Ein großes Gemeinschaftszelt als Knotenpunkt der Protestaktion, eingerahmt von vielen kleinen Zelten, die als Schlafstätten dienen sollen - dieses Bild könnte ab Samstagnachmittag ein alltäglicher Anblick am Karlsruher Schloss werden. Der Grund: In einer Kooperation von Fridays for Future, Seebrücke, Greenpeace, des Klimakollektivs und "einiger engagierter Privatpersonen" soll dann das erste Klimacamp in Karlsruhe entstehen.

Demonstranten wollen dabei ein langfristig bestehendes Camp auf dem Schlossplatz einrichten und besetzen. Konzepte wie diese wurden bereits in mehreren Städten des Deutschlands realisiert. "Die bereits bestehenden Klimacamps in Augsburg und Nürnberg dienten uns unter anderem als Vorbilder. Wir stehen auch mit diesen Camps in Kontakt", so die Pressesprecherin des Karlsruher Klimacamps, Neele Haß.

"Wir fordern ein geschärftes Klimaschutzgesetz in Karlsruhe"

Doch was ist der Zweck einer solchen Protestaktion? Laut Haß gehe es vor allem darum, Aufmerksamkeit für den Klimaschutz zu erregen: "Wir fordern ein geschärftes Klimaschutzgesetz in Karlsruhe. Bisher wurde noch nicht konsequent genug gehandelt, um das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen. Und das, obwohl das Bundesverfassungsgericht die Klimaklage angenommen hat."

Der Briefkasten des BVerG
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

Gegen diese Inkonsequenz wolle man nun protestieren. Gleichzeitig sei es wichtig, Informationen zu verbreiten, Aufmerksamkeit zu schaffen und den Dialog zu suchen. "Wir haben Workshops und Kundgebungen geplant, während das Klimacamp Karlsruhe fortbesteht", so Haß.

"Wir werden bleiben, bis ihr handelt"

Konkrete Lösungsansätze, wie man die Forderungen erreichen wolle, gebe es vonseiten des Klimacamps laut Haß aber noch nicht: "Die genauen Maßnahmen sollen innerhalb des Klimacamps aktiv im Dialog erarbeitet werden." Alle Karlsruher seien daher ebenfalls eingeladen, das Klimacamp zu besuchen, um mit den Aktivisten zu sprechen.

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Ein jetzt schon erarbeitetes Motto des Klimacamps sei dabei: "Permanente Krisen erfordern permanenten Protest." Und so ist es Ziel der Organisationen, so lange vor dem Schlossplatz zu kampieren, bis die Klimaneutralität erreicht ist, so Haß.

"Die Klimaklage war die Bestätigung, dass sofort und nicht erst in Zukunft gehandelt werden muss. Und wir werden bleiben, bis ihr handelt", sagt die Sprecherin im Gespräch mit ka-news.de, nach eigener Angabe an die Politik gewandt.

Zelte sollen 24 Stunden am Tag besetzt sein - auch Karlsruher können mitmachen

Hierfür soll das Camp ab Samstag 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche besetzt sein, die Schlafzelte jeden Tag ausgelastet, so Neele Haß. "Natürlich werden nicht immer dieselben Leute das Camp besetzen. Es ist uns durchaus wichtig, Abwechslung zu schaffen."

Blick über das Schloss, daneben das Bundesverfassungsgericht, dahinter der Stadtteil Innenstadt-West.
Am Schlossplatz wollen die Aktivisten ihr Camp aufbauen. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Eine Besonderheit dabei sei, dass diese Möglichkeit der Übernachtung nicht alleine den Organisatoren vorbehalten ist. "Jeder, der sich engagieren möchte, kann sich bei uns melden und das Klimacamp mit uns besetzen", so Haß. "Das Camp wird sich im Lauf der Zeit erweitern."

Sicherheitskonzept noch nicht fertig ausgearbeitet

Dies solle aber keineswegs als Aufforderung verstanden werden, eigene Zelte ohne Ankündigung aufzustellen. "Wir sind trotz allem eine Protestaktion. Keine Einladung, um lustig zu zelten." Die Corona-Verordnung soll dabei nicht vernachlässigt werden.

Es existiere laut Haß bereits ein Hygienekonzept, dass aus "den üblichen Abstandsregelungen, Maskenpflicht, einer kostenfreien Ausgabe von Desinfektionsmitteln und genügend Raum zwischen den Schlafzelten" bestehe.

Doch da bleibt noch die Frage der Sicherheit: Wie sollen das Camp und seine Bewohner - vor allem nachts - geschützt werden? Hier sei noch nicht alles final geklärt, so Haß gegenüber ka-news.de. Ein Sicherheitskonzept werde derzeit noch mit der Stadtverwaltung besprochen.

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