Bereits heute gilt die Belastung durch den Verkehr rund um das Areal an der Durlacher Allee und dem Weinweg, auf dem im Sommer 2017 ein Ikea-Möbelhaus eröffnen soll, als hoch. Schon im November erhitzte der Verkehr bei einer Bürgerversammlung zum Ikea-Neubau die Gemüter.

RVMO zweifelt nicht am Standort

Laut einem Umweltbericht des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein (RVMO) fahren auf der Durlacher Allee in diesem Bereich täglich etwa 45.000 Autos - auf dem Weinweg sind es rund 17.000. Auch die angrenzende Gerwigstraße ist mit 16.700 Fahrzeugen schon zur Zeit stark belastet. Durch die Ansiedlung von Ikea werden laut Umweltbericht von Montag bis Donnerstags rund 4.400 zusätzliche Autos erwartet. Freitags rechnen die Experten, die sich auf ein aktuelles Verkehrsgutachten berufen, gar mit 5.000 zusätzlichen Autos - samstags mit bis zu 7.100.

Eine zusätzliche Belastung, die vor allem die Luftqualität in diesem Gebiet verschlechtern wird: "Insgesamt bestehen infolge des Verkehrsaufkommens hohe Schadstoffbelastungen", heißt es im Bericht. Besonders die Belastung durch sogenannte Stickstoffdioxide nimmt "erheblich zu". Dennoch hat der RVMO am Standort keine Zweifel. Bereits heute habe das Gebiet weder in Sachen Luftqualität noch in Sachen Lärm eine Erholungsfunktion, heißt es im Bericht.

"Gebiet ist ein "regionalplanerischer Traumstandort"

Doch der schlechten Luftqualität stehen aus Sicht der Experten mehr Faktoren entgegen, die für den Ikea-Standort im Karlsruher Osten sprechen. So befinde sich kein Natur- oder Landschaftsschutzgebiet auf dem Areal. Ebenso gebe es kein gesetzlich geschütztes Biotop. Ein weiteres wichtiges Argument führt der RVMO ins Feld: Das Areal ist bereits vollständig versiegelt. Auch sei das Gebiet schon jetzt sehr gut erreichbar - große Veränderungen in Sachen Straßen und S-Bahn-Haltestellen sind somit wohl nicht nötig.

Dazu erklärte Verbandsdirektor Gerd Hager nach der Sitzung am Mittwoch: "Neben der guten Anbindung an die Autobahn zeichnet sich das Gebiet am Weinweg durch einen hervorragenden Anschluss an den schienengebundenen ÖPNV aus. Dieser Vorteil fordert geradezu Mobilitätskonzepte zur Verringerung der Fahrten mit dem Auto."

Insgesamt weise der Bereich im Vergleich zu anderen potenziellen Standorten in der Fächerstadt aus Sicht der Umwelt günstige Eigenschaften auf, heißt es im Bericht. Verbandsdirektor Hager spricht gar von einem "regionalplanerischen Traumstandort." Die Mitglieder des RVMO-Planungsausschusses sprachen sich am Mittwoch einstimmig für eine erforderliche Veränderung des Regionalplans aus.

Im Zuge des geplanten Ikea-Neubaus in Karlsruhe hat das Unternehmen in einer gemeinsamen Aktion mit ka-news ein Ikea-Bürgerforum eingerichtet. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich ausführlich über die geplante Ikea-Ansiedlung in Karlsruhe zu informieren, Fragen zu stellen und Anregungen und Kritik zu äußern. Hier geht's zum Ikea-Bürgerforum!

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