Die Eröffnung eines entsprechenden Verfahrens hat die AG heute beim zuständigen Amtsgericht beantragt. Die Insolvenzanmeldung betrifft ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG werde keine Insolvenz beantragt. "Operativ hat die Insolvenz der AG keinen Einfluss auf die Tochtergesellschaften. Das Geschäft wird vollumfänglich weitergeführt", heißt auf Nachfrage von der Beate Uhse AG.

Filialen nicht von Insolvenz betroffen

Die Beate Uhse AG ist eine Holding mit administrativen Aufgaben, sie soll durch das Insolvenzverfahren nachhaltig saniert werden. Für das operative Geschäft offline sowie online sind die zahlreichen Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG zuständig - sie sind von der Insolvenz nicht betroffen. "Es werden keine Filialen schließen", so das Unternehmen gegenüber ka-news. Auch die Filiale in der Karlsruher Waldstraße bleibt für Kunden geöffnet.

Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen, so das Unternehmen. "Unser Ziel ist es, im Rahmen des Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die operative und finanzielle Sanierung der Beate Uhse AG nachhaltig und zügig umzusetzen", sagt Specht in einer aktuellen Pressemeldung ,"wir haben damit einen Weg eingeschlagen, bei dem wir sehr zuversichtlich sind, die Unternehmensgruppe als Ganzes sanieren zu können"

Insolvenz-Ursache: Unternehmensanleihe

Die Beate Uhse AG habe im Jahr 2014 eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 30 Millionen Euro und einer Laufzeit bis 2019 ausgegeben. In den letzten Monaten habe sich die Gesellschaft in Abstimmung mit dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger und wesentlichen Anleihegläubigern um eine Restrukturierung der Anleihe bemüht und Verhandlungen mit einer Investorengruppe über eine Finanzierungsaufnahme geführt, erklärt das Unternehmen gegenüber ka-news weiter. 

In diesen fortgeschrittenen Verhandlungen habe man laut Beate Uhse AG zuletzt keine Einigung erzielen können, die geplante Restrukturierung der Anleihe sei nicht mehr umsetzbar gewesen und die Zahlungsunfähigkeit der AG drohte einzutreten. Die in der Holding beschäftigten Mitarbeiter sollen für die kommenden drei Monate durch das zu beantragende Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert sein, verkündet das Unternehmen in einer Pressemeldung.

ka-news-Hintergrund

Die Karlsruher Filiale von Beate Uhse eröffnete im September 2014 in der Karlsruher Waldstraße. Die Ansiedlung des Erotikgeschäfts sorgte für einige empörte Gemüter. Der Shop zog damals vom Ende der Kaiserstraße, nähe Kronenplatz, in die als gehoben geltende Einkaufsstraße Waldstraße. Nach anfänglichen Berührungsängsten legte sich die Aufregung um die neue Filiale der Erotik-Kette.

Über die Beate Uhse AG: Das Unternehmen Beate Uhse wurde 1946 gegründet und ist als europaweit tätiger Erotikkonzern heute mit rund 345 Mitarbeitern (FTE) in sieben Ländern aktiv. Seit Mai 1999 ist die Aktie der Beate Uhse an der Frankfurter Börse gelistet.
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