"Ich fühle mich einfach im Stich gelassen", erklärt ein Anwohner gegenüber ka-news.de, der hier anonym bleiben möchte. Bis zum 10. Mai sollen die Anwohner ihren Bio-, Papier- und Restmüll an die zwei eigens dafür vom Team Sauberes Karlsruhe (TSK) eingerichtete Sammelstellen bringen. Die erste Sammelstelle befindet sich gegenüber der Kreuzung Rintheimer Hauptstraße Ernststraße und die zweite an der Kreuzung Rintheimer Hauptstraße und Forststraße.

In der neuen Sackgasse wohnen laut Anwohner einige Personen, die körperlich nicht in der Lage sind, ihre Abfälle mehrere hundert Meter weit zur Sammelstelle zu tragen.
Laut eigener Aussage habe sich der Anwohner an das TSK gewannt und die Antwort bekommen, dass die Anwohner die Abfälle nicht in die Tonnen hieven müssten - nur zur Sammelstelle bringen. Alles andere übernehmen die Mitarbeiter des TSK. Eine individuelle Lösung sei beispielsweise die gegenseitige Unterstützung im Rahmen einer Nachbarschaftshilfe.
"K+G schafft das, was die Stadt mit dem TSK erst gar nicht probiert"
Das private Entsorgungsunternehmen Knettenbrech + Gurdulic (K+G) hingegen leere die Wertstofftonne vor der Haustür: "K+G schafft das, was die Stadt mit dem TSK erst gar nicht probiert", ärgert sich der Anwohner. Denn das TSK fahre nicht rückwärts - was es tun müsste um aus der Sackgasse wieder herauszukommen. Das werde nämlich laut Stadt durch die Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) verboten.

Sammelstellen blockieren Bürgersteig
Zudem sorge die Sammelstelle gegenüber der Kreuzung zur Ernststraße für weiteren Unmut. Die Mülltonnen stehen zu weit auf dem Bürgersteig. Rollstuhlfahrer, Personen mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit einem Rollator könnten sich nur schwer an den vollen Tonnen vorbeidrücken.

Die Stadt sagt dazu: "Kommt es in diesem Zusammenhang zu punktuellen Einengungen auf Geh- und Radwegen, ist es zumutbar, unter der gebotenen Sorgfaltspflicht und gegenseitiger Rücksichtnahme (§ 1 StVO) die Fahrbahn zu betreten, um den Abfallbehälter zu umlaufen."
Was für die Anwohner der Rintheimer Hauptstraße nur ein Provisorium darstellt, könnte für die Karlsruher an der Hirschbrücke Alltag werden. Hier hat das TSK aus Gründen der Arbeitssicherheit die Anfahrt bereits an mehreren Haushalten eingestellt.