"Zu knapp 21 Prozent bedeckte der Mond am Dienstag die Sonne", erklärt Thomas Reddmann, erster Vorsitzender der Astronomischen Vereinigung Karlsruhe. Dunkel wurde es dadurch allerdings nicht: Das Tageslicht nehme kaum ab – und sei für den Menschen nicht zu bemerken, so der Experte.
Hier geht es zu den Bildern der Sonnenfinsternis in Karlsruhe.
"Partielle Sonnenfinsternis"
Denn: Es handele sich bei dieser Sonnenfinsternis um eine "partielle Sonnenfinsternis". "Das bedeutet, dass der Kernschatten knapp nördlich an der Erde vorbeizieht", so Reddmann. Eine totale Sonnenfinsternis sei deshalb so selten, weil sie nur von einem winzigen Punkt aus zu sehen sei.

"1999 lag dieser Punkt in Karlsruhe und wir wurden Zeuge eines atemberaubenden Schauspiels", erzählt der Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung. Für knapp zwei Minuten herrschte Finsternis – mitten am Tag.
Wie entsteht dieses Phänomen eigentlich?
"Was wenige wissen, aber sehr interessant ist, ist folgendes: Trotz ihres Größenunterschiedes erscheinen Sonne und Mond beinah gleich groß am Himmel. Dadurch können Sie sich – unter Umständen – vollständig gegenseitig bedecken", erklärt Reddmann.

Darüber hinaus befänden sich die Bahnen der meisten großen Himmelskörper nahezu auf einer Ebene. "Die Bahnen von Sonne und Mond weisen beispielsweise lediglich eine Neigung von fünf Prozent zueinander auf", so der Astronom.
Der Mond habe somit zweimal im Jahr die Chance, der Sonnenbahn so nah zu sein, dass beide Himmelskörper sich mit der Erde in einer Reihe befänden, erklärt der Vorsitzende weiter. Dann kommt es entweder zu einer Sonnen- oder zu einer Mondfinsternis.
Schauspiel mit Risiken
Doch so faszinierend das Schauspiel auch sei, in die Sonne gucken, birgt seine Risiken, mahnt Reddmann. "Um das Ereignis möglichst gefahrlos zu beobachten, empfehle ich eine Lochkamera."

Diese ist ganz schnell selbst gemacht: Einfach ein kleines Loch in ein Stück Pappe schneiden und die Sonne dadurch auf ein Papier – oder den Boden projizieren. "So kann man beobachten, dass ein kleines Stück Sonne bedeckt ist", erklärt Reddmann.
Natürlich könne man die Sonnenfinsternis auch durch die speziellen Brillen beobachten, doch der Blick zur Sonne sei nie ohne Risiko, so der Fachmann.
Kamera adé
Mit einer herkömmlichen Handykamera kann man die Aufnahme des Spektakels übrigens vergessen: "Für eine gelungene Aufnahme braucht es schon eine teure Kamera, mit sehr starker Optik - für die gibt es auch spezielle Filter", so Reddmann.

Denn ohne die richtige Ausrüstung gehe die Kamera vielleicht kaputt, und die Augen sowieso. Zu garantieren sei dies bei dem Blick durch einen Feldstecher oder Teleskop. Der Experte warnt: "Unbedingt die entsprechenden Schutzfilter benutzen, ansonsten besteht Erblindungsgefahr!"
Keine Beobachtung auf Karlsruher Sternwarte
Die Sternwarte in Karlsruhe hält all das notwendige Equipment zur Beobachtung bereit, erklärt Reddmann. Deshalb sei es umso bedauerlicher, dass ein Blick auf diese Sonnenfinsternis dennoch verwehrt geblieben ist.

"Wir sind bestens ausgerüstet, aber die Kuppel der Sternwarte lässt sich derzeit nicht drehen", bedauert der Vorsitzende. So sei die Sonne leider nicht einstellbar.
Die Stadt sei über die Problematik bereits im Bilde und die Kuppel hoffentlich bald wieder voll einsatzfähig, so Reddmann. Bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis ist allerdings bestimmt alles repariert – denn die findet wohl weit außerhalb unser aller Lebensspanne statt.
