Dasbar W. wird laut Bundesanwaltschaft am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihm den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler habe er erwogen, mit einem Fahrzeug einen Anschlag auf die Stände rund um die Eisfläche auf dem Karlsruher Schlossplatz zu begehen.

Ab Ende August 2017 habe er die Örtlichkeiten rund um das Karlsruher Schloss ausgekundschaftet. Seit September habe er sich vergeblich bei verschiedenen Paketdiensten um eine Anstellung als Fahrer beworben. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hat er die deutsche Staatsbürgerschaft.

Aktualisierung 22.09 Uhr: IS seit 2015 unterstützt

Laut Bundesanwaltschaft hat Dasbar W. im Zeitraum von April bis Juli 2015 hauptsächlich von Deutschland aus den sogenannten Islamischen Staat unterstützt, indem er Propaganda-Videos erstellte und diese auf mehreren Internetplattformen verbreitete. Zudem übermittelte er an die Teilnehmer einer Chatgruppe Propagandamaterial des "IS", um diese im Sinne der Ideologie der Terrororganisation zu motivieren. Ihnen vermittelte er auch Kenntnisse zur Verschleierung von IP-Adressen sowie zur Handhabung von sogenannten Messenger-Diensten.

Im Juni 2015 verließ Dasbar W. Deutschland in Richtung Irak. Im März 2016 kehrte er für kurze Zeit nach Deutschland zurück und reiste im Juli 2016 erneut in den Irak aus. Dort schloss er sich dem "Islamischen Staat" an. Er wurde an Schusswaffen ausgebildet und spionierte für die Vereinigung in der irakischen Stadt Erbil mögliche Anschlagsziele aus.

Ab Juli 2017 hielt sich Dasbar W. wieder in Deutschland auf. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft hat er erwogen, unter anderem mit einem Kraftfahrzeug einen Anschlag auf die Stände rund um die Eisfläche auf dem Karlsruher Schlossplatz zu begehen. Dazu kundschaftete er ab Ende August 2017 die Örtlichkeiten rund um das Karlsruher Schloss aus. Seit September 2017 bewarb er sich - allerdings vergeblich - bei verschiedenen Paketdiensten um eine Anstellung als Fahrer.

Aktualisierung 22.31 Uhr: Durchsuchung in Rüppurr

Dasbar W. gilt für die deutschen Behörden wohl schon lange als islamistischer Gefährder. Seine Wohnung in Karlsruhe-Rüppurr wurde heute durchsucht.

Ob der geplante Anschlag mit der Sperrung der Eisbahn auf dem Karlsruher Schlossplatz am 4. Dezember zu tun hat, ist noch offen. Eine Frau hatte sich an dem Tag bei der Polizei gemeldet, nachdem sie eine verdächtige Äußerung mitgehört hatte. Die Polizei hatte anschließend die Eiszeit gesperrt, allerdings keine Gefährdung feststellen können. 

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Dasbar W. wird laut Bundesanwaltschaft am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihm den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird. Die Eiszeit soll am morgigen Donnerstag nach derzeitigem Stand regulär öffnen. Hier geht es zur Webcam mit Blick auf die Eiszeit.

Aktualisierung, 8.17 Uhr: "Erfolgreicher Schlag gegen Islamismus"

Am Donnerstagmorgen meldet sich der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl in einer Pressemeldung zu Wort: "Den Sicherheitsbehörden ist ein erfolgreicher Schlag gegen den Islamismus gelungen. Wir hatten es mit einer sehr ernsten Bedrohung zu tun, der wir mit Wachsamkeit begegnet sind", wir er in einer Pressemeldung zitiert wird.

Weiter: "Die Sicherheitsbehörden hatten den Tatverdächtigen genau im Blick und haben akribisch und umfangreich ermittelt. Mit Erfolg: die Ermittlungen haben den Verdacht erhärtet, dass der nun festgenommene die Ideologie des sogenannten Islamischen Staates vertritt und sich möglicherweise in der Vorbereitungsphase eines terroristischen Anschlags befindet."

"Unsere Sicherheitsbehörden tun alles für den Schutz der Bevölkerung – auch wenn wir eine hundertprozentige Sicherheit nicht garantieren können. Deshalb führen wir unser Leben in Freiheit auch weiterhin besonnen und klug. Angst und Verunsicherung sind jedenfalls nicht unsere Antwort!", teilt er abschließend mit.

