Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup hatte im Juli angekündigt, die Stadtverwaltung werde beim Energiesparen vorangehen. Die Sofortmaßnahmen sollen nun ein erster Schritt sein. Laut einer Pressemitteilung der Stadt sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden.

Abschalten der Warmwasseraufbereitung in Verwaltungsgebäuden

Die Stadt werde grundsätzlich alle Warmwasserbereitungsanlagen in ihren Verwaltungsgebäuden deaktivieren, also zentrale Warmwasserspeicher oder dezentrale Speicher oder Durchlauferhitzer. Es gebe vereinzelte Ausnahmen.

Karlsruher Europaplatz. (Symbolbild)
Karlsruher Europaplatz. (Symbolbild) | Bild: Tim Carmele

Dazu würden beispielsweise Personalduschen für Arbeitskräfte, die im Rahmen ihrer Tätigkeit duschen müssen, betriebsbedingter Warmwasserbedarf sowie Warmwasser in zentralen Küchen und Teeküchen zählen. Wandwaschbecken in WCs werden etwa nicht mehr mit warmem Wasser versorgt.

Abschalten von Klima- und Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden

Die Stadt werde möglichst alle Anlagen zur Raumluftkühlung und alle mechanischen Lüftungsanlagen außer Betrieb nehmen. Dies gelte dort, wo es eine freie Möglichkeit der Belüftung gibt und keine zwingenden Gründe die Kälteversorgung erfordern. Hier geht es um zentrale oder dezentrale Gebäudetechnik, nicht um mobile Geräte wie Ventilatoren.

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Betroffen seien davon in erster Linie größere Räume, Säle oder Hallen zum Aufenthalt größerer Personengruppen. Für Veranstaltungsstätten oder beispielsweise Museen gelte dies aktuell noch nicht. Hierfür wird eine angepasste Regelung noch abgestimmt werden.

Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden wird abgeschaltet

Als weitere Sofortmaßnahme sollen städtische Gebäude nachts nicht weiter angestrahlt werden. Hingegen wird die Beleuchtung in den Gebäuden aus Sicherheitsgründen weiterhin angemessen nutzungsspezifisch eingesetzt. Ziel ist die deutliche Absenkung des Strom- und des Heizwärmeverbrauchs.

Die Kirche St. Stephan ist ebenfalls ein Bauwerk Weinbrenners.
Die Kirche St. Stephan ist ebenfalls ein Bauwerk Weinbrenners. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Durch die Maßnahmen will die Stadt Karlsruhe eine Absenkung ihres Energieverbrauchs in der Summe um bis zu 20 Prozent bewirken. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW) beziffert die Wirkung der Sofortmaßnahmen wie folgt.

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"Die Abschaltung von Warmwasseraufbereitungen könne bis zu fünf Prozent der jährlichen Heizwärmebedarfe einsparen und mit der Abschaltung von Kälte- und Lüftungsanlagen außerhalb der Heizperiode ließe sich bis zu sechs Prozent des städtischen Strombedarfes reduzieren. Städtische Gebäude nicht mehr anzustrahlen, hat keinen größeren messbaren Effekt. Sie dient dazu, auf den drohenden Energieengpass hinzuweisen und Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Organisationen zum Energiesparen aufzurufen", so die Stadt in ihrer Pressemitteilung

Um bis zu 20 Prozent des städtischen Wärme- und Stromverbrauches zu reduzieren, müssen für die Heizperiode noch weitere, deutlich wirksamere Maßnahmen abgestimmt und durchgeführt werden, kündigte HGW an. Die Maßnahmen werden aktuell stadtintern geplant und bewertet.