Dass Philipp Hofmann in Regensburg, bei seinem Saisondebüt, im Fokus aller KSC-Fans stand - verständlich, denn: Die vergangenen Wirrungen um den Stürmer hatten große Wellen geschlagen.

Erst wollte er weg zu Union Berlin, dann platzte der Deal, "Hoffi" bekannte sich dann öffentlich zum KSC. Kurz danach wurde bekannt, dass Hofmann oder sein Berater zu diesem Zeitpunkt wohl schon Gespräche mit dem Hamburger SV führten.

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Wenig Bindung zum Regensburg-Spiel

Irgendwo verständlich, denn der 27 Jahre alte Hofmann hätte sowohl in Berlin als auch in Hamburg locker 30.000 Euro monatlich mehr verdient als beim KSC. Dennoch bleibt ein Wechsel aus, das Transferfenster ist seit Montag geschlossen - Hofmann spielt weiter für die Blau-Weißen. Über seine Zukunft sagt er nun: "Ich habe einen Vertrag beim KSC und werde, genauso wie letzte Saison, alles für ihn geben."

Kopfballduell zwischen Philipp Hofmann (KSC 33) und Robin Bormuth (KSC32)
Der Stürmer Philipp Hofmann mit einem Mitspieler beim Training | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Bei seinem ersten Ligaeinsatz in dieser Saison in Regensburg war er darum auch absolut bemüht - hin und wieder sogar etwas torgefährlich. "Hoffi" wollte den Ball, machte das auch lautstark deutlich, doch vom im Moment indisponierten KSC-Mittelfeld kamen kaum gute Pässe. So fand er wenig Bindung zum zerfahrenen KSC-Spiel.

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Dass er körperlich nicht fit war - zuvor hatte er sich noch von einer Grippe erholt - belegen die "nur" 8,66 Kilometer Laufleistung. Sonst spult er wesentlich mehr Meter ab. Drei Torschüsse bei so wenig Unterstützung vom Rest-Team - in Ordnung. Aber nur 25 Ballkontakte während des kompletten Spiels - nicht besonders beeindruckend.

"Es war wichtig, dass er dabei war"

Die Zweikampfquote von 45 Prozent ist für den Stoßstürmer allerdings gut, belegt sie doch, dass er alles gab und gewinnen wollte. "Insgesamt merkte man ihm an, dass er wegen des Infekts sechs, sieben Tage vom Training raus war. Dass er in Sachen Körperlichkeit nicht so war, wie vor der Erkrankung. Aber: Es war sehr wichtig, dass er dabei war", so die Analyse von Trainer Christian Eichner. Und weiter: "Es war für ihn extrem schwer, er wurde stellenweise von drei Mann bearbeitet. Er war oft da, wenn er auch nicht traf."

Christian Eichner
Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Die wichtigste Szene folgte nach 52 Minuten: Elfmeter für den KSC. Freiwillige Schützen im Team? Keiner hebt den Finger. Hofmann übernimmt Verantwortung, schnappt sich die Kugel - und verschießt. "Das war tragisch, die klarste Chance nicht zu nutzen. Der Elfer hätte uns zurückführen können", sagt Eichner.

Torwart Alexander Meyer (2.v.l.) jubelt neben Christoph Moritz (l) und Sebastian Nachreiner nach seinem gehaltenen Elfmeter.
Torwart Alexander Meyer (2.v.l.) jubelt neben Christoph Moritz (l) und Sebastian Nachreiner nach seinem gehaltenen Elfmeter. | Bild: Armin Weigel/dpa

Aber, dass Hofmann "die Verantwortung übernahm, nach den letzten Tagen und Wochen, nötigt mir den größten Respekt ab. Ich bin froh, dass Philipp in unserer Mannschaft ist. Tragisch, dass er leider verschossen hat. Aber nochmals: Chapeau, dass er sich den Elfmeter nimmt", so der Trainer weiter.

Ohne Hofmann geht nichts

Danach ein Frustfoul von Hofmann an Regensburgs Innenverteidiger Nachreiner - gelb für den Angreifer. Gut, dass er sich danach im Griff hatte, nicht nochmals foulte und vom Platz flog. Denn klar ist: Trotz Wechselwille und Torlosigkeit - ohne ihn geht nichts beim KSC.

Philipp Hofmann (KSC 33) im Lauf.
Wegen Krankheit konnte Hofmann beim Spiel keine körperliche Höchstleistung bringen. (Symbolbild) | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Hofmann verbreitet Zuversicht, glaubt, dass der KSC nach der Länderspielpause besser, erfolgreicher werde und dann das erste Saisontor erzielt wird - und mit den Toren käme das so wichtige Selbstvertrauen.