Von der Fernbusstation am Karlsruher Hauptbahnhof aus bringen täglich Busse unterschiedlicher Firmen Reisende quer durch Deutschland und Europa: Hamburg, Rostock, Köln oder London, Rom und Wien.

Genug Platz, Disziplin, Pünktlichkeit

Das Preisleistungsverhältnis ist meist indiskutabel gut. Für 25 Euro kam ich nach Berlin und das sogar recht kurzfristig (Buchung eine Woche vor Abfahrt) - in dieser Preisklasse ein Ding der Unmöglichkeit als Alleinreisende/r, egal ob mit Bahn, Flugzeug oder Auto. Der Platz ist, je nach Bus und Betrieb, angemessen und ausreichend. Auf dem Weg nach Berlin konnte ich zwei Sitze und eine Steckdose nutzen. Auf dem Rückweg war der Bus kein Doppeldecker und so hatte ich nur einen Platz und keinen Strom. Trotzdem war die Fahrt keine Tortur.

Nach Karlsruhe wird an drei weiteren Stationen gestoppt. Bei der Dritten hatte ich auch das "Begrüßungssprüchle" des Fahrers fast auswendig gelernt. Er weist freundlich darauf hin, dass man(n) im Sitzen pinkeln möge und der Toilettendeckel unbedingt beim Verlassen der Örtlichkeit heruntergeklappt werden soll - wer weiß, was sich Vandalen da schon erlaubten... An sich waren Hin- und Rückfahrt angenehm, der Bus kam jeweils sehr pünktlich. Gerade, wenn man an einem Startpunkt (wie Berlin einer ist) einsteigt, sollte deshalb auf rechtzeitiges Erscheinen geachtet werden, denn auf Nachzügler wird nicht gewartet und das Ticket verfällt natürlich entsprechend. Dann kann der günstige Tarif gleich mal auf etwa 50 zusätzliche Euro wachsen.

Von riechendem Käse und Nackenschmerzen

Nachteile sind offensichtlich: Mindestens acht Stunden Busfahrt - abhängig von der Verkehrslage - sind nicht zu unterschätzen. Damit ist nicht nur ein ganzer Tag verschenkt, sondern auch einige Anstrengung verbunden. Denn nach langem Sitzen und eventueller Nackenverspannung nach kurzen Schlafphasen (wenn der Kopf rhythmisch gegen die Scheibe knallt)  ist man bei der Ankunft doch recht ausgelaugt. Auch die Sitznachbarn kann man sich nicht immer aussuchen. Beispielsweise saß vor mir ein französisches Alternativ-Backpacker-Paar, das verdächtig nach "Nicht-nur-Tabak" roch und in regelmäßigen Abständen, sagen wir, geruchsintensiven Käse verzehrte. Aber auch damit konnte ich mich irgendwie abfinden. Immerhin ist der Bus klimatisiert und Gerüche verteilen sich schnell.

Generell ist es ein interessanter Gesellschafts-Potpourri, der sich da tummelt. Vom Rentner zur Familie, vom Backpacker zum Student - es ist alles vertreten.

Aber ist es das ultimative Verkehrsmittel für jedermann? Wohl kaum - Geschäftsreisen mit dem Bus oder Wochenendkurztrips mit einer ganztägigen Anreise sind sicherlich keine Option. Vor allem ist es eben eine unkomplizierte und wirklich günstige Art zu reisen. Wer es nicht eilig hat, nicht menschenscheu ist und gerne Landschaften von der Autobahn aus genießt, der ist mit einem Fernbus sicherlich gut bedient!

Die Autorin nutzte den Service von meinfernbus.de um von von Karlsruhe nach Berlin und zurück zu fahren. Vom Standort Karlsruhe fahren Fernbusse verschiedener Firmen zu einer Vielzahl von Zielen in Deutschland und Europa. Auskünfte über Verbindungen bietet beispielsweise das Karlsruher Unternehmen busliniensuche.de.

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