Pornoheftchen, Video-Kabinen, Lack und Leder: Das gängige Klischee eines heruntergekommenen, zwielichtigen Erotik-Ladens scheint auch heute noch in vielen Köpfen verankert. Das zumindest ist das Ergebnis einer ka-news-Umfrage in der Waldstraße, dort wo sich bald Strickwaren und Edelschmuck einen Bürgersteig mit Sextoys teilen müssen.

Beate Uhse versteht Anti-Stimmung nicht

"Ein Sexshop im Herzen von Karlsruhe geht gar nicht und dann erst recht nicht in der Waldstraße", so ein Passant auf Nachfrage - er möchte lieber anonym bleiben, ebenso wie ein zweiter Gegner der Erotik-Ansiedlung: "Ich will hier gut einkaufen gehen und nicht an billigen Dessous vorbeilaufen müssen." Bisher war ein Laden der Kette in einem eher unscheinbaren Gebäude am weniger exklusiven Ende der Kaiserstraße (nahe Kronenplatz) angesiedelt - wenig Trubel, viel "Verkehr".

Die Antistimmung aus der Nachbarschaft kann man sich bei Beate Uhse nicht wirklich erklären. "Wir sind schon länger kein Schmuddel-Laden mehr", erklärt Schink - "statt Video-Kabinen und Porno-Leinwände gibt es bei uns mittlerweile hauptsächlich Dessous und Lovetoys - wir haben mittlerweile ein edles und dezentes Image."

"Wir hatten Karlsruhe nicht als spießig eingeschätzt"

Die Kundschaft bestehe heute zu 80 Prozent aus Frauen, die bei der ganz normalen Shoppingtour durch die City eben auch durch die Erotik-Abteilung schlendern möchten. "Die Gesellschaft ist im Laufe der Jahre viel offener geworden, Vorurteile und Ekel gegenüber Sextoys und Co. gibt es kaum noch - das ist mittlerweile ein ganz normales Gewerbe", so die Pressesprecherin weiter.

Außer in Karlsruhe: "Das ist tatsächlich das erste Mal in meiner Laufbahn, dass ich von Anfeindungen und Berührungsängsten aus der künftigen Nachbarschaft höre - Karlsruhe war uns nicht als besonders spießige Stadt bekannt." Eigentlich, so Schink, sei eine solch altmodische Einstellung ausgestorben.

Dennoch hoffe man auch eine friedliche Zukunft in der Waldstraße: "Vielleicht liegt es daran, dass der derzeitige Lagerverkauf in dem noch unrenovierten Laden unattraktiv wirkt - da kann ich die Leute aber beruhigen: Der Shop im Endzustand wird zur Hochwertigkeit der Einkaufsstraße passen und nicht schmuddelig wirken." Die anfängliche Scheu, so glaubt Schink, werde sich nach der Eröffnung legen.

Zuversichtlich ist auch ein Nachbar im Gespräch mit ka-news, der jedoch anonym bleiben möchte: "Mich stört der Laden überhaupt nicht, ich wohne im Haus gegenüber!"

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