In der Mai-Sitzung des Gemeinderats stimmten alle anwesenden Gemeinderäte dem Neubau einer Sporthalle im Karlsruher Südwesten zu. Den Kostenrahmen für das Gesamtprojekt schätzt die Stadt auf 20 bis 24 Millionen Euro. Die laufenden Betriebskosten sollen sich auf etwa eine Million Euro pro Jahr belaufen. Der Bau des neuen Sportzentrums soll durch den städtischen Haushalt finanziert werden.

Vor zwei Jahren wurde im Innenbereich der Sporthalle am Schulzentrum in Oberreut bei Reparaturarbeiten eine mögliche Asbestbelastung festgestellt. Nach Analyse der Materialproben wurden im Wand- und Deckenbereich asbesthaltige Faserplatten und Mineralfaserdämmung der alten Generation nachgewiesen. In den Raumluftmessungen war jedoch keine Belastung durch Asbest festgestellt worden. Die Halle wurde daraufhin dauerhaft gesperrt. Die nachfolgenden Untersuchungen aller Bauteile ergab, dass für eine Sanierung ein Rückbau bis auf das Tragwerk erforderlich gewesen wäre.

Sanierung wirtschaftlich nicht mehr rentabel

Da neben der Asbestbelastung noch weitere erhebliche bauliche und funktionale Mängel bestehen, war eine Sanierung der Halle aus wirtschaftlicher Sicht nicht umsetzbar und rentabel. In einer Gegenüberstellung der Kosten konnte nachgewiesen werden, dass der Abriss und Neubau der Halle die wirtschaftlich sinnvollere Variante ist.

Sporthalle
In Oberreut entsteht ein neues Schulsportzentrum (Symbolbild) | Bild: pixabay.com

Die Verwaltung wurde durch den Gemeinderat mit der Durchführung eines öffentlichen Vergabeverfahrens und angeschlossenem Planungswettbewerb beauftragt. Der beschlossene Neubau soll dabei helfen, den Sporthallenmangel in der Fächerstadt zu lösen. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Kritik am Sporthallenangebot im Stadtgebiet.

Zwölf Stimmen, darunter geschlossen die CDU-Fraktion, sowie der parteilose Stefan Schmitt, waren gegen die Einreichung der Klage.
Ein mal im Monat tagt der Karlsruher Gemeinderat (Symbolbild). | Bild: Jonathan Hiller

Die Karlsruher Hallenposse erlebten auch die Basketballer der PSK Lios mit. Sie mussten unter hohem Aufwand in die sanierungsbedürftige Europahalle ausweichen, nachdem der Erwerb einer Leichtbauhalle gescheitert war. Eine neue Halle für die PSK Lions, die die notwendige Kapazität von 1.500 Plätzen bietet, soll bis 2019 fertig gestellt sein. Im Januar hat der Gemeinderat in einer Beschlussvorlage dem Neubau einer Halle auf dem Gelände der Elisabeth-Selbert-Schule in der Nähe des Europabades zugestimmt.

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In der neuen Sporthalle sollen auch die Heimspiele der PSK Lions stattfinden. | Bild: Paul Needham

Auf dem Grundstück in Oberreut wurde in einem Baufeld für zwei Dreifeldsporthallen Baurecht geschaffen. Das Bauvorhaben wurde verwaltungsintern bereits abgestimmt. Wie die Stadt erklärt, liegen auch schon Artenschutzgutachten, Bodengutachten und Kampfmitteluntersuchungen vor. Unmittelbar an das Baufeld grenzt unterirdisch eine Energiezentrale der Stadtwerke an, zudem kreuzen Versorgungsleitungen für Oberreut das Grundstück. Nordwestlich des Baufeldes befinden sich bereits ausreichend Park- und Stellplätze.

Zukunft der Karlsruher Europahalle

Für das Schulzentrum Oberreut mit der Sophie-Scholl-Realschule und der Engelbert-Bohn-Schule, wird eine dreiteilige Sporthalle benötigt, um den Sportunterricht dauerhaft gewährleisten zu können. Aufgrund anstehender Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen im Sporthallenbereich werden zudem dringend Ausweichhallen benötigt. Doch bis das neue Sportzentrum in Betrieb gehen kann, wird noch einige Zeit vergehen.

Nach Ablauf des zwölfmonatigen Verfahrens soll voraussichtlich im Juni 2019 das Planungsteam beauftragt werden. Die haushaltsreife Planung wird im März 2020 für den Doppelhaushalt 2021/22 im Bauausschuss vorgestellt. Nach Freigabe des Haushalts kann im Sommer 2021 mit der Baustelle begonnen werden, die Inbetriebnahme ist im Schuljahr 2022/23 vorgesehen.