1. Aktuelle Fallzahlen

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht belastbare Zahlen und  Hintergrundinformationen zum Virus: Insgesamt wurden rund 8.000 Fälle bekannt, darunter über 4.500 im Risikogebiet der chinesischen Stadt Wuhan. In der Bundesrepublik wurden fünf Fälle der Erkrankung bestätigt (Stand: 31.Januar, 10 Uhr) - alle im Landkreis Starnberg.  Der erste Fall wurde am Montag bekannt.  "Alle Betroffenen sind Beschäftigte derselben Firma", so das bayrische Gesundheitsministerium. 

2. Das Coronavirus

Viele Eigenschaften des Virus sind noch nicht bekannt. "Es ist auch für die Fachwelt spannend, doch zum jetzigen Zeitpunk kann die Lage noch nicht seriös bewertet werden", sagt Ulrich Wagner, Leiter der Abteilung Gesundheitsschutz im Landratsamt Karlsruhe. "Bis das Virus und seine Folgen endgültig erforscht sind, werden noch mehrere Wochen ins Land gehen", sagt er im Gespräch mit ka-news.de.

Vorne: Ulrich Wagner, Abteilungsleiter Gesundheitsschutz.
Vorne: Ulrich Wagner, Abteilungsleiter Gesundheitsschutz. | Bild: Paul Needham

Coronaviren wurden laut dem Robert-Koch-Institut in den 60er Jahren zum ersten Mal entdeckt. Es ist nicht das erste Mal, dass einer dieser Erreger eine Pandemie auslöst: In den Jahren 2002 und 2003 erkrankten weltweit Menschen am SARS-Virus, das derselben Familie wie der noch unbekannte Erreger mit dem Namen 2019-nCoV angehört.

3. Wie groß ist die Gefahr in Deutschland?

Die Experten ordnen das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland weiterhin als gering ein. "Diese Einschätzung wird auch von den Gesundheitsbehörden unserer Nachbarländer sowie der Weltgesundheitsorganisation geteilt", schreibt das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website. "Mit einem Import von weiteren, einzelnen Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden", so das Robert-Koch-Institut.

Bestattungshelfer desinfizieren sich nach dem Umgang mit einem Opfer, das an den Folgen des Coronavirus gestorben ist.
Bestattungshelfer desinfizieren sich nach dem Umgang mit einem Opfer, das an den Folgen des Coronavirus gestorben ist. | Bild: CHINATOPIX/dpa

4. Das Coronavirus in der Region 

In Pforzheim sind am Helios-Klinikum und am Klinikum St. Trudpert Verdachtsfälle aufgetreten. Die Patienten hätte GrippeSymptome aufgewiesen und wurden vorsorglich von anderen Patienten isoliert. Der Verdacht auf das Coronavirus bestätigte sich allerdings nicht.

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Eine bundesweite Vorsichtsmaßnahme findet sich rund 30 Kilometer nördlich von Karlsruhe: In der Südpfalz-Kaserne in Germersheim werden Rückkehrer aus China in Quarantäne untergebracht. Ein Rückholflug für deutsche Staatsbürger aus der Stadt Wuhan, dem Risikogebiet der Erkrankung, ist geplant.

In Karlsruhe gibt es derzeit keinen Verdachtsfall. "Seit einigen Tagen nimmt die Zahl nachgewiesener Influenza-Infektionen zu. Ein qualifizierter Verdacht auf das neuartige Coronavirus als Ursache lag bislang nicht vor", so ein öffentliches Statement des Städtischen Klinikums Karlsruhe am Freitagnachmittag.

5. Symptome und Krankheitsverlauf

"Die klinischen Anzeichen und Symptome der Erkrankung sind hauptsächlich Fieber, wobei einige Patienten Schwierigkeiten beim Atmen haben", teilt das Bundesgesundheitsministerium mit.

Gewöhnliche Coronaviren verursachen laut den Experten des Robert-Koch-Institutes (RKI) meistens milde Erkältungssymptomatik mit Husten und Schnupfen. "Das neue Coronavirus scheint bei einem Teil der Patienten mit einem schwereren Verlauf einherzugehen", so das RKI auf seiner Website. 

Forscher verpacken Nachweisreagenzien für das neue Coronavirus.
Forscher verpacken Nachweisreagenzien für das neue Coronavirus. | Bild: Ma Ping/XinHua/dpa

Die Inkubationszeit, die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, wird derzeit vom RKI auf rund zwei Wochen beziffert. Das Bundesgesundheitsministerium spricht von maximal zehn Tagen. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Doch: "Aktuell wissen wir hierüber noch zu wenig", so die Behörde.

6. Behandlungsmöglichkeiten

Laut dem Bundesgesundheitsministerium gibt es derzeit weder eine Impfung, noch eine spezifische Therapie. Tritt ein Fall des Coronavirus auf, werden die Symptome behandelt. 

7. Was wäre, wenn in Karlsruhe ein Fall auftritt?

Sollte im Raum Karlsruhe ein Fall auftreten, melden Ärzte oder Kliniken das dem Landratsamt. Daraufhin ist der erste Schritt die Falldefinition: Dadurch  soll abgesteckt werden, ob eine Infektion durch das Coronavirus generell möglich wäre.

"Zwei Dinge müssen dafür erfüllt sein: Zum einen müssen die typischen Symptome auftreten, zum anderen muss es eine Verbindung zu China geben, von woher der Virus stammt", sagt Ulrich Wagner vom Gesundheitsschutz im Gespräch mit ka-news,de.

Der Coronavirus hat nun auch Auswirkungen auf den Sport.
Die Proben werden in Laboren untersucht. | Bild: Christophe Gateau/dpa

Sind beide Kriterien erfüllt, muss es schnell gehen: Dann geht es darum, die Diagnose zuerst abzusichern. Dafür werden Abstriche genommen und die Proben ins Labor zur Untersuchung eingeschickt.

"Wir versuchen ab diesem Zeitpunkt anzuregen, dass die Person sich zu Hause aufhält und nicht mit anderen Menschen in Kontakt tritt", so Wagner weiter. Bis die Ergebnisse der Untersuchung da seien, soll die Person im häuslichen Umfeld bleiben.

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Sollte sich die Diagnose bestätigen und der Patient tatsächlich am Coronavirus erkrankt sein, wird erfasst, mit welchen Personen der Infizierte in der letzten Zeit in Kontakt getreten ist. "Ab diesem Punkt könnten wir auch die Bewegungsfreiheit eines Personenkreises einschränken, sodass beispielsweise Kinder vorsichtshalber nicht mehr zur Schule gehen", sagt Ulrich Wagner.

Hintergrund

Der Coronavirus ist seit Donnerstag offiziell ein Problem mit internationaler Tragweite: Es ist das sechste Mal in der Geschichte, dass die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausruft. Seit 2005 kann sich das weltweite Gremium aller Länder für diesen Schritt entscheiden, wenn eine Notlage international bekämpft werden muss.

Die WHO ist Teil der Vereinten Nationen und soll weltweit die Gesundheit der Menschen fördern. Nahezu alle Länder der Welt haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten. In Fällen, in denen übertragbare Krankheiten Ländergrenzen überschreiten, koordiniert die WHO den Kampf gegen eine weitere Ausbreitung.
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