Karlsruhe "Kein dringender Tatverdacht gegeben": Hatte Dasbar W. wirklich einen Anschlag auf die Karlsruher Eiszeit geplant?

Im Jahr 2017 wurde das weihnachtliche Treiben in Karlsruhe von einem traurigen Vorfall überschattet: Der damals 28-jährige Dasbar W. soll einen Anschlag auf die Eiszeit vor dem Schloss geplant haben. Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart steht er dafür vor Gericht. Doch das ist von der Schuld des Angeklagten plötzlich nicht mehr restlos überzeugt.

Dasbar W. wurde vorgeworfen, geplant zu haben, mit einem Auto in den Bereich vor der Stadtwerke Eiszeit vor dem Schloss zu rasen, um möglichst viele Menschen zu töten. Die Eislaufbahn war daher Anfang Dezember 2017 evakuiert worden. Am 20. Dezember konnte der Tatverdächtige in Karlsruhe festgenommen werden, sitzt seitdem in Haft.

"Kein dringender Tatverdacht gegeben"

Seit vergangenem November wird der Fall vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart verhandelt. Neben dem Anschlag auf die Eiszeit wurde ihm auch eine Mitgliedschaft in der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) vorgeworfen. Doch nun wurde der Haftbefehl am 17. September plötzlich geändert. Darüber berichtete am Dienstag der Südwestrundfunk (SWR).

Bild: Thomas Riedel

Matthias Merz, Sprecher des OLG, bestätigt gegenüber ka-news.de: "Für den Senat ist ein dringender Tatverdacht nicht gegeben. Die Verdachtsmomente haben sich geändert." Der mutmaßlich geplante Anschlag in Karlsruhe sei nun also nicht mehr Teil des Haftbefehls, auch der Vorwurf der IS-Mitgliedschaft sei laut Merz in "Unterstützung des IS" geändert worden. 

Fällt das Urteil noch in diesem Jahr?

Doch warum die plötzliche Änderung? Nach Aussage des OLG-Sprechers könnte die nicht-öffentliche Vernehmung einer sogenannten Vertrauensperson der Polizei zur Abmilderung des Haftbefehls beigetragen haben. Diese "V-Person" sollte das Vertrauen des Angeklagten gewinnen. Was dabei aber genau zur Änderung des Haftbefehls geführt haben soll, ist laut Matthias Merz nicht bekannt.

Bild: Reiff

Und wie geht es jetzt mit dem Verfahren weiter? "Die Verhandlung wird ganz normal fortgesetzt", so Merz gegenüber ka-news.de. Ob in diesem Jahr noch ein Urteil zu erwarten ist, kann aber noch nicht abgeschätzt werden. "Es existieren Termine bis ins nächste Jahr hinein. Es kann sein, dass es schneller geht, kann aber auch noch so lange dauern - je nachdem, ob noch weitere Beweismittel auftauchen." Ob Dasbar W. für schuldig befunden wird, soll nach Angaben des OLG-Sprechers dann geprüft werden.

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