In Karlsruhe gibt es zu wenig Sport- und Eventhallen. Diese Tatsache ist keine Neuigkeit, sondern mittlerweile schon fast ein alter Schuh. Verschärft wurde die Situation durch die Schließung der Europahalle vor rund vier Jahren. Brandschutzgründe sprechen seither gegen eine Aufnahme des Betriebs wie in alten Zeiten. Erst eine teure Sanierung könnte das Problem lösen.

Doch die Vereine und Schulen benötigen auch in der Zwischenzeit Sporthallen, zumal auch mit der Europahalle schon ein gewisses Defizit vorhanden war. In den vergangenen Jahren wurden daher immer wieder mögliche Ideen eingebracht, zum Teil verworfen, aber zum Teil auch weiter verfolgt.

Neue Hallen sind schon in Planung

So soll unter anderem in Neureut eine Sporthalle entstehen, als Ersatzbau für eine Halle, d ie 2015 komplett abgebrannt ist . Von der Stadt gibt es hierfür eine finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Auch in Oberreut soll nahe der Sophie-Scholl-Realschule und der Engelbert-Bohn-Schule eine neue Sporthalle entstehen. Den Kostenrahmen für das Gesamtprojekt schätzt die Stadt auf 20 bis 24 Millionen Euro.

Sporthalle
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In der Nähe der Elisabeth-Selbert-Schule will die Stadt zudem eine Sporthalle mit insgesamt 1.500 Zuschauerplätzen erreichten. Ein solches Bauwerk soll vor allem den PSK Lions zugute kommen. Die Halle würde den Anforderungen der Pro-A-Basketball entsprechen. Rund 18 Millionen Euro soll der Neubau kosten, 2020 soll die Halle fertig sein. Alle drei Hallen wären auch für den Vereins- und Schulsport zugänglich. Mühlburg und Durlach seien weitere Stadtteile, die mit möglichen Standorten in Zukunft zur Lösung der Hallenkapazitätsfrage beitragen können.

Wo könnten viele Zuschauer Platz finden?

Das Problem mit einer fehlenden Eventlocation, wie die Europahalle früher eine war, ist damit nicht gelöst. Doch auch hierfür gibt es Ideen: Auf dem Gelände der Messe Karlsruhe könne eine Mehrzweckhalle für bis zu 5.000 Zuschauer entstehen. Hier könnten Sport- und Events ausgetragen werden. Eine neue Halle auf der Gemarkung von Rheinstettten wäre allerdings nicht ganz günstig: Rund 32,1 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt. Hier soll spätestens Anfang 2019 eine Entscheidung fallen.

Neben den Messehallen könnte eine neue Eventarena entstehen (rote Fläche).
Neben den Messehallen könnte eine neue Eventarena entstehen (rote Fläche). | Bild: Screenshot Google Maps/ka-news

Ein Verein, den ebenfalls Platznöte plagen, nimmt das Thema Hallenbau nun selbst in die Hand: Der SSC Karlsruhe ist nach Angaben des Badischen Sportbunds (BSB) der zweitgrößte Verein in der Stadt - nur wenige Mitglieder hinter dem DAV Sektion Karlsruhe. Und auch der SSC braucht für seine vielen verschiedenen Sportarten mehr Platz. Wie ka-news aus Insider-Kreisen erfahren hat, soll auch hier bald eine neue Halle gebaut werden.

SSC-Delegierte stimmten bereits für die Halle

"Zunächst ist dies ein Schritt, um der fehlenden Hallenkapazität des SSC, der neu entstehenden Schule im Technologiepark und der umliegenden Vereine zu entgegnen", bestätigt Gert Rudolph, 1. Vorsitzender des SSC Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news. "Natürlich wird dies auch der Hallenproblematik in der Stadt Karlsruhe entgegenkommen." Vorteil könnte die Halle beispielsweise auch für die SSC-Volleyballer sein, die in der 2. Bundesliga spielen. Derzeit wechselt das Team zum Training immer mal wieder die Halle, spielt meist im Otto-Hahn-Gymnasium.

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Die SSC-Delegierten wurden Anfang der Woche über die Pläne informiert, und "haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Planungen weiter voranzutreiben und die Kosten ermitteln zu lassen." Wenn diese Planungen abgeschlossen sind, dann wird der Sportausschuss der Stadt Karlsruhe angehört, bevor eine Entscheidung im Gemeinderat fällt. Auch hier ist eine finanzielle Beteiligung der Stadt vorgesehen. Nach jetzigem Stand wäre eine Inbetriebnahme frühestens 2022 denkbar.

Ergebnis der Voruntersuchung wird "mit Spannung erwartet"

Die Planung übernimmt das Architekturbüro "Rossmann + Partner", die sich auch schon für das neue Fächerbad und dem Fitness- und Gesundheitsstudio auf dem Gelände des SSC verantwortlich zeichnen. Der Bau soll auf dem Gelände des benachbarten Karlsruher Sport Vereins Rintheim-Waldstadt (KSV) entstehen.

Unterstützung erhält der SSC auch von der Stadtverwaltung. Sport-Bürgermeister Martin Lenz gegenüber ka-news: "Dezernats- und ämterübergreifend unterstützt die Stadt Karlsruhe den SSC nach Kräften. Schließlich sind Planung und Bau einer Ballsporthalle auch für einen der größten Sportvereine Nordbadens eine große Herausforderung." Aktuell finanziere die Stadt die Machbarkeitsstudie, "deren Ergebnis nicht nur ich, sondern auch die Sportpolitik mit Spannung erwartet", so Lenz weiter.

Bürgermeister Martin Lenz
Bürgermeister Martin Lenz | Bild: Tim Carmele

Die Initiative sei vom SSC ausgegangen, als die Debatte um die Anzahl der benötigten Hallen auf ihrem Höhepunkt war. "Die wachsende Stadt Karlsruhe mit vielen zuziehenden Familien benötigt dringend vier bis fünf Dreifeldhallen, um der sportlich aktiven Bevölkerung entsprechende Angebote ihrer Sportvereine offerieren zu können", so Lenz abschließend. Da kommt die Initiative des SSC gerade recht.

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Aktualisierung, 8.47 Uhr:

Mittlerweile hat sich auch der betroffene KSV auf eine Anfrage von ka-news gemeldet: So sei der Verein als direkt betroffener Nachbar vom SSC frühzeitig in die Planung eingebunden worden. "So wie uns der SSC informiert hat, würde nach derzeitigem Stand in der Tat ein kleinerer Teil unseres Geländes benötigt werden", so Robert Speckert, erster Vorstand, gegenüber ka-news. Es bestehe die Möglichkeit, dass sich der KSV mit seinen Wünschen einbringen könne.

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