Aktualisierung, 10.20 Uhr: LKA ermittelte intensiv seit Juli 2017

Es war ein großer Fall - das Landeskriminalamt in Stuttgart investierte seit Juli 2017 rund 83.000 Personenstunden in den Fall des verdächtigen Dasbar W. Ermittelt wird schon bedeutend länger. "Wir ermitteln seit Juli 2016 umfangreich in dieser Angelegenheit", so ein Sprecher gegenüber ka-news. Das Landeskriminalamt leitete den Einsatz der Festnahme und wurde dabei von Spezialeinheiten des Präsidiums Einsatz sowie von Einheiten des Polizeipräsidiums Karlsruhe unterstützt. Insgesamt waren rund 70 Beamte im Einsatz.

Aktualisierung, 14 Uhr: Verdächtiger in U-Haft

Gegen den tatverdächtigen Dasbar W. wurde am Donnerstag Haftbefehl erlassen, das teilt der Generalbundesanwalt in einer entsprechenden Meldung gegen 14 Uhr mit.

Mit einem speziellen Fahrzeug der Polizei wird ein Verdächtiger auf das Gelände des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe gefahren.
Mit einem speziellen Fahrzeug der Polizei wird ein Verdächtiger auf das Gelände des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe gefahren. | Bild: Christoph Schmidt

OB Mentrup: Sicherheitskonzept funktioniert

Oberbürgermeister Frank Mentrup äußert sich zum Vorfall wie folgt: "Mein Dank gilt heute der Polizei und der Bundesanwaltschaft, die durch ihre intensive Ermittlungsarbeit offenbar Schlimmeres erfolgreich verhindern konnten. Ich fühle mich dadurch in meinem Sicherheitsgefühl gestärkt. Die Festnahme des potenziellen Gefährders macht deutlich, dass die Sicherheitskräfte in unserem Land auf die Situation professionell reagieren und dass vor Ort auch die lokalen Maßnahmen greifen."

Einen Anlass, das bestehende Sicherheitskonzept auf den Karlsruher Weihnachtsplätzen zu verstärken, sieht die Stadt aufgrund des Vorfalls nicht. Das Sicherheitskonzept werde nicht verändert. Mentrup ist überzeugt, dass es den Anforderungen auch weiterhin entspricht. "Wir stehen seit Jahren mit den Kommunen im gesamten Bundesgebiet in Sachen Sicherheit in intensivem Austausch und passen die Maßnahmen den aktuellen Erfordernissen und Herausforderungen an."

Aktualisierung, 14.19 Uhr: Kein Zusammenhang mit Eiszeit-Sperrung

Nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) soll nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft unter anderem erwogen haben, mit einem Kraftfahrzeug in die Stände rund um die Eisfläche auf dem Schlossplatz zu fahren. Nach dpa-Informationen wollte er einen Pkw, Kleinbus oder Sprinter nutzen.

Der geplante Anschlag hat nach Informationen der dpa nichts mit der Sperrung der Eisbahn Anfang Dezember zu tun. Damals hatte sich demnach eine Frau bei der Polizei gemeldet und von einer Äußerung erzählt, die sie gehört hatte. Es sei bei der Bemerkung um die künstliche Eisfläche gegangen.

Spezialkräfte hatten am Mittwoch auch die Wohnung des Terrorverdächtigen nach Hinweisen durchsucht. Er wohnte alleine. Nach Angaben des Landeskriminalamts waren 70 Einsatzkräfte beteiligt. Die Ermittler stellten unter anderem mehrere Handys und PCs in dessen Wohnung sicher.

Aktualisierung, 16 Uhr: Wellenreuther lobt Polizeiarbeit

Nach der am Mittwoch erfolgten Festnahme eines Terrorverdächtigen in Karlsruhe lobt der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther die Arbeit der Sicherheitsbehörden. "Es ist offenbar gelungen, einen schweren Terroranschlag am Karlsruher Schloss zu verhindern. Deshalb gilt mein Dank allen Sicherheitsbehörden, die durch ihre gute Arbeit und ihre akribischen Ermittlungen Schlimmeres verhindern konnten."

"In diesem Fall hat die Zusammenarbeit von Polizei, Nachrichtendiensten und weiteren Sicherheitsbehörden offenbar bestens funktioniert. Das verdient Lob und Anerkennung", so Wellenreuther weiter. "Gleichzeitig ist klar, dass wir personell, materiell und rechtlich alles dafür tun müssen, dass alle Sicherheitsbehörden zu unser aller Sicherheit optimal arbeiten können."

Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt. Weitere Infos folgen, sobald sie uns vorliegen.