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Karlsruhe: Fast 10 Milliarden Euro Umsatz: Wie die Karlsruher Drogeriekette dm trotz Krisen Marktführer bleiben will

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Fast 10 Milliarden Euro Umsatz: Wie die Karlsruher Drogeriekette dm trotz Krisen Marktführer bleiben will

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    Das dm-Dialogicum in Karlsruhe.
    Das dm-Dialogicum in Karlsruhe. Foto: Lars Notararigo

    Am 30. September endete für die Karlsruher Drogeriekette dm das Geschäftsjahr 2021/2022. Ein Geschäftsjahr, das - wie bei fast allen Unternehmen - im Zeichen von gleich mehreren Krisen stand und die Geschäftsführung so dazu animierte, innerhalb des Unternehmens umzudenken - mit einigem Nachdruck, wie die Vorstandsmitglieder im Rahmen einer Pressekonferenz im dm-Dialogicum Karlsruhe erklären.

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    Foto: Lars Notararigo

    "Wir sprechen von einer sogenannten Krisenpermanenz. Einer Verdichtung von Krisen, wie wir sie in den letzten Jahrzehnten nicht erlebt haben.

    Da wäre immerhin die Corona-Pandemie, die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise und natürlich nach wie vor die Klimakrise", sagt Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung. "Diese Krisen prägten nicht nur das vergangene Geschäftsjahr, sondern werden uns auch in Zukunft beschäftigen. Wir werden sie also einzeln und im Gesamten angehen müssen."

    "Die Menschen sehnen sich nach etwas Vertrautem"

    Es seien nämlich nicht nur die Krisen an sich, mit der sich der Drogeriemarkt beschäftigen musste. "Die ständigen und unvorhersehbaren Krisen lösen eine große Unsicherheit bei den Menschen aus", meint Werner. "Sie sehnen sich entsprechend nach etwas Vertrautem - und dieses Vertraute wollen wir ihnen bei allen Neuerungen bieten. Dazu gehören vor allem Flexibilität und Dezentralisation zum Wohle des Kunden", erklärt er.

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    Foto: Lars Notararigo

    Einerseits wolle man den Menschen eine Rückkehr in die Filialen - besonders in Innenstädten und Einkaufszentren - ermöglichen. Andererseits das Online-Angebot ausweiten, das sich während der Pandemie als vital erwiesen habe. "Viele Kunden haben ihr Kaufverhalten verändert und das nicht nur während der Pandemie. Mittlerweile informieren sich die meisten im Internet über Produkte, bevor sie sie vor Ort kaufen oder auch umgekehrt. Manche Produkte werden auch eher vor Ort gekauft als andere."

    "Omnikanal"-Händler

    Wichtig sei dabei, den analogen und den digitalen Verkauf gleichermaßen zu Pflegen und nicht voneinander gesondert zu betrachten. "Unser Online- hängt unmittelbar mit unserem Vor-Ort-Handel zusammen und umgekehrt", sagt Werner dazu.

    "Ebenfalls wichtig ist es, für jede unserer Filialen, die ja mittlerweile in vierzehn europäischen Ländern zu finden sind, differenziert zu betrachten. Wir wollen keine zentralistischen Anordnungen erlassen, sondern bei jeder Filiale darauf achten, dass sie an ihren Standort angepasst geführt wird."

    Sind diese Ziele erreicht, so könne man in Bezug auf dm zukünftig von einem sogenannten "Omnikanal-Händler" sprechen, wie Werner weiter erklärt. "Alle Verkaufskanäle sollen bedarfsgerecht bespielt und miteinander verzahnt werden.

    Dazu planen wir auch neue Ideen zu erproben - etwa einer elektronischen Abholstation, der in die Eingangsbereiche einiger dm-Filialen gestellt wird, um bestellte Waren direkt abzuholen. Karlsruher Filialen werden auch mit von der Partie sein."

    Unterbrochene Lieferketten und die Überflussgesellschaft

    Am Wohle des Kunden orientiert stelle man diese Abholstationen bewusst in den Eingangsbereich "nicht etwa ans andere Ende des Ladens, damit sich die Kunden noch einmal umsehen. Wir wollen das die Kunden wirklich das Gefühl haben, im Mittelpunkt zu stehen. Immerhin litt das Einkaufserlebnis durch die Krisen und das nicht wenig", so Werner.

    "Lieferketten, die durch Corona und den Ukraine-Krieg unterbrochen wurden, führten dazu, dass nicht mehr alle Produkte bedingungslos verfügbar waren", sagt er weiter.

    "Das ist in unserer oft als solche betitelte Überflussgesellschaft ein fast schon unbekanntes Phänomen." Gleichzeitig sei das lockern der Überflussgesellschaft aber auch eine Chance.

    Immerhin werde der Aspekt des Umweltschutzes mit Fortschreiten der Klimakrise immer größer geschrieben.  Hier findet sich das Fachgebiet der Geschäftsführerin für Marken und Nachhaltigkeit, Kerstin Erbe - ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesend.

    "Ökologisches Einkaufen ist kein Luxus für gute Zeiten"

    Der Beitrag zur Nachhaltigkeit, den dm leiste, zeichne sich unter anderem durch verschiedene ökologische Marken aus. "Und diese Marken erfreuen sich bei unseren Kunden nach wie vor großer Beliebtheit", erklärt Erbe. "Im September 2022 waren 15,6 Prozent unserer verkauften Waren aus den nachhaltigen Produktkatalogen. Das zeigt, dass ökologisches und umweltfreundliches Einkaufen keineswegs ein Luxus ist, der nur in prosperierenden Zeiten als wichtig empfunden wird."

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    Foto: Lars Notararigo

    Viel eher sei ein ökologisch verträgliches Angebot laut Erbe regelrecht eminent für ein zukunftsfähiges Unternehmen. "Schon jetzt konnten wir verschiedene Maßnahmen ergreifen, um Umweltfreundlicher zu werden. Etwa dadurch, dass wir den verwendeten Kunststoff im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent reduzieren wollen. Dabei nutzten wir 33 Prozent vollständig recycelbares Plastik. Unser Ziel ist es, 50 Prozent zu nutzen."

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    Foto: Lars Notararigo

    Langfristig sei das Ziel, vollständig umweltneutral zu werden. "Wir möchten unseren ökologischen Fußabdruck senken und das, was wir nicht verhindern können, ausgleichen", sagt sie. Gleichzeitig sei es natürlich auch wichtig, dass das Unternehmen weiterhin rentabel bleibt.

    "Jeder vierte Euro wird bei dm ausgegeben"

    Zu diesem Thema stellt der Vorsitzende Werner klar, dass die Drogeriekette durchaus gut durch die Krisen gekommen sei. "Seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 konnte das Unternehmen dm seinen gesamten Bruttoumsatz um 10,7 Prozent steigern, von 12,27 auf 13,58 Milliarden Euro. In Deutschland steig der Umsatz um 9,7 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. 

    Außerdem konnten wir unseren Marktanteil für Drogeriewaren bundesweit auf 24,8 Prozent steigern. Das heißt, jeder vierte Euro, der für Drogeriemittel ausgegeben wird, wird bei dm ausgegeben."

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