Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup sagte in seiner Rede: "Ausgrenzung und Diskriminierung haben in unserer Stadt keinen Platz. Wir werden nicht zulassen, dass solche Meinungen wie die der Pegida-Bewegung unsere friedliche Gesellschaft spaltet. Wir heißen Vielfalt willkommen."

"Grenze zwischen Islam und Islamismus muss klar sein"

Ohne Offenheit und Toleranz gegenüber Auswärtigen hätte sich die Stadt nicht entwickeln können, erklärte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die Geschichte Karlsruhes: "In der Vergangenheit wurde deutlich, dass die Stadt immer dann voran kam, wenn sie Vielfalt mit offenen Armen empfangen hat. Gleichzeitig wurde sie immer dann zurückgeworfen, wenn sie sich ihr verweigert hat."

Hinsichtlich der Attentate in Paris stellte Mentrup klar: "Die Grenze zwischen radikalem Islamismus und dem Islam muss ganz klar sein. Wir sind heute auch hier, um diese Grenze gemeinsam zu verteidigen."

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Thomas Schalla, Dekan der Evangelischen Kirche Karlsruhe, erklärte: "Es darf nicht sein, dass Muslime unter Generalverdacht gestellt werden. Wir sagen ja, zum friedlichen Zusammenleben von Christen, Juden und Muslimen in Karlsruhe und der Welt. In unserem Glauben ist kein Platz für Ausgrenzung, Hass und Diskriminierung."

Neben Mentrup und Schalla sprachen auf dem Stephanplatz weitere Redner, darunter je eine Vertreterin der Flüchtlingshilfe Karlsruhe und der Antifaschistischen Aktion (Antifa). Nach erster Einschätzung der Polizei versammelten sich etwa 1.000 Demonstranten auf dem Platz hinter der Postgalerie. Die Organisatoren hatten im Vorfeld mit rund 2.000 Teilnehmern gerechnet. Die Veranstaltung verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse wurde die Kundgebung nach Angaben der Polizei früher beendet. Organisator der Kundgebung und Grünen-Politiker Jörg Rupp erklärte dazu am Dienstagmorgen: "Die Veranstaltung hat wie geplant stattgefunden, alle Programmpunkte standen fest und kamen dran.Wir hatten geplant, von 17 bis 18.30 Uhr, das war auch der Polizei gegenüber so kommuniziert."

Ein breites Aktionsbündnis aus dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und Gewerkschaften, Parteien, Jugendverbänden, antifaschistischen Gruppen und Organisationen, Kirchen und religiösen Gemeinschaften, sowie aus weiteren gesellschaftspolitisch engagierten Vereinen und Organisationen hatte zu der Veranstaltung aufgerufen. Ziel war es laut Veranstalter, sich gemeinsam gegen jede Art der Gewalt, des Rassismus und der Verletzung der Menschenwürde zu stellen.

Der Text wurde am Dienstagmorgen aktualisiert.

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