Zwei Wochen sind inzwischen wieder vergangen, seitdem die Stadt zur Online-Pressekonferenz geladen hatte. Schon damals machte Oberbürgermeister Frank Mentrup deutlich: Die Werte werden wieder deutlich steigen. Jetzt, zwei Wochen später, sieht die Situation nicht anders aus.

Gesundheitsamt kommt erneut an seine Grenzen

"Wir erwarten bei unserem aktuellen Abwasserorakel einen Anstieg von etwa 120", so Mentrup in der Videoschalte.  Sehr zum Leidwesen des Gesundheitsamtes, wie Mentrup anmerkt: "Gestern gab es wohl doppelt so viele Positivmeldungen wie Vorgestern und man merkt, dass das jetzt schon ordentlich anzieht."

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Aus diesem Grund müsse das Gesundheitsamt erneut Personal von außerhalb heranziehen, welches das Amt bei der Kontaktnachverfolgung unterstützt. Das Problem: Es gibt keine Ausbrüche mit einem klaren Ursprung, sondern lediglich ein diffuses Infektionsgeschehen. Eine Kontaktverfolgung in diesem Ausmaß könne darum vom Gesundheitsamt personell allein nicht mehr gestemmt werden. Aktuell gelten im Karlsruher Stadt- und Landkreis 566 Personen als infiziert. 

Reiserückkehrer machen 50 Prozent der Neuinfektionen aus 

Einen Anlaufpunkt hat das Gesundheitsamt jedoch: Zu 50 Prozent werden die Neuinfektionen von Reiserückkehrer zwischen 14 und 34 Jahren ausgelöst. Besonders die Rückkehrer aus der Türkei, dem Kosovo und Kroatien würden nach den fünf Tagen in Quarantäne vermehrt positiv auf das Virus getestet. Das bedeutet aber auch, dass beim Rückreisetag selbst das Testergebnis noch negativ ausgefallen sei.

Flugreisende stehen in Terminal 1 des Frankfurter Flughafens am Check-in-Schalter an.
Flugreisende stehen in Terminal 1 des Frankfurter Flughafens am Check-in-Schalter an. Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen sich an Flughäfen verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. | Bild: Arne Dedert/dpa

"Diese Wahrnehmung, dass erst nach der Rückkehr viele positiv getestet werden, lässt mich nur an alle appellieren, sich nachträglich testen zu lassen. Ich glaube, das wäre eine ganz wichtige Maßnahme in der eigenen Verantwortungsübernahme, da der negative Test zum Zeitpunkt der Reiserückreise eben noch nichts darüber aussagt, ob ich mich infiziert habe", so Mentrup.

Eine gute Nachricht gibt es jedoch trotzdem: Mit dem Abschied der Inzidenzen soll auch bald das Gesundheitsamt von Entlastungen profitieren.

Kein weiterer Lockdown trotz steigender Zahlen?

"Es wird wohl so sein, dass in Zukunft viel weniger Menschen, die als Kontaktperson gelten, in Quarantäne müssen, sondern man wird die Kontaktpersonen lediglich auffordern, sich testen zu lassen und die Definition eines größeren Ausbruchs und Nachverfolgungsverpflichtungen, sollen erheblich gelockert werden", erläutert der OB auf der Pressekonferenz am Mittwoch.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Needham/Mowhawkvisuals

Das würde jedoch auch für jeden Einzelnen bedeuten, mehr eigenverantwortlich zu handeln. Ein Grund mehr, schon bald den nächsten Lockdown zu befürchten? Nach Aussage des Rathaus-Chefs ein klares "Nein".

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"Angesichts der Situation, die wir gerade haben, mit den Impfungen und den Kenntnissen über die Krankheitsverläufe, sehe ich absolut keinen Anlass, von einem Lockdown auszugehen oder über die Schließung von Schulen und Kitas nachzudenken." Aber: "Ob wir wieder beim Gesundheitswesen an die Grenzen kommen, das ist etwas, was man im Moment schwer vorhersagen kann."

 
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