Das Elektro-Auto wird in Deutschland ein immer beliebteres Fortbewegungsmittel. Laut einem Bericht der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) erreichte der Elektro-Auto-Anteil bei Pkw-Neuzulassungen in Deutschland im November 2020 knapp 21 Prozent - Rekord. Zuletzt eröffnete die Energie Baden-Württemberg (EnBw) einen neuen Schnellladestandort in Karlsruhe - das E-Auto, es boomt. 

Vorteile ja, aber..

Die Vorteile liegen auf der Hand: Emissionsarmer Betrieb, leise und Steuerersparnis sind drei Gründe, die für die Anschaffung eines "Stromers" sprechen. Doch die leisen Flitzer können auch schnell für große Gefahr sorgen. Und zwar dann, wenn sie anfangen zu brennen. Erst Mitte April sorgte ein E-Autobrand in Alpen (Nordrhein-Westfalen) für Aufsehen.

Elektroauto an einer Ladestation (Symbolbild).
Elektroauto an einer Ladestation (Symbolbild). | Bild: Ian West/PA Wire/dpa

Die Folge: Das qualmende Fahrzeug musste in einem mit Wasser gefüllten Container für 24 Stunden versenkt werden. Bis es jedoch so weit war, drohte Medienberichten zufolge sogar Explosionsgefahr. Mit dieser Gefahr beschäftigt sich aktuell die Karlsruher CDU-Fraktion: In einer Anfrage an die Stadt möchte sie wissen, ob durch Hybrid- oder Elektrofahrzeuge eine erhöhte Brandgefahr vor allem in Karlsruher Parkhäusern besteht. 

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Hintergrund der Anfrage sei der "insbesondere bei Elektrofahrzeugen komplizierte und bis zu 24 Stunden dauernde Löschvorgang, währenddessen es zu einer massiven Hitzeentwicklung kommen kann", wie es in der Anfrage an die Stadtverwaltung heißt. Die Fraktion sehe deshalb Klärungsbedarf in Sachen Brandschutz in Parkhäusern. 

"Keine besonderen Gefahren für Garagen"

Die Antwort der Stadt? Kurz gesagt: Durch E-Autos besteht keine erhöhte Brandgefahr und auch die hohen Temperaturen, welche sich bei einem solchen Zwischenfall bilden können, seien keine Gefahr für die Konstruktion der Parkhäuser.

Für reine Batterieautos gibt es 4.000 Euro, für Hybridautos 3.000 Euro Zuschuss - bezahlt je zur Hälfte vom Bund und vom Autohersteller.
Für reine Batterieautos gibt es 4.000 Euro, für Hybridautos 3.000 Euro Zuschuss - bezahlt je zur Hälfte vom Bund und vom Autohersteller. | Bild: Jan Woitas

"Das Abstellen sowie das Aufladen von Elektrofahrzeugen mit einer zertifizierten Ladeeinrichtung in einer baurechtskonform errichteten Garage stellt keine besonderen Gefahren für die bauliche Anlage dar. Dabei werden nach herrschender Expertenmeinung die aktuell geltenden baurechtlichen Mindestanforderungen im Brandfall als ausreichend bewertet, sodass die brandschutztechnischen Schutzziele – unabhängig von der in der Garage eingestellten Antriebsart – bereits berücksichtigt werden", so die ausführliche Stellungnahme der Stadt an die Fraktion. 

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Auch aus diesem Grund bestünden für Parkhäuser keine speziellen Vorschriften mit Blick auf den Brandschutz bezüglich E-Autos. Zusätzlich sei auch die Feuerwehr stets auf den Ernstfall vorbereitet. "Die Entwicklung bei neuen Antriebstechniken wird von den Feuerwehren intensiv beobachtet. Die Erkenntnisse fließen in die Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte ein und werden regelmäßig trainiert", so die Stadt.

"Brand-Intensität nicht von der Antriebsart abhängig"

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) ergänzt auf seiner Website: "Die Brandintensität ist nicht von der Antriebsart abhängig, sondern von den verbauten Materialien (vor allem Kunststoffe)." Der größere Anteil dieser Materialien in modernen Fahrzeugen sei der ausschlaggebende Faktor für eine erhöhte Rauch- und Wärmefreisetzung im Vergleich zu früher. Ladeeinrichtungen können, sofern sie zertifiziert und fachmännisch installiert wurden, bedenkenlos auch in Tiefgaragen betrieben werden.

Ein Symbol eines Elektroautos markiert einen Parkplatz neben einer E-Ladesäule.
Ein Symbol eines Elektroautos markiert einen Parkplatz neben einer E-Ladesäule. | Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Eine Gefahr durch die Batterie bestehe nur, wenn sich diese infolge eines schweren Unfalls verformt und damit beeinträchtigt worden sind. "Im schlimmsten Fall können die Zellen in der Antriebsbatterie 'durchgehen'. Das wäre der sogenannte 'Thermal Runaway': Dann brennt die Antriebsbatterie und muss durch die Feuerwehr mit viel Wasser gelöscht werden", so der ADAC.

"Eine Selbstentzündung eines Elektroautos ohne externe Einwirkung während der der Fahrt, im Stand oder beim Laden aufgrund eines technischen Defektes ist extrem selten."