Die Fraktion der Grünen erkenne ohne Frage an, dass der Zoologische Garten unter "Matthias Reinschmidt eine Trendwende vollzogen hat -  Weg vom 'Ausstellen' aller beliebten Tiere hin zu einem modernen, zukunftsfähigen Zoo mit den Zielen Artenschutz, Bildung und Wohlbefinden". Dies geht sie aus einer Pressemitteilung der Fraktion hervor. Könne dieses Wohlbefinden aber nicht eingehalten werden, dürften die Tiere nach Einschätzung der Grünen auch nicht weiter gehalten werden.

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Eisbären seien beispielsweise Einzelgänger und haben "in ihrer natürlichen Umgebung ein gigantisches Streifgebiet von 100.000-600.000 Quadratkilometer und legen pro Tag bis zu 50 Kilometer zurück". Bedürfnisse wie diese könnten wohl kaum in Gefangenschaft befriedigt werden. Ebenfalls werde die immer stärker zunehmende Klimaerwärmung sich zukünftig nur noch schlimmer auf die Lebensumstände der Eisbären in Gefangenschaft auswirken, da eine artgerechte Haltung bei angemessen kalten Temperaturen immer schwerer zu realisieren würden.

Das vom WWF zur Verfügung gestellte Handout zeigt zwei umherstreunende Eisbären 2019 in Norden Russlands.
Zwei umherstreunende Eisbären 2019 in Norden Russlands. | Bild: -/WWF/dpa/Archivbild

Aus jenen oder ähnlichen Gründen sprechen sich die Grünen gegen die Weiterzucht von Eisbären im Zoologischen Stadtgarten nach "Blizzards" Tod aus und möchte dieses Anliegen vor einen städtischen Ausschuss bringen. Der Zoo selbst steht dem Antrag recht kritisch gegenüber. "Diese Entscheidung sollte nicht unbedingt vorab in einem Ausschuss behandelt werden, vor allem da wir sie nicht alleine zu treffen haben", sagt Timo Deible, Pressesprecher des Zoologischen Stadtgartens.

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"Seit 'Blizzard' verstorben ist, sind wir im regen Austausch mit dem internationalen Eisbären-Zuchtprogramm, dessen Einwilligung und fachliche Gutachten wir sowohl zum Halten als auch zum Züchten von Eisbären benötigen." Bevor die Gespräche mit diesem Programm abgeschlossen sind, könne der Zoo auch nicht verbindlich auf den Antrag der Grünen reagieren. "Von unserer Seite besteht aber keine Bestrebung, die Eisbärenzucht aufzugeben", so Deible.

 
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