Die Karlsruherinnen Manuela und Bianca Ehrbrecht verspüren nach den Geschehnissen in Berlin keine Unsicherheit auf dem Christkindlesmarkt. "Das bringt sowieso nichts. Man könnte ja sonst nirgends mehr hin gehen, nicht ins Kino, nicht an den Flughafen, dort gab es auch schon Anschläge", bekundet Bianca Ehrbrecht. Wenn jemand einen Anschlag ausüben wollte, dann würden auch die größten Sicherheitsvorkehrungen nicht helfen, meinen die beiden Frauen. Irgendeinen Weg gäbe es nämlich leider immer.

Über den Terroranschlag in Berlin sind Loredana Kehrer und Andreas Prahs traurig. Dass sie sich auf dem Weihnachtsmarkt jetzt unsicherer fühlen, würden sie so nicht sagen. "Aber die Gefährdung ist potenziell da. Wir müssen deshalb Vertrauen in Polizei und Verfassungsschutz haben." Mehr Polizeipräsenz auf den Straßen erachten die beiden jedoch nicht als nötig, weil dadurch ein Anschlag vermutlich nicht verhindert werden könne. Stattdessen halten sie die Arbeit der Polizei im Hintergrund für wichtiger und sinnvoller.

Auch Steffi Sanz-Sieczkarek läuft ohne ein mulmiges Gefühl über den Christkindlesmarkt. Zwar weiß die Karlsruherin: "Die Gefahr lauert überall", doch zuhause bleiben werde sie deshalb auf keinen Fall. Sie mache ganz normal weiter, nur vorsichtiger. "Mehr Acht geben und das Umfeld beobachten", meint sie damit. Außerdem finde sie es wichtig, die Polizei mit mehr Geld und Personal auszustatten. "Auch wenn Polizisten mit Gewehren durch die Straßen laufen, daran müssen wir uns gewöhnen. Die Sicherheit geht über alles."

Eine andere Ansicht teilen Manfred Geißer und Elke Scharff. Freiheit gehe für sie vor Sicherheit. Zeit auf dem Weihnachtsmarkt verbringen sie wie sie sagen deshalb wie bisher. Die Gefahr sei schon seit Jahren latent da, sagen die beiden, jedoch spiele in Deutschland die Freiheit zu Recht eine große Rolle. "In Karlsruhe fühle ich mich sicher", so Manfred Geißer. Elke Scharff ergänzt: "Unter einer Glasglocke leben, das geht nun mal nicht."

Trotz des Anschlags in Berlin hat Angelika Elsässer keine Angst, sich auf dem Weihnachtsmarkt aufzuhalten. "Aber man läuft nicht mehr so fröhlich wie früher über den Markt", bedauert sie. Gut findet die Pforzheimerin, dass die Stadt an die Eingänge des Christkindlesmarktes Autos als Barrieren gestellt hat. "Man ist beruhigter, wenn etwas unternommen wird. Ich versuche, ganz normal weiter zu machen."

Auch Edgar U., einen Verkäufer auf dem Christkindlesmarkt, haben wir nach seiner Meinung gefragt. Er fühle sich dann unsicher, wenn er Polizisten mit Maschinengewehren auf dem Markt stehen sehe. Dies habe er am Vortag beobachtet. Er glaube nicht, dass Terror von der Polizei verhindert werden könne. Stattdessen müsse an einem anderen Punkt angesetzt werden. Dazu zitiert er aus dem Artikel, den er gerade liest: "Mehr in Kultur investieren, weniger in Waffen."
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