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Karlsruhe: "Wir beseitigen Altlasten" - wie der Karlsruher Hardtwald nach und nach vom Atommüll befreit wird

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"Wir beseitigen Altlasten" - wie der Karlsruher Hardtwald nach und nach vom Atommüll befreit wird

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    Lagerung des radioaktiven Abfalls in Containern in der KTE.
    Lagerung des radioaktiven Abfalls in Containern in der KTE. Foto: Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH

    "Es war der damalige Bundesminister für Atomfragen, Franz Josef Strauß, der das Atomkraftwerk im Hardtwald und die dazugehörigen Labore 1956 einweihte und als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete", sagt Iris Graffunder, Geschäftsführerin der KTE. "Nun haben wir aber seit der Abschaltung des letzten Kraftwerkes im Jahr 1991 nukleare Altlasten im Raum Karlsruhe, die es gilt zu beseitigen."

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    Foto: Metzger, Wolfgang

    Um den Fortschritt dieser Aktion genauer darzustellen, lud die KTE am vergangenen Mittwoch zu einer Konferenz ein. Grundsätzlich seien die Fortschritte auch spürbar. "Bis 2067 wollen wir die letzten Arbeiten fertiggestellt haben. Das bedeutet, dass acht nukleare Anlagen dekontaminiert, geleert, versiegelt und letztendlich abgerissen werden sollen."

    Verschiedene Fortschritte auf verschiedenen Gebieten

    Dazu gehörten drei Kernkraftwerke, ein Labor, Abfallbehandlungseinrichtungen, Heiße Zellen und die Wiederaufbereitungsanlage. All diese Einrichtungen befinden sich - mit Ausnahme der zweiten Forschungsreaktors - im Rückbau. Sämtliche hochradioaktiven Materialein seien laut Graffunder bereits abtransportiert.

    "Parallel zum Rückbau planen wir auch zwei neue Bürogebäude und Werkshallen. Der am Standort gelagerte schwach- und mittelradioaktive Abfall wird bis 2027 ins dann fertiggestellte Endlager im niedersächsischen Salzgitter transportiert wird", so Graffunder.

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    Foto: Metzger, Wolfgang

    Diese sollen auf den Fundamenten der bereits abgerissenen Kernanlagen entstehen und den Rückbau der Nuklearforschungsanlagen zukünftig begleiten soll. "Wir müssen jedes unserer Aufgabengebiete stets auf dem neusten Stand halten", erklärt Graffunder dazu. "Daher möchten wir nicht nur im eigentlichen Rückbau, sondern auch in der Informationsübermittlung und der PR modern bleiben."

    "Sicher und transparent"

    Immerhin sei es laut der Geschäftsführerin wichtig "unsere Aufgabe sicher, effizient und für die Öffentlichkeit transparent zu erfüllen." Dabei sei auch der Umweltschutz ein wichtiger Aspekt, der berücksichtigt werden müsse. Besonders bei radioaktivem Material dürfe man laut den Anwesenden keine Risiken in Kauf nehmen.

     "Deshalb wurde der hochradioaktive Material auch zum sicheren Transport aufbereitet. Schon 2010 wurde der Abfall in der Wiederaufbereitungsanlage dazu in eine Glasform kristallisiert."

    Erst wenn das verbleibende Material vollständig aufbereitet und abtransportiert wurde, könne man auch diese Anlagen schließen und abreißen. Tatsächlich scheinen die Umweltschutzmaßnahmen der KTE auch bei einigen Organisationen, die sich diesem Ziel ebenfalls verschrieben haben, auf Zustimmung zu stoßen.

    Der Bund befürwortet die Arbeit der KTE

    So spricht sich auch der anwesende oberrheinische Vorstand des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund), Harry Block für die Arbeit der KTE aus. "Atomkraft ist die gefährlichste und teuerste Methode, um Wasserdampf zu erzeugen. Umso glücklicher bin ich, dass die hiesigen Mitarbeiter Schwerstarbeit leisten um, uns von dieser Gefahr zu befreien", sagt er.

    Harry Block
    Harry Block Foto: Lars Notararigo

    "Viele der jüngeren Generation wissen gar nicht um die Gefahr der Atomkraft, sie haben Tschernobyl nicht erlebt und Fukushima war zu weit entfernt. Sie wissen gar nicht, wie viel wir Alten ihnen eigentlich aufgebürdet haben. Umso wichtiger finde ich es, der Atomkraft zu entsagen und kommenden Generationen nicht noch mehr gefährliche Abfälle mit mehreren Milliarden Jahren Strahlkraft zu hinterlassen."

    Denn auch wenn die Vertreter von Blocks Generation die 2060er-Jahre vermutlich nicht erleben werden, so sei es doch eine Erleichterung, dass die Produktion von Atommüll auf lange Sicht der Vergangenheit angehören werde.

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