Die Großbaustelle auf der A5 zwischen den Anschlussstellen Rastatt-Nord und Karlsruhe-Ettlingen sorgt seit rund zwei Monaten immer wieder für Verkehrsbehinderungen und Staus. Rund 90.000 Fahrzeuge passieren die Stelle täglich. Aktuell wird dort die Fahrbahndecke in Fahrtrichtung Frankfurt erneuert. Der Verkehr wird seither auf der Fahrbahn Richtung Basel mit jeweils zwei verengten Fahrspuren pro Fahrtrichtung an der Baustelle vorbei geführt.  

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl machte sich am Donnerstag ein Bild vom aktuellen Stand der Bauarbeiten. "Die Fahrbahnen und die Brücken im Zuge der Autobahnen sind in die Jahre gekommen. Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind dringend geboten, um auch in Zukunft den Verkehr auf leistungsfähigen und sicheren Straßen bewältigen zu können," so die Regierungspräsidentin bei der Begehung am Donnerstag. Wichtig sei dabei vor allem, die zum Teil 30 Jahre alten Fahrbahndecken wieder griffiger, weniger lärmintensiv und "Blow-Up"-sicher zu machen. 

Wie wird die Fahrbahn erneuert?

Die gute Nachricht für alle Autofahrer: Wie Jürgen Gentner, der Leiter des Baureferats im Regierungspräsidium Karlsruhe, am Donnerstag ankündigte, liegen die Bauarbeiten aktuell im Zeitplan und können Ende November fristgerecht beendet werden. Doch wie genau wird die Fahrbahn noch bis Ende November erneuert? 

Nachdem vor dem eigentlichen Beginn der Baumaßnahmen mobile Stauwarnanlagen installiert und vorbereitende Maßnahmen für die spätere Verkehrsführung ausgeführt wurden, konnten nach Angaben des Leiters des Baureferats im Anschluss die tatsächlichen Bauarbeiten mit der Beseitigung der alten Fahrbahn beginnen.

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl hat sich von Bauleiter Johannes Foos die Vorgänge auf der A5-Baustelle erklären lassen.
Regierungspräsidentin Nicolette Kressl hat sich von Bauleiter Johannes Foos die Vorgänge auf der A5-Baustelle erklären lassen. | Bild: Julia Wessinger

Seit Mitte August wird inzwischen die neue Betonfahrbahn, die auf sechs Kilometern eine lärmmindernde Waschbetonoberfläche erhält, hergestellt. Zudem wird auf rund vier Kilometern Versuchsstrecke eine Oberflächenstrukturierung durch die Bundesanstalt für Straßenwesen und Verkehr erprobt. Das bedeutet konkret: Auf der insgesamt zehn Kilometer langen neuen Strecke wird die Fahrbahn mit zwei verschiedenen Oberflächen versehen - der üblichen Waschbetonoberfläche und der Oberfläche mithilfe des sogenannten "Grinding"-Verfahrens.

Die eigentliche Erneuerung erfolgt bei beiden Fahrbahnoberflächen zunächst nach dem selben Prinzip: Wie die Regierungspräsidentin am Donnerstag das erste Mal selbst miterleben durfte, verarbeitet ein Betonfertiger Beton auf vorbereiteten Untergründen. In verschiedenen Schritten wird dann nach und nach eine neue Betondecke angefertigt.

Das sogenannte "Grinding"-Verfahren

Das besondere bei der Versuchsstrecke: Mithilfe des "Grinding"-Verfahrens können Ebenheit und Griffigkeit der Fahrbahn wiederhergestellt beziehungsweise verbessert werden, erklärt Gentner am Donnerstag. Wie der Name schon beinhaltet (englisch: to grind - deutsch: schleifen), wird ein unebener Beton dabei auf eine bestimmte Höhe abgeschliffen.

Und warum das Ganze? Ein besonderer Vorteil bringt das neue Verfahren vor allem in Sachen Lärm: Die Reifen-Fahrbahn-Geräusche können damit laut Gentner deutlich reduziert werden. Außerdem soll auch eine besondere Griffigkeit der Fahrbahn gesichert sein.

Großbaustelle A5 im September 2017
Das "Grinding"-Verfahren sorgt für Ebenheit und Griffigkeit der behandelten Fahrbahn. | Bild: Julia Wessinger

Der eingeplante Kostenrahmen von 20 Millionen Euro, die der Bund trägt, wird laut Gentner überschritten. Für das "Grinding"-Verfahren mussten zusätzlich rund 970.000 Euro ausgegeben werden. Sie konnten bei der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt werden, da für die tatsächliche Umsetzung der Probestrecke eine Zustimmung zunächst ausgeblieben war. Da die Zustimmung inzwischen erfolgt ist und die Bauarbeiten dafür schon begonnen haben, liegen die Gesamtkosten damit bei rund 21 Millionen Euro. 

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