Gerade in Karlsruhe, wo entlang des Rheins gleich drei große Firmen angesiedelt sind, die mit teilweise gefährlichen Stoffen arbeiten, ist es für die Menschen in der Fächerstadt wichtig zu wissen, was im Notfall zu tun ist. Die erste lautstarke Warnung erfolgt durch Sirenen, die überall im Stadtgebiet verteilt über den Dächern thronen. Seit 2016 werden die alten pilzförmigen Sirenen durch neue Hochleistungssirenen ersetzt.

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Eine alte Sirene auf einem Hausdach. | Bild: Thomas Riedel

Laut Feuerwehr gehört die "schnelle und flächendeckende Warnung zu den Grundpfeilern des Zivil- und Katastrophenschutzes". So kann jeder schnell und sicher vor bestehenden Gefahren gewarnt werden. Schon seit 2016 werden die alten Sirenen aus den 60er Jahren ausgetauscht. Durch die neu installierten Sirenen sollen größere Bereiche abgedeckt werden und die Stadt kann ihre Anzahl deutlich reduzieren: Es sollen nur noch 60 Stück sein.

Neue Sirenen auf den Rathäusern in Grünwettersbach und Palmbach
Die neuen Sirenen. | Bild: ka-Reporter

Doch ka-Reporter Michael Blombach ist aufgefallen, dass die neuen Geräte noch nicht getestet wurden: "Mich würde einfach interessieren, ob die Sirenen überhaupt einsatzbereit sind oder ob das Ziel aufgegeben der Neuausstattung etwa aus Kostengründen aufgegeben wurde. Falls nein, dann würde ich auch gerne  wissen, wann konkret ein regelmäßiger Probealarm stattfinden soll", so der ka-Reporter.

Katastrophenschutz in Karlsruhe

Verzögerungen beim Aufbau des neuen Netzes

ka-news hat für Michael Blombach bei der Stadt nachgefragt, und siehe da, er hat die Sachlage richtig beobachtet: "Es gab bisher noch keinen Probealarm, denn das Netz der insgesamt 60 neuen Sirenen ist noch nicht fertig aufgebaut, es fehlen noch sieben Sirenen", sagt Andrea Altenburg vom Presseamt der Stadt Karlsruhe.

Die Verzögerungen seien größtenteils bautechnisch bedingt. So werde etwa die Heinrich-Hertz-Schule, einer der Sirenen-Standorte, derzeit aufgestockt, so dass hier noch keine neue Sirene installiert werden konnte. "Den ersten Probealarm, der auch medienwirksam zur Inbetriebnahme des neuen Sirenennetzes als Pressetermin laufen wird, gibt es nach Fertigstellung des Sirenennetzes vermutlich im kommenden Jahr. Danach ist jährlich einmal ein Probealarm geplant", so Altenburg weiter.

Überbrückung mit mobilen Sirenen

Um ihre Sicherheit müssen sich Michael Blombach und alle anderen Karlsruher aber keine Sorgen machen, versichert sie. "Für die derzeit bestehende Lücke gibt es für den Ernstfall mobile Sirenen." Für die sind jedoch keine Probealarme geplant.

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Was tun, wenn die Sirenen heulen?

Doch was tun, wenn die Sirenen aufheulen und es sich nicht um den jährlichen Probealarm handelt? Bei einem Ernstfall ertönt ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton. Sobald die Gefahr vorüber ist, gibt ein einminütiger Dauerton Entwarnung.

Die Sirenen sind jedoch nur der Anfang im Katasthrophenschutz, sie sind nur eine Art Weckton. Damit werden alle Bürger der Stadt Karlsruhe aufgefordert, sich zu informieren, etwa durch Radiodurchsagen.

Im Notfall ist im Katastrophenfall eine städtische Telefonnummer (0721/133 3333) für weitere Informationen eingerichtet. Die Nummer ist jedoch nur im Störfall freigeschaltet und erreichbar. Auch über die Warn-App NINA bekommen Smartphone-Nutzer im Ernstfall eine Warnung geschickt.

Wie verhält man sich richtig? Die Stadt zeigt es: 

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