Die komplette Fassade des Schlosses in Karlsruhe wird in ein tiefes Blau eingefärbt. Mit dem ersten Ton wird Popgigant Herbert Grönemeyer in der Fächerstadt mit tosendem Applaus begrüßt. Wie ein Feuerwerk stürmt er die Bühne. Das erste Lied des Abends: "Was ist los".

Anlässlich der Schlosslichtspiele 2024, werden während des Konzerts alle Lieder mit Lichtbildern auf der Schlossfassade begleitet. Darum wünscht Grönemeyer dem Publikum einen "leuchtenden Abend", er hoffe, dass es in Momenten gar zu "Sekundenglück" reiche.
"Los, singt jetzt!"
Trotz seiner tiefgründigen Songtexten animiert der Künstler das Publikum mit Zurufen, wie "Los, singt jetzt" oder "Kopf hoch, tanzen". Energetisch, laut und vor allem gut gelaunt begeistert der Musiker.

"Wir wollen den braunen Geist nicht"
Grönemeyer hat immer wieder zu politischen Themen eine klare Haltung gezeigt. Bevor der Artist sein Lied "Doppelherz" anstimmt, erklärt er, dass 25 Prozent aller Deutschen einen Migrationshintergrund besitzen. "Verstörte Geister glauben eine neue Saat zu drehen. Doch wir wollen den braunen Geist nicht und werden nicht aufhören dagegen anzugehen", so Grönemeyer.

Duett mit Bruchsaler Marcus Zimmermann
Auch Marcus Zimmermann, der zusammen mit seiner Band vor dem Auftritt Grönemeyers, die Menge bespielen durfte, ist mit einer klaren Botschaft auf die Bühne getreten: Freiheit. Der Bruchsaler verdeutlichte dies mit dem Wehen einer Friedensfahne.
Doch Zimmermann singt nicht nur vor Grönemeyer, er steht auch mit dem erfolgreichen Musiker zusammen auf der Bühne und performt den Song "Doppelherz" im Duett mit dem Künstler aus Bochum.
Oldies but Goldies: "Männer", "Mensch" und "Alkohol"
Grönemeyer bringt für Karlsruhe ein doch gemischtes Repertoire auf die Bühne. Sowohl die Songs aus seinem neusten Album, als auch altbekannte Hits, wie "Männer", "Mensch" und "Alkohol" begeistern die Massen.

Publikum wird A-cappella-Band von Grönemeyer
Grönemeyer spielt den Ton "A-Mol" an und die rechte Seite des Publikums soll ihn nachsingen. Die Mitte bekommt das "C" und die Menge links ein "E". Alle zusammen lassen einen Akkord erklingen, auf welchen der Musiker singt. Es zeigt sich: Das Publikum ist überraschend musikalisch.
Grönemeyer-Zugabe übertrifft alles
Nachdem Grönemeyer seinen letzten Song 'Mambo' beendet und sich verabschiedet hatte, wurde laut um eine Zugabe gerufen. Die ersten Fans stimmen selbstständig einen weiteren Song an: "Zeit, dass sich was dreht". Sichtlich gerührt, kommt der Künstler den Zugabe-Rufen nach - und es scheint, er möchte die Bühne gar nicht mehr verlassen.

Nach den ersten drei Liedern der Zugabe, "Mein Lebensstrahlen", "Flugzeuge im Bauch" und "Zeit, dass sich was dreht", fährt Grönemeyer weiter fort. Insgesamt sieben Lieder hängt der Hitgarant als Zugabe an, bevor er Karlsruhe in die Nacht entlässt.