelfristiges Ziel ist: Einen Torhüter aus der Jugend in den Profibereich zu begleiten, ihn zu entwickeln, daran zu arbeiten, dass er sich bei uns im Profibereich durchsetzt.

    Torwart Benjamin Uphoff (KSC 1) fängt den Ball nach dem Torschuss von Markus Miller (KSC Torwarttrainer)
    Torwart Benjamin Uphoff (KSC 1) fängt den Ball nach dem Torschuss von Markus Miller (KSC Torwarttrainer) Foto: Tim Carmele

    Was ist anders als bei den Clubs Hannover 96 oder Wolfsburg für die Sie tätig waren?

    Ganz einfach: Der KSC ist meine Heimat! Wolfsburg hat im Nachwuchs die Möglichkeiten, wie sie einem Zweitligisten zur Verfügung stehen. Aber: Das sich Wohlfühlen - das ist in Karlsruhe einfach wunderbar. Umfeld, Lebensqualität: Prima! Für mich ist Karlsruhe eine traumhafte Stadt.

    Gibt es Kontakte aus Ihrer aktiven Zeit, die wieder aufleben?

    Aber klar! Mit Leuten im Verein, mit Bekannten von früher treffen wir uns hin und wieder. Es passt rundum.

    Torwart-Trainer Markus Miller
    Torwart-Trainer Markus Miller Foto: Hammer Photographie

    Zurück zu den Torhütern. Wann fällt die Entscheidung, wer in Dresden beim ersten Spiel im Jahr 2020 im Tor steht?

    Wir haben im Trainingslager zwei Testspiele, da werden die Keeper wohl fifty-fifty eingesetzt. Danach kommt der Test in Ingolstadt. Rechtzeitig vor der Partie in Dresden wird der Cheftrainer entscheiden.

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