„Der Kapitän geht von Bord!“, titelte der KSC Anfang des Jahres auf seiner Webseite. Nach 14 Jahren Fußballkarriere ist Schluss für Jérôme Gondorf, der gebürtige Karlsruher beendet seine aktive Profilaufbahn. Zumindest in seiner Heimatstadt möchte manch ein KSC-Fan wehmütig denken. Das letzte Profispiel in der Karriere des 36-Jährigen war dementsprechend emotional. Doch jetzt gibt es noch ein Nachspiel und das ist unschön: Gondorf verklagt den KSC.
Wir nehmen das zum Anlass, um einen Blick darauf zu werfen, wer Jérôme Gondorf ist und wie seine Karriere ablief. Wir verraten, wo „Jego“ das Kicken lernte, welche Stationen er durchlief, um in die Bundesliga zu kommen, und welcher Trainer ganz besonders wichtig für die Karriere des defensiven Mittelfeldmanns war.
Jérôme Gondorf: Wo seine Fußballkarriere begann
Das Fußballspielen gelernt hat der junge Jérôme Gondorf laut dem Portal transfermarkt.de in der Jugend des TSV Palmbach im beschaulichen Karlsruher Süden. Ein Wechsel zu einem größeren Klub folgt verhältnismäßig spät. Gondorf wechselt 2005 ins defensive Mittelfeld der U19 Jugendmannschaft des KSC. Beim Platzhirsch kann er sich in jungen Jahren aber noch nicht durchsetzen. Aus der Jugendliga wechselt Gondorf 2007 ablösefrei zum SV Spielberg in die Verbandsliga Nordbaden.
Bei diesen Vereinen hat Jérôme Gondorf gekickt
Auch hier hält es Gondorf nicht lang. Aus der Provinz wechselt er 2008 zurück in seine Heimatstadt, diesmal zum ASV Durlach. Hier spielt der damals 20-Jährige in der Oberliga von Baden-Württemberg. Aus Durlach wagt sich der junge Spieler weiter in Richtung Profigeschäft vor. 2010 wechselt er zu den Stuttgarter Kickers, in die Regionalliga Süd. Bei den „Blauen“ unterschreibt Gondorf seinen ersten Profivertrag, wie er im Gespräch mit dem Karlsruher Lokal-Radiosender Die neue Welle verriet.
Dieser Trainer war so wichtig für ihn
Für den großen Erfolg braucht es neben Talent und Fleiß auch immer ein Quäntchen Glück - und Menschen, die einen fördern. Für Jerôme Gondorf ist der ehemalige Karlsruher Profispieler und Trainer Dirk Schuster so eine Schlüsselfigur. Dieser habe ihn von Stuttgart mit nach Darmstadt in die dritte Liga genommen - und ihm eine weitere Tür zur deutschen Fußballspitze geöffnet. „Schuster hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin. Er fordert einen unbändigen Willen ein. Das hat mich gefördert und dafür bin ich ihm ewig dankbar“, so Gondorf beim Lokalradio.
Das sind die größten Erfolge von Jérôme Gondorf
Auch bei Darmstadt kickt Gondorf auf seiner Stammposition im defensiven Mittelfeld. Bei den Südhessen verbucht er seinen wohl größten Erfolg, den Aufstieg in die Fußballbundesliga. „Mein schönster Moment“, wie er im Interview mit trainersuchportal.de verrät.
In Darmstadt wird die Bundesliga auf den Fußball-Parvenü aufmerksam. Für die Spielzeit 2017/2018 kauft Erstligist Werder Bremen den Profi vom Fleck weg - und zwar für eine Ablösesumme von 1,2 Millionen Euro. Es beginnt ein neues Kapitel in der Karriere von Gondorf, wie er die Zeit an der Weser gegenüber Die neue Welle resümiert: „Relativ platt gesagt war dort alles größer, alles professioneller und gar nicht mal unpersönlicher. Mir war relativ schnell klar, dass ich dort spielen möchte. Es hat sportlich, aber auch privat mit meiner Frau in der Stadt ganz gut gepasst.“
Vom SC Freiburg zurück in die Heimat
Nach der Station bei Werder Bremen geht es zurück in den Süden Deutschlands. 2019 wechselt er laut transfermarkt.de für 1,3 Millionen Euro zum SC Freiburg, wo er unter Kulttrainer Christian Streich im gewohnten defensiven Mittelfeld spielt. Für ein Leihgeschäft nähert sich Gondorf für die Spielzeit 2019/2020 seinem Heimatklub, dem Karlsruher KSC, der ihn nach der Saison für eine halbe Million Euro abkauft.
Ganze vier Jahre steht der mittlerweile nun 36-jährige Mittelfeldmann im Dienst des KSC. Doch im Sommer 2024 ist Schluss mit dem Profifußball. Der Zweitligist muss sich einen neuen Kapitän suchen. Die Klub-Seite zitiert ihn mit den Worten: „Ich werde dem Fußball natürlich erhalten bleiben, werde weiter Fan des KSC bleiben, aber ich habe die Entscheidung aus tiefstem Herzen getroffen, dass nun Schluss ist, ich auf meinen Körper höre und ich mich mehr meiner Familie widmen kann.“
Für viele unerwartet kam es nach dem Abgang von Ex-KSC-Kapitän Jérôme Gondorf zu einem Zerwürfnis mit dem Verein. Der Spieler will seinen Heimatklub wegen Vertragsbruch verklagen. Alle neuen Updates im Fall Gondorf, lesen sie bei uns im Liveticker.
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