Betritt man zu an diesem Donnerstagvormittag das dm-Dialogicum in Karlsruhe, so entgeht einem kaum, dass die Räumlichkeiten beheizt sind. Und vermutlich würde es auch niemandem so stark auffallen, wäre da nicht die Energiekrise, die Wärme zum kritischen Rohstoff erhebt.

"Inflation und Preissteigerungen betreffen auch uns"

So aber drängt sich fast unmittelbar die Frage auf, wie die Drogeriekette dm mit der derzeitigen Situation des Energieengpasses verfährt - und inwiefern zum Ausgleich die Preise erhöht werden könnten.

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Das dm-Dialogicum Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

"Natürlich trifft die Inflation und damit verbundene Preissteigerung auch uns", sagt der Vorsitzende Geschäftsführer der dm-Gruppe, Christoph Werner. "Aber das hängt nur mittelbar mit den Energiekosten zusammen. Die steigenden Energiekosten selbst konnten wir dank vorausblickender Planung abfedern", sagt er.

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"Wir haben schon früh auf LED-Beleuchtung umgeschaltet und verfügen über ein ausgeklügeltes und äußerst sparsames Kühlsystem, das wir ebenfalls vor den Krisen installierten. Und diese Sparsamkeit zahlt sich nun aus", so Werner.

Das Problem ist der Einkaufspreis

Weiterhin gebe es Bewegungsmelder in vielen Räumlichkeiten, die das Licht eines Raumes bei Betreten ein- und bei Verlassen ausschalte sowie einige Aggregate und Generatoren, für den "unwahrscheinlichen Fall eines Blackouts", wie Werner weiter erklärt. Größere Probleme und unmittelbare Auswirkungen auf den Kundenpreis liege viel eher bei den Partnern und Lieferanten.

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Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführer. | Bild: Lars Notararigo

"In den letzten elf Monaten sind die Einkaufspreise gestiegen und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich dies in den nächsten zwölf Monaten ändern wird", erklärt der Geschäftsführer für Marketing und Beschaffung, Sebastian Bayer.

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"Da dm nicht selbst produziert, sondern nur vertreibt sind wir dahingehend von verschiedenen Partnern abhängig. Und wir haben nur geringen Einfluss darauf, wie stark diese Partner von Inflation und Energiekrise getroffen werden."

"Wir bieten immer eine günstigere Alternative"

Bei verschiedenen Einkaufspreisen werden also auch verschiedene Produkte teurer verkauft. Dadurch seien die Preiserhöhungen auch zu unterschiedlich ausgefallen, um eine einzelne pauschale Zahl zu nennen, wie Bayer weiter erklärt.

"Allerdings bieten wir den Kunden immer eine günstigere Alternative an. Drogerieprodukte unserer eigenen Marke verkaufen wir zum Beispiel nach wie vor zu erschwinglichen Preisen."

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Sebastian Bayer, Geschäftsführer für Marketing und Beschaffung bei dm. | Bild: ka-news

Außerdem sei es auch bei problematischen Partnern möglich, Vereinbarungen zu treffen, die die Geldbörse des Kunden schonen. "Wir können an anderer Stelle sparen. Zum Beispiel verkaufen wir bei einer unserer Hafermilchmarken nicht mehr die fertige Milch, sondern nur noch ein Konzentrat, das mit einem Glas Wasser aufbereitet werden kann. Die Qualität bleibt erhalten, aber wir sparen enorm viel Verpackung, was auch einen großen ökologischen Vorteil bietet", so Bayer.

"Wir wollen das Richtige anbieten, nicht nur so viel wie möglich"

Ziel derartiger Aktionen sei, die Preissteigerung gar nicht, oder zumindest nicht vollständig an den Kunden weiterzugeben. "Natürlich muss man dabei immer wieder einen Preis mit dem Lieferanten austarieren, der für beide Seiten gerecht ist. Bei manch anderen müssen wir sogar geringere Lieferungen in Kauf nehmen oder müssen das Sortiment ändern", so Bayer. Wie genau lasse sich in Zeiten der Krise aber kaum vorhersagen.

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"Wichtig ist uns dabei aber, dass der Kunde versorgt ist", sagt Werner dazu. "Da ist es nicht immer schlimm, wenn die Bestände an einem bestimmten Produkt geringer ausfallen. Unsere Philosophie dazu ist nämlich, das Richtige anzubieten und nicht einfach nur so viel wie möglich."