"Würden die Autos nur 24 Stunden stehen und eine starke Bewegung wäre feststellbar, wäre das Ganze kein Bericht wert", erklärt Kade weiter der ka-news.de Redaktion am Dienstag, 20. August. "Aber die Fahrzeuge werden teilweise zwei, drei und sogar vier Tage ungenutzt abgestellt."

Kade ist selbst Anwohner, er habe nichts gegen gute Aktionen und befürworte das Konzept der Stadtmobile. Doch er fühle sich "als dumm abstempelt", wenn die Stadtmobile sich solche Rechte herausnehmen. Je nach Zeitraum und der bereits ausgewiesenen Stadtmobilparkplätze, handele es sich um acht Autos. "Also acht Parkplätze weniger für Anwohner und Bewohner", folgert Kade.
Laut Anwohner: Stadtmobile verstärken Parkplatzmangel
Wegen des Parkens auf dem Gehweg sind vor Jahren viele Parkplätze verloren gegangen und dafür wurden neue Parkflächen markiert.
Darum habe es tagsüber zwar den Anschein, "dass es Parkplätze ohne Ende gibt", erklärt Kade weiter. Doch das ändere sich in den Abendstunden, sobald die Anwohner nach Hause kommen. Zudem sei es nachweisbar, dass nicht alle Mieter eines roten Flitzers auch in Bulach wohnen würden.

Kade ist sich sicher: Stadtmobile habe schlichtweg in Bulach "den idealen Anfahrtsort" gefunden: Die Südtangente, die L605 Bulacher Kreuz und die Pulverhausstraße seien "wie ein Fächer in viele Richtungen". Darum nutze Stadtmobile "den Bulacher Westen als Abstellplatz und Lager der Fahrzeuge". Denn im Industriegebiet oder im Bereich des Friedhofes, gibt es laut Kade genügend Parkplätze, doch diese seien uninteressanter: "Hier stehen diese ja auch nicht zentral genug".
Stadtflitzer: "Aufgrund seiner Flexibilität sehr beliebt"
Auf Anfrage von ka-news.de erklärt die Stadtmobil GmbH, dass sich, die Anzahl der Stadtflitzer an den aktiven Nutzern in den Gebieten orientiere. So seien in Bulach aktuell "über 170 Anwohner aktiv." Diese Anwohner teilen sich laut der Carsharing Firma fünf fest-stationierte Autos an zwei Stationen. Nichtsdestotrotz ändere sich aufgrund der hohen Nachfrage die genaue Anzahl der Stadtflitzer stetig.
Das Produkt Stadtflitzer sei "aufgrund seiner Flexibilität sehr beliebt", erklärte der Interviewte. Das sorge dafür, dass viele Menschen das "nachhaltiges Mobilitätskonzept in ihren Alltag übernehmen" und teilweise oder ganz auf private Autos in der Stadt verzichten. Dadurch würden laut Sprecher die Umwelt, der Parkraum und der Geldbeutel entlastet werden.
Stadtmobil wählt Abstellflächen bewusst aus
Vor allem an den Randzonen sei das Angebot "stets ein wenig höher, als im Kern." Das liege daran, dass Personen, die außerhalb wohnen, bis an den Rand fahren und die letzten Meter selbst laufen. Die Abstellflächen seien tatsächlich bewusst gewählt. Stadtmobil will mit ihren Autos in der Landgraben- und Grünwinkler Straße sicherstellen, dass die Nachfrage auch ausreichend bedient werden kann.
Die Carsharing-Firma erklärt dennoch: Bulach sei "ein normal ausgelasteter Stadtteil". Er schneide "weder signifikant besser noch schlechter" ab als vergleichbare Gegenden. Vergleichbare Gebiete seien Dammerstock, Nordstadt und Hagsfeld.

Stadtmobil geht von kürzeren Standzeiten aus
Da ein Stadtflitzer pro Tag im Schnitt etwa drei Buchungen habe, seien die Standzeiten sehr viel geringer, als bei privaten Autos, so der Sprecher gegenüber ka-news.de. Doch die tatsächliche Nutzung der Autos sowie deren Stellzeiten ergäbe sich immer aus der Nachfrage und werde auch nicht von Stadtmobil "aktiv gesteuert". Sprich, Stadtmobil geht von drei Buchungen am Tag aus. Tatsächlich könnten aber bei fünf verfügbaren Autos auch einige tagelang nicht genutzt werden.
Die Firma analysiere regelmäßig ihr Bediengebiet und die Verteilung der Flotte, um Hotspots und Trends zu erkennen. So sorge sie für ein bedarfsgerechtes Bediengebiet mit ständig fluktuierenden, spontan buchbaren Stadtflitzern.
ka-news.de vor Ort: Insgesamt acht Flitzer in unmittelbarer Nähe
ka-news.de hat sich am 21. August selbst ein Bild vor Ort in Bulach gemacht.
Es zeigte sich: In der Grünwinklerstraße parkten drei Stadtmobile. In der Landgrabenstraße standen drei weitere.
Unmittelbar in der Nähe, in der Rolandstraße, hatte ein weiterer VW Up seinen Stellplatz gefunden. Der Letzte parkte an der Ecke zur Landgrabenstraße. Insgesamt wurden also acht Stadtflitzer in unmittelbarer Nähe angetroffen.

Weitere Informationen zu Stadtmobil:
- Karlsruhe ist der größte Anbieter in Deutschland
- Insgesamt über 2.000 Fahrzeuge
- Es gibt 57 öffentliche Carsharing-Parkplätze, die nicht mit Privatautos genutzt werden dürfen
- Mehr Informationen gibt es auf der Website: karlsruhe.stadtmobil.de